09.03.2026, 09:33
Was würdet ihr sagen, bringt in der heutigen der Dr.-Titel für den Berufseinstieg?
Also klar, in die GK kommt man mit 2x VB und einer gewissen Resistenz auf dem heutigen Berufsmarkt auch ohne Dr. rein (glaub ich jedenfalls). Wenn man nun aber "nur" ein VB im ersten hat und im zweiten Examen "nur" 6,5-8, substituiert der Titel dann das schlechtere Examen, sodass dennoch eine Möglichkeit besteht?
Weiter Frage: Schauen insbesondere MK noch sehr auf den Dr., da sie ja meist auch Mittelstand beraten und den Mandanten ein Titel ggf. wichtig ist?
Sind sehr weite Fragen, aber vlt hat ja jemand Insides.
Also klar, in die GK kommt man mit 2x VB und einer gewissen Resistenz auf dem heutigen Berufsmarkt auch ohne Dr. rein (glaub ich jedenfalls). Wenn man nun aber "nur" ein VB im ersten hat und im zweiten Examen "nur" 6,5-8, substituiert der Titel dann das schlechtere Examen, sodass dennoch eine Möglichkeit besteht?
Weiter Frage: Schauen insbesondere MK noch sehr auf den Dr., da sie ja meist auch Mittelstand beraten und den Mandanten ein Titel ggf. wichtig ist?
Sind sehr weite Fragen, aber vlt hat ja jemand Insides.
09.03.2026, 11:52
…. das interessiert mich auch in Bezug auf die Justiz. 😃
09.03.2026, 12:53
(09.03.2026, 09:33)Riecko schrieb: Was würdet ihr sagen, bringt in der heutigen der Dr.-Titel für den Berufseinstieg?
Also klar, in die GK kommt man mit 2x VB und einer gewissen Resistenz auf dem heutigen Berufsmarkt auch ohne Dr. rein (glaub ich jedenfalls). Wenn man nun aber "nur" ein VB im ersten hat und im zweiten Examen "nur" 6,5-8, substituiert der Titel dann das schlechtere Examen, sodass dennoch eine Möglichkeit besteht?
Weiter Frage: Schauen insbesondere MK noch sehr auf den Dr., da sie ja meist auch Mittelstand beraten und den Mandanten ein Titel ggf. wichtig ist?
Sind sehr weite Fragen, aber vlt hat ja jemand Insides.
Also erstmal: Zwischen 6,5 und 8 liegt schon eine kleine Welt. Mit einer 6,x ist es eher schwierig, mit einer 7,x ok, und mit einer 8,x stören sich nur noch ganz wenige Kanzleien. Der nächste Punkt ist, VB im ersten auch im Staatsteil oder nur zusammen mit dem Schwerpunkt... davon aber mal abgesehen - ein Dr. ist nur noch in ganz wenigen Läden wirklich notwendig.
Auch den mittelständischen Mandanten ist ein Titel nicht mehr wirklich wichtig. Wenn dann geht es um deine Selbstwahrnehmung. Fühlst du dich mit Titel besser. Wie wäre eine Situation, in der alle einen Titel haben, nur du nicht?
Eine Promotion kann aber, ähnlich wie ein LL.M., einen positiven Punkt in einem Lebenslauf setzen. Auch die parallele Möglichkeit als WiMi in einer Kanzlei zu arbeiten, ist eine gute Sache.
09.03.2026, 13:14
(09.03.2026, 12:53)Patenter Gast schrieb:(09.03.2026, 09:33)Riecko schrieb: Was würdet ihr sagen, bringt in der heutigen der Dr.-Titel für den Berufseinstieg?
Also klar, in die GK kommt man mit 2x VB und einer gewissen Resistenz auf dem heutigen Berufsmarkt auch ohne Dr. rein (glaub ich jedenfalls). Wenn man nun aber "nur" ein VB im ersten hat und im zweiten Examen "nur" 6,5-8, substituiert der Titel dann das schlechtere Examen, sodass dennoch eine Möglichkeit besteht?
Weiter Frage: Schauen insbesondere MK noch sehr auf den Dr., da sie ja meist auch Mittelstand beraten und den Mandanten ein Titel ggf. wichtig ist?
Sind sehr weite Fragen, aber vlt hat ja jemand Insides.
Also erstmal: Zwischen 6,5 und 8 liegt schon eine kleine Welt. Mit einer 6,x ist es eher schwierig, mit einer 7,x ok, und mit einer 8,x stören sich nur noch ganz wenige Kanzleien. Der nächste Punkt ist, VB im ersten auch im Staatsteil oder nur zusammen mit dem Schwerpunkt... davon aber mal abgesehen - ein Dr. ist nur noch in ganz wenigen Läden wirklich notwendig.
Auch den mittelständischen Mandanten ist ein Titel nicht mehr wirklich wichtig. Wenn dann geht es um deine Selbstwahrnehmung. Fühlst du dich mit Titel besser. Wie wäre eine Situation, in der alle einen Titel haben, nur du nicht?
Eine Promotion kann aber, ähnlich wie ein LL.M., einen positiven Punkt in einem Lebenslauf setzen. Auch die parallele Möglichkeit als WiMi in einer Kanzlei zu arbeiten, ist eine gute Sache.
Das ist m.E. eine veraltete Sicht. Sie mag noch für den Arbeitsmarkt von 2023 gegolten haben, nicht mehr für den von 2026. Heute gilt: Je mehr, desto besser, freie Stellen sind grade für Berufsanfänger spärlich gesät. Der Dr. kann insoweit einen Push bringen, parallel kann so auch ganz gut eine Leerlaufphase am Arbeitsmarkt überbrückt werden.
09.03.2026, 13:56
(09.03.2026, 13:14)Greif schrieb:(09.03.2026, 12:53)Patenter Gast schrieb:(09.03.2026, 09:33)Riecko schrieb: Was würdet ihr sagen, bringt in der heutigen der Dr.-Titel für den Berufseinstieg?
Also klar, in die GK kommt man mit 2x VB und einer gewissen Resistenz auf dem heutigen Berufsmarkt auch ohne Dr. rein (glaub ich jedenfalls). Wenn man nun aber "nur" ein VB im ersten hat und im zweiten Examen "nur" 6,5-8, substituiert der Titel dann das schlechtere Examen, sodass dennoch eine Möglichkeit besteht?
Weiter Frage: Schauen insbesondere MK noch sehr auf den Dr., da sie ja meist auch Mittelstand beraten und den Mandanten ein Titel ggf. wichtig ist?
Sind sehr weite Fragen, aber vlt hat ja jemand Insides.
Also erstmal: Zwischen 6,5 und 8 liegt schon eine kleine Welt. Mit einer 6,x ist es eher schwierig, mit einer 7,x ok, und mit einer 8,x stören sich nur noch ganz wenige Kanzleien. Der nächste Punkt ist, VB im ersten auch im Staatsteil oder nur zusammen mit dem Schwerpunkt... davon aber mal abgesehen - ein Dr. ist nur noch in ganz wenigen Läden wirklich notwendig.
Auch den mittelständischen Mandanten ist ein Titel nicht mehr wirklich wichtig. Wenn dann geht es um deine Selbstwahrnehmung. Fühlst du dich mit Titel besser. Wie wäre eine Situation, in der alle einen Titel haben, nur du nicht?
Eine Promotion kann aber, ähnlich wie ein LL.M., einen positiven Punkt in einem Lebenslauf setzen. Auch die parallele Möglichkeit als WiMi in einer Kanzlei zu arbeiten, ist eine gute Sache.
Das ist m.E. eine veraltete Sicht. Sie mag noch für den Arbeitsmarkt von 2023 gegolten haben, nicht mehr für den von 2026. Heute gilt: Je mehr, desto besser, freie Stellen sind grade für Berufsanfänger spärlich gesät. Der Dr. kann insoweit einen Push bringen, parallel kann so auch ganz gut eine Leerlaufphase am Arbeitsmarkt überbrückt werden.
Es galt schon immer: je mehr, desto besser
und ich habe auch geschrieben, dass er ein positiver Punkt sein kann. Sicherlich, es gibt Phasen, da ist es eher ein Arbeitgebermarkt und andere, da ist es eher ein Arbeitnehmermarkt. Ich kenne aber auch aus erster Hand eine Person, die vor kurzem mit der Kombi 9,x+7,x in einer renommierte GK eingestiegen ist. Ohne bekannt und bewährt, ohne Titel, aber mit rotem Faden im Lebenslauf. Die Kanzleien stellen ein, sie stellen nur nicht so wahllos ein wie in 2023.
09.03.2026, 14:16
Meine Erfahrung mit Bewerbungen in den letzten Monaten: Dr. war den meisten Kanzleien völlig egal und konnte mein knapp verpasstes VB im zweiten nicht ausgleichen. Im ersten Examen habe ich ein deutlich zweistelliges VB. Dazu noch ca. zwei Jahre Berufserfahrung.
09.03.2026, 14:17
Aus meiner Wahrnehmung, aus einer GK heraus: Es kommt schon irgendwie krass. Klar, ist der Titel für den Einstieg nicht mehr so wichtig und sagt rein gar nichts über die Qualität eines Juristen aus. Aber und das ist der entscheidende Punkt, haben insbesondere viele junge Associates keinen Titel und da sticht ein Dr. dann schon raus. Es hat halt eine gewisse Aura, es wirkt einfach anders.
Eine weitere Auffälligkeit ist, dass in den GKs die Mehrheit der Partner promoviert sind. Obs da eine Kausalität gibt? Keine Ahnung, aber es sticht irgendwie ins Auge.
Eine weitere Auffälligkeit ist, dass in den GKs die Mehrheit der Partner promoviert sind. Obs da eine Kausalität gibt? Keine Ahnung, aber es sticht irgendwie ins Auge.
09.03.2026, 14:35
(09.03.2026, 14:17)aspangarius schrieb: Eine weitere Auffälligkeit ist, dass in den GKs die Mehrheit der Partner promoviert sind. Obs da eine Kausalität gibt? Keine Ahnung, aber es sticht irgendwie ins Auge.
1. Früher war ein Dr. üblicher. GK Partner, die vor 20-30 Jahren vor der Entscheidung standen, hatten da noch eine andere Ausgangssituation.
2. Top Juristen tendieren eher zu einem Dr., weil sie z.B. am Lehrstuhl gearbeitet haben, die Noten so gut sind, dass Stipendien möglich waren, etc. Dazu kommt die Einstellung: GK Partner wirst du, wenn du richtig ablieferst und auch abliefern willst. Da nimmt man oft den Dr. als logische Folge des Studiums mit. Und (man glaubt es kaum) viele GK Partner haben auch ein tiefergehendes akademisches Interesse.
09.03.2026, 15:54
(09.03.2026, 11:52)Frankfurt123 schrieb: …. das interessiert mich auch in Bezug auf die Justiz. 😃
Für die Justiz ist es einfach: nichts.
Promovierte Kolleginnen und Kollegen gibt es hier mehr als genug. Man hebt sich mit einem Doktor nicht hervor.
Dazu Nachbereichsempirie: wir sind zu fünft im Senat und alle promoviert.
09.03.2026, 16:43
Wie würdet ihr einen Master aus Harvard, Yale, Oxford, Cambridge im hiesigen Kontext im Vergleich zum Dr. bewerten?



