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Bürokratieabbau - Ideen
kumpelanton
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Registriert seit: Feb 2024
#21
25.04.2026, 18:00
(25.04.2026, 17:33)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:  AfD laut neuester Sonntagsumfrage auf Rekordwert.

deswegen zahlt man den verwaltern und anklägern ja mehr, wenigstens die sollen loyal bleiben
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Homer S.
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Beiträge: 505
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Registriert seit: Apr 2023
#22
25.04.2026, 18:50
(25.04.2026, 17:33)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:  Gerade mal die Besoldungstabellen gesehen. A13 von 5.200 Brutto auf 6.100 Brutto rauf. Und das zum Einstieg ohne jede Zulage. Keine Rentenversicherung und dazu eine entsprechende Pension, für die nichts vom netto privat vorgesorgt werden muss. Ist der Staat eigentlich schon mit gutem Beispiel vorangegangen und hat schön brav die 1.000 EUR steuerfreie Inflationsprämie auf Steuerzahlerkosten ausgezahlt? 

Es ist echt kein Wunder, dass die Bevölkerung zunehmend das Gefühl bekommt, die da oben in ihrem Elfenbeinturm haben keinerlei Gespür mehr für das wirkliche Leben da draußen. Bei so nem Gehalt wären mir Inflation und Spritpreise auch komplett scheißegal.

Es ist so bodenlos und wenn man bedenkt, dass bei Singles inzwischen im Schnitt bereits jeder zweite Euro für Steuern und Sozialversicherung abgegeben werden muss, dann ist es der Bevölkerung gegenüber auch schon übergriffig.

Oben macht man sich die Taschen immer weiter voll und wundert sich, dass das einfache Volk da unten keinen Bock mehr hat (mehr) zu arbeiten.

AfD laut neuester Sonntagsumfrage auf Rekordwert. Immer weiter, immer weiter. Krug und Brunnen und so.

Was ich bei Posts wie deinen nicht verstehe ist:
1. Du bist doch auch Jurist, wenn der Deal beim Staat so gut ist, warum gehst du nicht hin?
2. Es wird immer wieder die fehlende Sozialversicherungspflicht angesprochen, dass es aber nur so möglich ist, für 60-70k Brutto entsprechende Kandidaten zu finden bleibt unerwähnt. Wie viel würde der Staat den sparen?
3. Alle meckern, dass es beim Staat stellenweise nicht läuft- Geld für gute Leute ausgeben ist aber offenbar keine Alternative
4. Afd, als ob das ne Lösung wäre, von Orban bis Trump stehen Rechtspopulisten bestimmt nicht fürs Sparen bei "denen da oben"
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.04.2026, 18:52 von Homer S..)
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Negatives Tatbestandsmerkmal
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Beiträge: 72
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Registriert seit: Aug 2024
#23
25.04.2026, 19:15
So ein Blödsinn:

1. Weil eben nicht jeder in der Beamtentätigkeit seine Erfüllung sieht. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es aber kaum noch Sinn privatwirtschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht gerade in den größten Einheiten unterkommt. Anders als auf dem Amt trägt man eben auch das Risiko, dass das Geld erstmal erwirtschaftet werden muss, das einem als Gehalt ausgezahlt wird. Und wenn man dann als Single inzwischen schon 50% seines unter diesen Umständen erwirtschafteten Einkommens abtreten muss, um den Laden samt immer höherer Besoldungen am laufen zu halten, da kann ich absolut verstehen, dass immer mehr Nachwuchsjuristen neben der Großkanzlei nur noch einen Weg kennen: Nämlich den zum Staat.

2. Setz das mal bitte ins Verhältnis zum Normalverdiener. Als Beamter ist man einerseits von der Rentenversicherungspflicht befreit. Gleichzeitig bekommt man eine solche Rente, entschuldigung, Pension raus, die Normalverdiener wenn überhaupt, dann nur rausbekommt, wenn er selbst noch privat vorsorgt. Also mit seinem ohnehin schon abzüglich Rentenversicherung niedrigeren Netto auch noch selbst in eine private Altersversorgung einzahlt.
Und das führt zum nächsten Punkt.

3. Natürlich gibt es da draußen genügend Leute für den Staatsdienst. Insbesondere unter Juristen. Habe mehrere junge Juristen im Bekanntkreis die (verzweifelt) nach der Verbeamtung suchen und nichts finden, weil die Konkurrenz so groß ist. Der Staat kann derzeit Rosinen picken. Ist aber auch kein Wunder angesichts dieser Konditionen. Nicht umsonst leistet man sich vielerorts auch in der Verwaltung noch immer entsprechende Notengrenzen. So viel zum Thema man findet keine Leute. Die Leute stehen Schlange für eine Verbeamtung. Und die Schlange wird länger und länger.

Und selbst wenn es all diese Benefits nicht gäbe, gäbe es noch genug Leute. Man munkelt, dass auch Assessoren mit 2 Examen und einem ausreichend im 2. Examen nicht durch die Bank unfähige Vollidioten sind. Ganz abgesehen davon, dass aus individuellen Gründen immer noch genügend Leute zum Staat gehen würden. Sei es allein aus Gründen der Vereinbarkeit von Job und Familie.

Eine Freundin von mir arbeitet bei der BA für Arbeit als Kundenberaterin: Die allermeisten arbeitslosen Ex-Referendare suchen was im Staatsdienst, am liebsten mit direkter oder zumindest absehbarer Verbeamtung.

4. Und natürlich ist die AfD keine Alternative. Worüber reden wir? Wenn die Bevölkerung sich aber zunehmend verarscht vorkommt, der Bundeskanzler mahnt wir müssten alle den Gürtel enger schnallen, aber gleichzeitig die Beamtenbesoldung deutlich steigt, wenn in den Raum gestellt wird, dass die gesetzliche Rente nur noch eine Grundversorgung und offenbar nur noch die üppigen Pensionen des Staatsdienst von Verwaltung über Justiz bis hin zu den Abgeordneten sicher ist.

Dann braucht man sich nicht wundern, wenn in der Bevölkerung etwas verrutscht und aus Überzeugung oder Protest eine Partei gewählt wird, die es mutmaßlich nicht besser aber anders macht. Denn viele "da unten" haben zunehmend das Gefühl, dass jedes anders besser ist als der Zustand wie es derzeit ist. 

Und wenn ich persönlich sehe, was netto vom brutto übrigbleibt, muss ich mir doch zunehmend die Frage stellen, ob ich wirklich beruflich das tun will worauf ich Bock habe, oder nicht doch meinen Hut für einen Beamtenjob in den Ring werfen soll, der mich mutmaßlich nicht erfüllen, aber hinsichtlich Einkommen und work-life-balance das beste sein wird, was ich machen kann.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.04.2026, 19:21 von Negatives Tatbestandsmerkmal.)
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Homer S.
Senior Member
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Beiträge: 505
Themen: 6
Registriert seit: Apr 2023
#24
25.04.2026, 19:41
(25.04.2026, 19:15)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:  So ein Blödsinn:

1. Weil eben nicht jeder in der Beamtentätigkeit seine Erfüllung sieht. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es aber kaum noch Sinn privatwirtschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht gerade in den größten Einheiten unterkommt. Anders als auf dem Amt trägt man eben auch das Risiko, dass das Geld erstmal erwirtschaftet werden muss, das einem als Gehalt ausgezahlt wird. Und wenn man dann als Single inzwischen schon 50% seines unter diesen Umständen erwirtschafteten Einkommens abtreten muss, um den Laden samt immer höherer Besoldungen am laufen zu halten, da kann ich absolut verstehen, dass immer mehr Nachwuchsjuristen neben der Großkanzlei nur noch einen Weg kennen: Nämlich den zum Staat.

-->Da gebe ich dir teilweise recht - Beamtentum ist in vielen Stellen schon auch besonders, aber das Privatwirtschaft sich im Vergleich nicht lohnt bzw. lohnen kann sehe ich anders. Der Staatsdienst bietet zwar eine große Sicherheit und ein auskömmliches Gehalt, dafür besteht in der Privatwirtschaft (selbst in kleinen Kanzleien) die Möglichkeit des unternehmerischen Wachstums. Beamtengehälter sind starr. Wer in der freien Wirtschaft gut ist, wird seinen Verdienst über die Jahre weit über das Besoldungsniveau eines Richters oder Beamten hinaus steigern können. Als Beamter muss du dir mit Ende 30 viele Wünsche und Ziele mehr oder weniger endgültig abschminken. Ja wird durch Sicherheit kompensiert, ist aber trotzdem nicht nur toll.



2. Setz das mal bitte ins Verhältnis zum Normalverdiener. Als Beamter ist man einerseits von der Rentenversicherungspflicht befreit. Gleichzeitig bekommt man eine solche Rente, entschuldigung, Pension raus, die Normalverdiener wenn überhaupt, dann nur rausbekommt, wenn er selbst noch privat vorsorgt. Also mit seinem ohnehin schon abzüglich Rentenversicherung niedrigeren Netto auch noch selbst in eine private Altersversorgung einzahlt.
Und das führt zum nächsten Punkt.

--> also ich habe das bei meinem Wechsel damals eingepreist, wäre den Pension nicht (kp ob die sicher ist) wäre ich für das Gehalt nicht gewechselt. Das man die Sozialsysteme (und -abgaben) irgendwie reformieren muss, geschenkt. Lass Beamte von mir aus aus der Pension in die Rente einzahlen, aber dann gib ihnen auch n Streikrecht, Wechselmöglichkeiten auch Ü40, keine Disziplinarmaßnahmen bei Kleinscheis und keine bundes- bzw. landesweite Versetzbarkeit.
Was würdest du denn einem sozialversicherungspflichtig beschäftigen Beamten bezahlen wollen? Mal ein Beispiel für die Verwaltung und eins für Richter bitte.

3. Natürlich gibt es da draußen genügend Leute für den Staatsdienst. Insbesondere unter Juristen. Habe mehrere junge Juristen im Bekanntkreis die (verzweifelt) nach der Verbeamtung suchen und nichts finden, weil die Konkurrenz so groß ist. Der Staat kann derzeit Rosinen picken. Ist aber auch kein Wunder angesichts dieser Konditionen. Nicht umsonst leistet man sich vielerorts auch in der Verwaltung noch immer entsprechende Notengrenzen. So viel zum Thema man findet keine Leute. Die Leute stehen Schlange für eine Verbeamtung. Und die Schlange wird länger und länger.

Und selbst wenn es all diese Benefits nicht gäbe, gäbe es noch genug Leute. Man munkelt, dass auch Assessoren mit 2 Examen und einem ausreichend im 2. Examen nicht durch die Bank unfähige Vollidioten sind. Ganz abgesehen davon, dass aus individuellen Gründen immer noch genügend Leute zum Staat gehen würden. Sei es allein aus Gründen der Vereinbarkeit von Job und Familie.

Eine Freundin von mir arbeitet bei der BA für Arbeit als Kundenberaterin: Die allermeisten arbeitslosen Ex-Referendare suchen was im Staatsdienst, am liebsten mit direkter oder zumindest absehbarer Verbeamtung.

--> du schreibst es selbst: derzeit. Wäre das auch so wenn bestimmte Personen keine Kriege begonnen hätten?

4. Und natürlich ist die AfD keine Alternative. Worüber reden wir? Wenn die Bevölkerung sich aber zunehmend verarscht vorkommt, der Bundeskanzler mahnt wir müssten alle den Gürtel enger schnallen, aber gleichzeitig die Beamtenbesoldung deutlich steigt, wenn in den Raum gestellt wird, dass die gesetzliche Rente nur noch eine Grundversorgung und offenbar nur noch die üppigen Pensionen des Staatsdienst von Verwaltung über Justiz bis hin zu den Abgeordneten sicher ist.

Dann braucht man sich nicht wundern, wenn in der Bevölkerung etwas verrutscht und aus Überzeugung oder Protest eine Partei gewählt wird, die es mutmaßlich nicht besser aber anders macht. Denn viele "da unten" haben zunehmend das Gefühl, dass jedes anders besser ist als der Zustand wie es derzeit ist. 

--> Punkt gebe ich dir. Da muss was getan werden. 


Und wenn ich persönlich sehe, was netto vom brutto übrigbleibt, muss ich mir doch zunehmend die Frage stellen, ob ich wirklich beruflich das tun will worauf ich Bock habe, oder nicht doch meinen Hut für einen Beamtenjob in den Ring werfen soll, der mich mutmaßlich nicht erfüllen, aber hinsichtlich Einkommen und work-life-balance das beste sein wird, was ich machen kann.

--> das sehe ich absolut nicht so. Kenne viele die wirklich viel arbeiten. Ich bin von ner GK zunächst zur StA gewechselt und bei der StA hatte ich definitv mehr Stress.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.04.2026, 19:45 von Homer S..)
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Ruhri
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Registriert seit: May 2022
#25
25.04.2026, 19:50
(25.04.2026, 19:15)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:  3. Natürlich gibt es da draußen genügend Leute für den Staatsdienst. Insbesondere unter Juristen. Habe mehrere junge Juristen im Bekanntkreis die (verzweifelt) nach der Verbeamtung suchen und nichts finden, weil die Konkurrenz so groß ist. Der Staat kann derzeit Rosinen picken. Ist aber auch kein Wunder angesichts dieser Konditionen. Nicht umsonst leistet man sich vielerorts auch in der Verwaltung noch immer entsprechende Notengrenzen. So viel zum Thema man findet keine Leute. Die Leute stehen Schlange für eine Verbeamtung. Und die Schlange wird länger und länger.

Und selbst wenn es all diese Benefits nicht gäbe, gäbe es noch genug Leute. Man munkelt, dass auch Assessoren mit 2 Examen und einem ausreichend im 2. Examen nicht durch die Bank unfähige Vollidioten sind. Ganz abgesehen davon, dass aus individuellen Gründen immer noch genügend Leute zum Staat gehen würden. Sei es allein aus Gründen der Vereinbarkeit von Job und Familie.

Eine Freundin von mir arbeitet bei der BA für Arbeit als Kundenberaterin: Die allermeisten arbeitslosen Ex-Referendare suchen was im Staatsdienst, am liebsten mit direkter oder zumindest absehbarer Verbeamtung.

Bei der Einstellungspolitik des Staates darf man nicht vergessen, dass die Entscheidungspositionen zZt mit Juristen besetzt sind, die während der "Juristenschwemme" auf den Arbeitsmarkt kamen. Damals waren für jede Art der Beschäftigung beim Staat (ob Richter, StA oder Beamter) die Einstellungsgrenzen astronomisch hoch. Aber nicht weil es die Skills eines Top 10%-Absolventen wirklich brauchte, sondern weil der Staat es eben verlangen konnte ob des krassen Überangebots an Absolventen (schaden tut die Top-Qualifikation natürlich nicht).

Aus subjektiver Sicht "des Staates" sind die (unter)durchschnittlichen Absolventen tatsächlich (zu) doof. Nicht weil sie es wirklich sind, sondern vielmehr, weil es damals eben nicht gereicht hätte und man seitdem auch nicht versuchen musste, mit diesen Leuten zu arbeiten.
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Praktiker
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#26
25.04.2026, 22:35
Hier sollte es ja um Bürokratieabbau gehen. Stattdessen hat es die andere Diskussion hierher gezogen...
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NRW556
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#27
26.04.2026, 09:11
Ja, daran sieht man wo aktuell der Schuh drückt.  Cheese

Aber zurück zum Thema. Es ist halt tatsächlich abgesehen von wenigen Themen wie m. E bei den Gleichstellungesbeaufragten so, dass  weniger Vorschriften eben weniger Rechtssicherheit bedeuten. 

Man könnte z.B die Dokumentierungspflichten von Versicherungsvermittlern entschlacken bzw. abbauen Würde weniger Bürokratie bedeuten, dann hätte man aber auch weniger Rechtssicherheit. Und eigentlich ist das eine gute Sache, dass VersV ihre Beratung und Befragung dokumentieren müssen. Langfristig haben beide Seiten was davon, der Vermittler kontrolliert sich selbst und der Kunde erhält Transparenz und prozessuale Vorteile.

Was mich zur Feststellung bringt:

Komplexe, sozial ausdifferenzierte und vermehrt heterogene Gesellschaften wie die deutsche sind auf Bürokratie grundsätzlich angewiesen. Ohne geht es gar nicht 

Sie kann ungemein nerven, aber die Unternehmen und Arbeitgeber wären auch wieder die aller ersten, die nach dem Staat krähen, wenn etwas geregelt werden muss oder sie Markteintrittsschwellen für Mitbewerber durchgesetzt haben wollen.
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Paul Klee
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#28
26.04.2026, 11:12
(26.04.2026, 09:11)NRW556 schrieb:  Ja, daran sieht man wo aktuell der Schuh drückt.  Cheese

Aber zurück zum Thema. Es ist halt tatsächlich abgesehen von wenigen Themen wie m. E bei den Gleichstellungesbeaufragten so, dass  weniger Vorschriften eben weniger Rechtssicherheit bedeuten. 

Man könnte z.B die Dokumentierungspflichten von Versicherungsvermittlern entschlacken bzw. abbauen Würde weniger Bürokratie bedeuten, dann hätte man aber auch weniger Rechtssicherheit. Und eigentlich ist das eine gute Sache, dass VersV ihre Beratung und Befragung dokumentieren müssen. Langfristig haben beide Seiten was davon, der Vermittler kontrolliert sich selbst und der Kunde erhält Transparenz und prozessuale Vorteile.
 
Das ist vielleicht in der Theorie so, aber in der Praxis ist es doch meist so, dass sich Berichts und Dokumentationspflichten oft verselbstständigen und keinerlei produktiven Nutzen mehr haben. Wie oft hat man denn die Datenschutzhinweise nochmal gelesen, oder wer liest sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung durch, die die jeweiligen PR Teams großer Unternehmen geschrieben haben? 

Natürlich geht Freiheit immer ein Stück weit zulasten der (Rechts-)Sicherheit, aber aktuell stimmt das Verhältnis überhaupt nicht mehr.
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JurMUC
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Themen: 1
Registriert seit: May 2022
#29
29.04.2026, 10:25
Einige Ideen aus eigener Erfahrung:
  • Zusammenlegen diverser staatlicher Leistungen --> eine Freundin ist frisch alleinerziehend und völlig überfordert, welche Förderungen es bei welchen Stellen gibt und wer dazu beraten kann. Die Beantragung aller Hilfen bei den verschiedensten Behörden zieht unendlich Ressourcen, die z.B. Alleinerziehende gerade nicht haben. 
  • Senkung der Nachweispflichten/Einzelfallprüfungen zu Gunsten der Kosteneffizienz und zu Lasten der Einzelfallgerechtigkeit --> Beispiel: Wir haben in München während des Refs wirtschaftliche Jugendhilfe für eine private Kita beantragt, da wir keinen städtischen Platz bekommen haben. 
    Ich als Volljurist war mit dem Antrag und der Zusammenstellung der Nachweise ca. 20h beschäftigt. Am Ende hatten Antrag plus Anlagen 160 Seiten. Für eine Leistung von ein paar hundert Euro über 8 Monate. Die Entscheidung dauerte aufgrund der Anforderungen und Einzelfallprüfung sechs (!) Monate. Das Geld konnte lediglich erstattet werden, wir mussten mit unseren mageren Unterhaltsbeihilfen vorstrecken. Und das nur dafür, dass eine Person im Zweifel nicht zu viel Geld bekommt. Die strenge Einzelfallprüfung kostet unnötig Ressourcen. Vereinfachung wäre möglich - z.B. nur auf das zvE nach letztem Steuerbescheid abstellen. Zack, fertig, ein Dokument. Klar, dann bekommt vielleicht einer etwas mehr als ihm zusteht, dafür spart man sich unendlich viel Admin-Kosten. Am Ende vielleicht sogar günstiger für den Haushalt.
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Äfes
Senior Member
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Beiträge: 359
Themen: 3
Registriert seit: Jul 2022
#30
29.04.2026, 12:05
Man könnte auch die Adresse vom Fahrzeugschein und vom Personalausweis streichen. Dann müsste beides nicht nach jedem Umzug geändert werden. Die Behörden kommen über das Melderegister ohnehin an die Adresse und auf dem Reisepass, der ja den Perso ersetzen kann, steht sie auch nicht drauf. 

Gegen den Einwand, dass sich dann keiner ummelden würde: Machen jetzt auch genug Leute nicht. Und ich persönlich u.a., weil ich dann zum Rathaus dappen und meinen Perso ändern lassen muss und darauf keine Lust und dafür auch keine Zeit habe. Wenn ich die Dokumente nicht ändern lassen müsste, hätte ich dank online-Ausweisfunktion kein Problem damit, mich umzumelden.

Außerdem: Streichung aller Normen, die weniger als 0,5% der Fälle betreffen und Inkaufnahme der dadurch für diesen Prozentsatz an Fällen entstehenden Nachteile. Prozentsatz variabel, können auch 0,1% der Fälle sein, aber irgendwann muss gut sein.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.04.2026, 12:07 von Äfes.)
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