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Ist die Anwaltschaft eure einzige Einnahmequelle?
C8H10N4O2
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Beiträge: 279
Themen: 0
Registriert seit: Jun 2020
#33
24.06.2021, 09:35
(23.06.2021, 17:40)Gast schrieb:  
(23.06.2021, 17:37)Gast schrieb:  
(23.06.2021, 16:59)C8H10N4O2 schrieb:  
(23.06.2021, 16:41)Gast Gast schrieb:  
(23.06.2021, 16:37)C8H10N4O2 schrieb:  Pervers, dass durch ein geerbtes Mehrfamilienhaus mehr verdient wird als durch (soweit als Anwalt möglich) ehrliche Arbeit. Aber gut, für das Thema Erbgerechtigkeit gibt es ja schon einen Thread...


Das MFH wurde ja auch durch ehrliche Arbeit erworben. Und sobald du dir durch deine Anwaltstätigkeit mal 1-2 Mietobjekt finanziert hast, willst du auch nicht, dass sie dir oder deinen Kindern wieder weggenommen werden ;-)


Ohne den Thread zu kapern: Die Häuser wurden zu einer Zeit erworben, als es noch möglich war mit einem, noch dazu eher schlichten Einkommen, Kinder großzuziehen und ein Eigenheim zu bauen (vor allem unsere Großelterngeneration). Der unglaubliche Preissprung bei Immobilien bei gleichzeitig nur sehr moderatem Lohnanstieg verbunden mit immer höherer Abgabenbelastung führt dazu, dass heute sogar die akademischen Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder (DINKs) nicht mehr in der Lage sind, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von zB 30 Jahren eine angemessene Immobilien in Großstadtnähe (geht absolut nicht mehr um Toplagen) zu erwerben. Dadurch zementiert sich ein Wohlstandsgefälle zwischen denen, deren Familien schon seit 1-2 Generationen vermögend sind und denen, deren Familie nicht rechtzeitig Vermögen aufbauen konnten. Und das wirklich schlimme: Egal wie fleißig du studierst, arbeitest und ackerst, du wirst diesen Vorsprung niemals aufholen können. Selbst mit meinem sechsstelligen GK-Gehalt werde ich mir mit viel Sparen und Einschränkungen eine Immobilie von vllt. 1 Mio. abzahlen können. Dafür 30 Jahre lang 60 Stunden ackern und Spitzensteuersatz zahlen. Wer bereits Immobilienbesitzer ist kassiert ohne viel Aufwand das gleiche Geld durch Mieteinnahmen und kauft am besten noch nach. Kapitalerträge werden ebenfalls nur mit 25% besteuert, wobei die Gestaltungsmöglichkeiten zur Steuervermeidung noch wesentlich weiter sind als bei den Immos und erst recht weiter als bei der Lohnsteuer.

Dadurch ist ein wesentliches Versprechen des Kapitalismus außer Kraft gesetzt, nämlich die Durchlässigkeit zwischen den Schichten und die Möglichkeit, dass jeder aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist allerfeinster sozialer Sprengstoff und wenn Deutschland nicht ein Land voller Duckmäuser und Spalter wäre, wäre das Thema auch viel höher auf der (politischen) Agenda. Stattdessen lieber weiter im Klein Klein und über Themen wie Mütterbonus oder 1 Euro mehr Mindestlohn reden, statt die große Schieflage anzugehen

Du hast nicht Unrecht. Interessant finde ich aber, dass in dem Kontext als Lösung immer nur vorgeschlagen wird, Erbschaften mehr zu besteuern (damit meine ich jetzt gar nicht dich). Damit ist aber letztlich außer der öffentlichen Hand auch niemandem gedient. Und das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Einkommen wird dadurch auch nicht besser.

Besteuerung von Einkommen runter, Besteuerung von Vermögen (Erbschaft- oder Vermögensteuer) hoch


Völlig richtig ist, dass man das Problem nicht in den Griff bekommt, indem man lediglich die Erbschaftssteuer anhebt. Das Problem liegt vielmehr auf der Einnahmenseite (aus Bürgersicht), da das Einkommen nicht in angemessenem Verhältnis zur Inflation (insbesondere im Immobilienmarkt) mit steigt. Beim Lohnniveau hat der Staat (abgesehen vom öD) naturgemäß wenig Spielraum. Erheblicher Spielraum besteht hingegen bei den Abgaben und Lohnnebenkosten (also neben Steuern auch die immer weiter steigenden Sozialversicherungsbeiträge). Auch dass beispielsweise (für die Top 10%) weiterhin Soli bezahlt werden muss, obwohl der Solidarpakt ausgelaufen ist, ist für mich völlig unverständlich und ein weiteres Beispiel für das Schröpfen der Arbeitnehmer.


Beim Immobilienerwerb langt der Staat dann ja nochmal ordentlich zu (insbes. die Länder mit der Grunderwerbssteuer). Hohe Baukosten liegen zum Teil auch an den deutlich gestiegenen Anforderungen an Neubauten hinsichtlich Dämmung, Energieeffizienz und Sicherheit sowie dem Mangel an Bauland. Hier könnte der Staat schon für einiges an Erleichterung sorgen. 
Wenn das ganze dann gegenfinanziert werden muss kann das mE nur über die Erbschaftssteuer funktionieren, die bisher ein absolutes Nischendasein fristen, auch aufgrund der vielen Umgehungsmöglichkeiten und Ausnahmen.
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Ist die Anwaltschaft eure einzige Einnahmequelle? - von GK Partner - 21.06.2021, 02:05
RE: Ist die Anwaltschaft eure einzige Einnahmequelle? - von Gast - 21.06.2021, 02:28
RE: Ist die Anwaltschaft eure einzige Einnahmequelle? - von Gast - 21.06.2021, 06:40
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