30.11.2020, 09:35
Vor kurzem wurde hier ein Fall diskutiert. Kennt ihr auch Beispiele für ein deutlich schlechteres zweites Examen? Was war die Ursache? Und was macht man dann beruflich?
30.11.2020, 09:49
Ich hatte nach einem deutlichen "sehr gut" im ersten im zweiten Examen dann leider nur ein hohes "gut", das hat mich schon geärgert. Beruflich konnte ich mich grade noch so auf eine vernünftige Stelle retten.
30.11.2020, 10:09
30.11.2020, 10:15
30.11.2020, 10:41
30.11.2020, 10:48
(30.11.2020, 10:41)DUS schrieb:(30.11.2020, 09:49)Gast schrieb: Ich hatte nach einem deutlichen "sehr gut" im ersten im zweiten Examen dann leider nur ein hohes "gut", das hat mich schon geärgert. Beruflich konnte ich mich grade noch so auf eine vernünftige Stelle retten.
Und was machst du jetzt?
vermutlich fährt er jetzt Taxi bei dem miserablen Abstieg.
30.11.2020, 10:50
Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag, in dem sich darüber beschwert wird, dass man seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht geworden ist.
Man sollte sich einfach dran gewöhnen, dass erstes und zweites Examen rein inhaltlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe sind. Wer im ersten Examen 10 Punkte geholt hat, der hab im zweiten noch lange nicht die selbe Punktzahl gebucht.
Zum Beitrag:
Die Erklärungen sind zu vielfältig. Auch bei Leuten mit einem wirklich guten Examen kann das zweite aus genau den gleichen Gründen in die Hose gehen wie bei Leuten mit weniger guten ersten Examen.
Was man damit wird kann man so pauschal auch nicht sagen. Mit beiden Examen > 8 Punkte wird man auch in naher Zukunft wieder jeden Job in der Verwaltung inkl. Richter und StA machen können. Das selbe gilt für eine Vielzahl von Kanzleien. Die "Topadressen" in Sachen GK werden weiterhin die üblichen Einstlellungsvoraussetzungen zumindest kommunizieren. Alles andere lässt sich schwer sagen. Mit 2x befriedigend, wird es in vielen Kanzleien was werden. Auf kurz oder lang auch wieder in der Verwaltung, wobei es da wohl besser wäre im zweiten minderstens 7 zu haben.
Man sollte sich einfach dran gewöhnen, dass erstes und zweites Examen rein inhaltlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe sind. Wer im ersten Examen 10 Punkte geholt hat, der hab im zweiten noch lange nicht die selbe Punktzahl gebucht.
Zum Beitrag:
Die Erklärungen sind zu vielfältig. Auch bei Leuten mit einem wirklich guten Examen kann das zweite aus genau den gleichen Gründen in die Hose gehen wie bei Leuten mit weniger guten ersten Examen.
Was man damit wird kann man so pauschal auch nicht sagen. Mit beiden Examen > 8 Punkte wird man auch in naher Zukunft wieder jeden Job in der Verwaltung inkl. Richter und StA machen können. Das selbe gilt für eine Vielzahl von Kanzleien. Die "Topadressen" in Sachen GK werden weiterhin die üblichen Einstlellungsvoraussetzungen zumindest kommunizieren. Alles andere lässt sich schwer sagen. Mit 2x befriedigend, wird es in vielen Kanzleien was werden. Auf kurz oder lang auch wieder in der Verwaltung, wobei es da wohl besser wäre im zweiten minderstens 7 zu haben.
30.11.2020, 11:40
Ein guter Freund von mir hatte im Ersten staatlich ein knappes "gut", hatte während des Studiums schon seine Promotion begonnen und ist dann zügig nach dem Examen ins Ref. Ist im ersten Anlauf durchgefallen und hat sich in der Wiederholung nur dank der mündlichen noch auf ein befriedigend "gerettet".
Ich glaube es gibt viele Gründe warum Examen unterschiedlich ausfallen können. Meinem Freund fiel es vor allem schwer, die Sachverhalte im Zweiten vernünftig zu sortieren. Das erschloss sich ihm irgendwie nicht, er brauchte auch im Examen noch T-Zettel und eine sehr ausführliche Skizze. Da fehlte am Ende dann eben oft die Zeit für die materielle Prüfung bzw. deren Darstellung.
Ich glaube es gibt viele Gründe warum Examen unterschiedlich ausfallen können. Meinem Freund fiel es vor allem schwer, die Sachverhalte im Zweiten vernünftig zu sortieren. Das erschloss sich ihm irgendwie nicht, er brauchte auch im Examen noch T-Zettel und eine sehr ausführliche Skizze. Da fehlte am Ende dann eben oft die Zeit für die materielle Prüfung bzw. deren Darstellung.
30.11.2020, 15:32
(30.11.2020, 10:50)Gast schrieb: Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag, in dem sich darüber beschwert wird, dass man seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht geworden ist.
Man sollte sich einfach dran gewöhnen, dass erstes und zweites Examen rein inhaltlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe sind. Wer im ersten Examen 10 Punkte geholt hat, der hab im zweiten noch lange nicht die selbe Punktzahl gebucht.
Zum Beitrag:
Die Erklärungen sind zu vielfältig. Auch bei Leuten mit einem wirklich guten Examen kann das zweite aus genau den gleichen Gründen in die Hose gehen wie bei Leuten mit weniger guten ersten Examen.
Was man damit wird kann man so pauschal auch nicht sagen. Mit beiden Examen > 8 Punkte wird man auch in naher Zukunft wieder jeden Job in der Verwaltung inkl. Richter und StA machen können. Das selbe gilt für eine Vielzahl von Kanzleien. Die "Topadressen" in Sachen GK werden weiterhin die üblichen Einstlellungsvoraussetzungen zumindest kommunizieren. Alles andere lässt sich schwer sagen. Mit 2x befriedigend, wird es in vielen Kanzleien was werden. Auf kurz oder lang auch wieder in der Verwaltung, wobei es da wohl besser wäre im zweiten minderstens 7 zu haben.
Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag der jegliche berechtigte Kritik und Diskussion an der Ausgestaltung des zweiten Examens mit einem pauschalen „hört auf zu jammern“ abwürgt.
Es stimmt doch evident nicht, dass beide Examina vollkommen andere Fähigkeiten abprüfen. Wer gut im materiellen Recht ist, sollte eigentlich nicht daran scheitern, einen Tatbestand zu schreiben und auswendig zu lernen, auf welche Seite das Aktenzeichen geschrieben wird. Und wer im ersten Examen eine hohe Note erreicht, ist vermutlich auch kein schlechter Jurist. Zumindest ein paar Fragezeichen sollten die vielen Fälle, wo beide Examina Auseinanderfallen, hervorrufen.
Ich kann die fragerei auch gleich beenden: es liegt daran, dass das zweite Examen zu mindestens 50 Prozent absolut willkürlich ist. Und das sage ich als jemand, der Schwein gehabt hat. Zu glauben, dort würde auch nur ansatzweise geprüft, wer ein guter Jurist ist und praktisch arbeiten kann, ist vollkommen naiv. Die Korrektoren sind an keine Maßstäbe gebunden, was dem einen 10 Punkte wert ist, bekommt beim nächsten 5. Das ist beim ersten schon problematisch, aber dort korrigieren zumindest viele Professoren, deren Job es ist Klausuren zu korrigieren und zu erstellen und mindermeinungen als vertretbar zu erkennen. Anders beim zweiten Examen, wo der Rechtsanwalt xy aus dem Dorf Z, selbst ein Examen im niedrigen befriedigend, korrigiert.
Noch größer wird die Willkür dann in der mündlichen. Spätestens dort ist jegliche Vergleichbarkeit dahin.
30.11.2020, 16:26
(30.11.2020, 15:32)Gast schrieb:(30.11.2020, 10:50)Gast schrieb: Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag, in dem sich darüber beschwert wird, dass man seiner eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht geworden ist.
Man sollte sich einfach dran gewöhnen, dass erstes und zweites Examen rein inhaltlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe sind. Wer im ersten Examen 10 Punkte geholt hat, der hab im zweiten noch lange nicht die selbe Punktzahl gebucht.
Zum Beitrag:
Die Erklärungen sind zu vielfältig. Auch bei Leuten mit einem wirklich guten Examen kann das zweite aus genau den gleichen Gründen in die Hose gehen wie bei Leuten mit weniger guten ersten Examen.
Was man damit wird kann man so pauschal auch nicht sagen. Mit beiden Examen > 8 Punkte wird man auch in naher Zukunft wieder jeden Job in der Verwaltung inkl. Richter und StA machen können. Das selbe gilt für eine Vielzahl von Kanzleien. Die "Topadressen" in Sachen GK werden weiterhin die üblichen Einstlellungsvoraussetzungen zumindest kommunizieren. Alles andere lässt sich schwer sagen. Mit 2x befriedigend, wird es in vielen Kanzleien was werden. Auf kurz oder lang auch wieder in der Verwaltung, wobei es da wohl besser wäre im zweiten minderstens 7 zu haben.
Sehr sinnvoll. Ein weiterer Beitrag der jegliche berechtigte Kritik und Diskussion an der Ausgestaltung des zweiten Examens mit einem pauschalen „hört auf zu jammern“ abwürgt.
Es stimmt doch evident nicht, dass beide Examina vollkommen andere Fähigkeiten abprüfen. Wer gut im materiellen Recht ist, sollte eigentlich nicht daran scheitern, einen Tatbestand zu schreiben und auswendig zu lernen, auf welche Seite das Aktenzeichen geschrieben wird. Und wer im ersten Examen eine hohe Note erreicht, ist vermutlich auch kein schlechter Jurist. Zumindest ein paar Fragezeichen sollten die vielen Fälle, wo beide Examina Auseinanderfallen, hervorrufen.
Ich kann die fragerei auch gleich beenden: es liegt daran, dass das zweite Examen zu mindestens 50 Prozent absolut willkürlich ist. Und das sage ich als jemand, der Schwein gehabt hat. Zu glauben, dort würde auch nur ansatzweise geprüft, wer ein guter Jurist ist und praktisch arbeiten kann, ist vollkommen naiv. Die Korrektoren sind an keine Maßstäbe gebunden, was dem einen 10 Punkte wert ist, bekommt beim nächsten 5. Das ist beim ersten schon problematisch, aber dort korrigieren zumindest viele Professoren, deren Job es ist Klausuren zu korrigieren und zu erstellen und mindermeinungen als vertretbar zu erkennen. Anders beim zweiten Examen, wo der Rechtsanwalt xy aus dem Dorf Z, selbst ein Examen im niedrigen befriedigend, korrigiert.
Noch größer wird die Willkür dann in der mündlichen. Spätestens dort ist jegliche Vergleichbarkeit dahin.
Ich stimme dir zu, aber etwas anderes wurde vom Vorposter ja gar nicht gesagt. Woher sich die Unterschiede ergeben, darauf wurde ja gar nicht eingegangen. Fakt ist ja wohl, dass es genug Beispiele dafür gibt, dass Kandidaten die im ersten wirklich gut waren im zweiten deutliche Abstriche hinnehmen mussten. Dass das auch an einer absoluten Willkür liegen kann und dazu noch ein Riesenmist ist, daran hat keiner gezweifelt.
Und zum Thema Diskussion abwürgen. Das was ich hier bisher gesehen hab, hat sich immer darauf beschränkt zu sagen, was am System nicht stimmt (Willkür, immer länger, immer schwerer). Das ist auch alles richtig und berechtigt, aber konkrete Vorschläge wie es besser werden soll hab ich bisher nirgends gelesen. Das liegt vielleicht daran, dass niemandem etwas besseres einfällt.