07.07.2021, 15:42
(07.07.2021, 14:20)Gast schrieb:(07.07.2021, 13:49)Gast schrieb:(07.07.2021, 13:45)Gast schrieb:(07.07.2021, 12:59)Gast schrieb:(07.07.2021, 12:33)Gast schrieb: Wenn du ein Hobby hast, dass es unabdingbar macht vor 19 Uhr irgendwo zu sein, dann würde ich GKs generell ausschließen. Selbst die aller nettesten mit den besten Arbeitszeiten machen kaum je vor 19 Uhr Schluss. Bei kleineren Kanzleien kann man mit etwas Glück auch 9-5 erwischen, ansonsten halt die bekannten Adressen wie Versicherungen und Unternehmen, wo man eine garantierte 38,5 Woche haben kann.
Aber ganz allgemein: Willkommen im Erwachsenenleben. Du wirst nie wieder so viel Zeit haben wie früher und Hobbies WERDEN kürzer kommen, so ist das halt. Es sei denn du lässt dich als Trophy Wife akquirieren, dann kannst du machen was du willst. Haben ein paar aus meiner Refgruppe geschafft und sich nen reichen Typen geangelt. Jetzt dürfen sie ein bisschen erfolgreiche Anwältin mit eigener Kanzlei spielen, die natürlich vom Hubby bezahlt wird, inklusive angestellter RA, die die Arbeit machen. Das sind die beiden Möglichkeiten :)
Das frustriert mich irgendwie, weil ich immer den Wunsch hatte, mir irgendwann, wenn ich als Anwältin endlich genug Geld verdiene, mein eigenes Pferd zu kaufen. Jetzt habe ich gefühlt mein Leben lang darauf hingearbeitet und kann es dann zeitlich einfach nicht verwirklichen :D Wao...
Die Frage ist, was Du machen willst und ein wie dickes Fell Du Dir zulegst. Ggf. auch, wie flexibel Dein AG ist. Ich war einige Zeit nach der GK bei einer Big 4 legal, da konnte ich mich auch gelegentlich am späten Vormittag für 2h für privates Sporttraining, das in einer Halle in der Nähe war, ausloggen.
Den Tipp unten, in die Syndikusschiene einzusteigen, kann ich im Übrigen uneingeschrenkt empfehlen. Ich bin inzwischen auch als Syndikusanwältin tätig und schaue, dass ich nur notfalls länger als 17 Uhr arbeite, allerdings fange ich auch gg. 7.30 im Home Office an. Als Syndikus hast Du sicher bessere Chancen als RAin, aber 38,5h Woche ist auch nicht in jedem Unternehmen Standard und vielfach, so auch bei mir, gilt Vertrauensarbeitszeit ohne Überstundenabgeltung. Da musst Du dann auch selbst dafür Sorge tragen, dass Du rechtzeitig gehst und Dir notfalls 2-3 Mal pro Woche ab 17 Uhr Termine reinstellst und gehen. Als Jurist musst Du Dich definitiv selbst darum kümmern, dass das Arbeitszeitgesetz eingehalten wird, notfalls Überstunden (nach der Probezeit) auch mit dem Argument verweigern. Auch im ÖD, jedenfalls außerhalb der Justiz, ist das mit den Arbeitszeiten recht human.
Wenn Du natürlich zur Pferdehaltung unbedingt ein GK-Gehalt benötigst, brauchst Du wirklich gute Nerven, wenn Du Dich zw. 17-17.30 verabschiedest. Du darfst nicht über 10h arbeiten und auch 10h nur für einen gewissen Zeitraum. Du kannst also letztlich nach 8-10h Schluss machen, ohne dass Dir Dein AG etwas kann, denn das ist die Rechtslage und man kann Dir dafür nicht kündigen, im Gegenteil wird es bei ständig 10h oder mehr für Dein AG ein Problem, wenn Du dagegen vorgehst oder Dich beschwerst. Da das aber nur extrem wenige Leute machen -ich selbst habe es 1,5 Jahre gemacht - solltest Du damit klarkommen, dass Du die Einzige bist, die so vorgeht. Und eben erst nach der Probezeit, da man Dir während dieser grundlos kündigen kann.
Mit Verlaub, aber wer geht in eine GK, um dort auf 8 Stunden zu bestehen? Da braucht man sich ja nicht wundern, wenn man als sonderbar wahrgenommen und letztlich „gegangen“ wird.
Man wird nicht gegangen. Als Kündigungsgrund die Verweigerung gesetzeswidriger Überstunden hat nämlich keinen Erfolg.
Warum sollte ich mich, i.Ü., gesetzeswidrig, ausbeuten lassen? Für mich waren die 1,5h Jahre ein guter Deal:) Viel Geld und nicht so viel Arbeit wie viele andere. Man muss nur einmal die Fronten klären, nach der Probezeit, und eben damit klarkommen, dass alle anderen noch deutlich länger da sitzen, wenn man geht. Es mag ja Leute geben, deren Hobby die Arbeit ist. Für mich war es die erste Zeit meines Berufslebens primär Geld verdienen. Wie sich der AG um seine Interessen kümmert, kümmere ich mich um meine. Ich hatte übrigens weder zu meinem Chef noch zu den Kollegen, mit denen ich tw. noch Kontakt habe, ein schlechtes Verhältnis. Ich habe eben nur deutlich gemacht, dass ich früh komme, früh gehe, Überstunden für mich nicht der Regelfall sind und ich meine gesetzlichen Rechte kenne und notfalls darauf berufe.
Die Sichtweise, stolz darauf zu sein, dass man sich ausbeuten lässt, verstehe ich bis heute nicht bzw. finde sie ziemlich dumm. Aber es ist letztlich jedem selbst überlassen, nur macht die TE offenkundig auch nicht den Eindruck, dass sie ihr Leben primär der Arbeitgeberin widmen will.
Sei froh, dass du nicht mein Kollege warst, ich hätte dir das Leben zur Hölle gemacht. Wegen deiner Arbeitseinstellung mussten andere deutlich mehr arbeiten. Dir ist schon bewusst das man auch untereinander mit den anderen Anwälten von unternehmen usw redet? Hast du wieder einen guten Job gefunden?
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Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 12:13
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 12:33
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 12:59
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von omnimodo - 07.07.2021, 13:15
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 13:45
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RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 13:13
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 13:17
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 13:17
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 13:34
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast1311 - 07.07.2021, 15:29
RE: Anwaltsberuf und Hobbys - von Gast - 07.07.2021, 15:57

