11.04.2021, 22:43
Ich (W) habe mein Kind am Ende der Anwaltsstation bekommen. Da ich 2/3 absolviert hatte, wurde die Station als voll absolviert gewertet. Danach war ich 6 Monate in Elternzeit und habe nichts fürs Examen getan außer 2-3 Kaiserseminare (online) am Wochenende. Dann hatte mein Mann Elternzeit und ich bin in die Wahlstation eingestiegen und habe angefangen zu lernen. Jedenfalls in Berlin darf man wohl nicht ohne Station sein, wenn man zurückkehrt, sodass ich eben die wahlstation erst machen musste und an ihrem Ende das Examen stand. Examen dann also mit 9 Monate alten Baby geschrieben. Im Vergleich zum Babyalltag (sehr forderndes Kind, Schreibaby..) kam mir das gar nicht so schlimm vor. Ich durfte 5 Stunden völlig ungestört mein Gehirn benutzen. Geschlafen habe ich an den Klausurtagen bei meinen Eltern. Endlich mal wieder durchschlafen! Da ich schon gestillt habe, habe ich morgens vor den Klausuren noch Milch abgepumpt. Das war ein wenig nervig aber aushaltbar.
Meine Klausuren wurden - weil ich die Wahlstation ja bereits absolviert hatte- schneller korrigiert. Ich hatte schon 2 Monate später meine mündliche Prüfung. Ich war daher insgesamt nur ein halbes Jahr später fertig als meine AG-Kollegen.
Das Lernen war zwar anders, zumal ja die Bibliotheken als Zufluchtsort nicht offen waren und ich mich durch Mann und Kind zu Hause durchaus habe ablenken lassen...habe dann häufiger von 20-23 Uhr nochmal gelernt. Ich empfand das lernen aber gerade nach der Elternzeit wieder als eine nette Abwechslung zu Windeln, Brei und Dadada.
Insgesamt glaube ich, dass meine Noten ohne Kind nicht besser gewesen wären. Habe erneut ein VB geschafft. Gegenüber dem ersten Examen (ohne Kind) habe ich mich sogar um über einen Punkt verbessert.
Von den meisten Vätern, die ich kenne, habe ich nicht den Eindruck, dass das Ref ein Problem war bzw sich anders dargestellt hätte als ohne Kind, da eben doch typischerweise viel die Frau übernimmt. Die Väter wurden weitestgehend „in Ruhe gelassen“. Klar haben sie auch Zeit mit ihren Kindern verbracht. Den Alltag (und die Nächte) haben in den mir bekannten Konstellationen aber die Frauen übernommen. Wenn die Männer Elternzeit genommen haben, dann oftmals um mehr Zeit zum lernen rauszuschlagen und nicht um in dieser Zeit vorrangig das Kind zu betreuen.
Meine Klausuren wurden - weil ich die Wahlstation ja bereits absolviert hatte- schneller korrigiert. Ich hatte schon 2 Monate später meine mündliche Prüfung. Ich war daher insgesamt nur ein halbes Jahr später fertig als meine AG-Kollegen.
Das Lernen war zwar anders, zumal ja die Bibliotheken als Zufluchtsort nicht offen waren und ich mich durch Mann und Kind zu Hause durchaus habe ablenken lassen...habe dann häufiger von 20-23 Uhr nochmal gelernt. Ich empfand das lernen aber gerade nach der Elternzeit wieder als eine nette Abwechslung zu Windeln, Brei und Dadada.
Insgesamt glaube ich, dass meine Noten ohne Kind nicht besser gewesen wären. Habe erneut ein VB geschafft. Gegenüber dem ersten Examen (ohne Kind) habe ich mich sogar um über einen Punkt verbessert.
Von den meisten Vätern, die ich kenne, habe ich nicht den Eindruck, dass das Ref ein Problem war bzw sich anders dargestellt hätte als ohne Kind, da eben doch typischerweise viel die Frau übernimmt. Die Väter wurden weitestgehend „in Ruhe gelassen“. Klar haben sie auch Zeit mit ihren Kindern verbracht. Den Alltag (und die Nächte) haben in den mir bekannten Konstellationen aber die Frauen übernommen. Wenn die Männer Elternzeit genommen haben, dann oftmals um mehr Zeit zum lernen rauszuschlagen und nicht um in dieser Zeit vorrangig das Kind zu betreuen.
Nachrichten in diesem Thema
Referendariat mit Kind - von GastGast - 26.03.2021, 18:30
RE: Referendariat mit Kind - von Gast - 26.03.2021, 18:49
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RE: Referendariat mit Kind - von Gast - 27.03.2021, 20:53
RE: Referendariat mit Kind - von Gast - 28.03.2021, 17:02
RE: Referendariat mit Kind - von Gast 2021 - 09.04.2021, 14:46
RE: Referendariat mit Kind - von Gast - 09.04.2021, 17:48
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