11.02.2026, 14:54
Das Problem ist für mich weniger die Erwartungshaltung 4.000 EUR netto monatlich raushaben zu wollen, sondern die mit dem Gehalt einhergehenden Steuern und Lohnnebenkosten. Rentenversicherung/Versorgungswerk, Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern etc.
Um Als Selbständiger auf 4.000 EUR netto im Monat zu kommen, musst du schon einen jährlichen Gewinn nach Abzug von Betriebskosten von knapp 110.000 aufweisen können. Da kommen dann noch Betriebskosten drauf und natürlich die Umsatzsteuer als durchlaufender Posten. Hab diesen Überschuss erstmal.
Ganz im Ernst: Mit knapp 4.000 EUR netto Einstiegsgehalt, bei ordentlicher Work-life-balance, Zulagen und Quasi Unkündbarkeit, kann ich verstehen, warum heutzutage die allermeisten Absolventen extrem scharf auf den öffentlichen Dienst sind und auch Verbeamtungen in A11 oder A12 inzwischen gerne mitgenommen werden. Als Einstiegschance und entsprechende langfristige Sicherheit. Und ganz im Ernst: Verdien auch das erstmal da draußen irgendwo zum Einstieg, was du in A11 oder A12 netto raus hast.
My 2 Cents: Ich persönlich finde es extrem bedenklich für eine Gesellschaft, wenn in vielen Zweigen die interessantesten Berufe nicht mehr in der freien Wirtschaft, sondern wegen der dortigen horrenden Abgaben, gepaart mit der beruflichen Unsicherheit, die derzeit weithin attraktivsten Berufe solche sind, die beim Staat anzusiedeln sind.
Und wie es bei mir als "Bürger" der ich nun mal auch bin, ankommt, dass dieser Staatsapparat immer weiter aufgeblasen wird, während bei mir persönlich die entsprechenden Abgaben immer weiter ansteigen, um diese ganzen sexy Staatsdienststellen zu mitzufinanzieren, darüber sage ich am besten einfach nichts. Genauso über die immer weiter explodierenden Lohnnebenkosten, Krankenversicherung, Pflegeversicherung.
Dass da draußen in der Gesellschaft der Druck, der Sozialneid und insbesondere der Unmut immer und immer größer wird - was sich eben leider (!) vielfach auch in entsprechenden Wahlergebnissen kanalisiert - kann ich um ehrlich zu sein absolut nachvollziehen.
Um Als Selbständiger auf 4.000 EUR netto im Monat zu kommen, musst du schon einen jährlichen Gewinn nach Abzug von Betriebskosten von knapp 110.000 aufweisen können. Da kommen dann noch Betriebskosten drauf und natürlich die Umsatzsteuer als durchlaufender Posten. Hab diesen Überschuss erstmal.
Ganz im Ernst: Mit knapp 4.000 EUR netto Einstiegsgehalt, bei ordentlicher Work-life-balance, Zulagen und Quasi Unkündbarkeit, kann ich verstehen, warum heutzutage die allermeisten Absolventen extrem scharf auf den öffentlichen Dienst sind und auch Verbeamtungen in A11 oder A12 inzwischen gerne mitgenommen werden. Als Einstiegschance und entsprechende langfristige Sicherheit. Und ganz im Ernst: Verdien auch das erstmal da draußen irgendwo zum Einstieg, was du in A11 oder A12 netto raus hast.
My 2 Cents: Ich persönlich finde es extrem bedenklich für eine Gesellschaft, wenn in vielen Zweigen die interessantesten Berufe nicht mehr in der freien Wirtschaft, sondern wegen der dortigen horrenden Abgaben, gepaart mit der beruflichen Unsicherheit, die derzeit weithin attraktivsten Berufe solche sind, die beim Staat anzusiedeln sind.
Und wie es bei mir als "Bürger" der ich nun mal auch bin, ankommt, dass dieser Staatsapparat immer weiter aufgeblasen wird, während bei mir persönlich die entsprechenden Abgaben immer weiter ansteigen, um diese ganzen sexy Staatsdienststellen zu mitzufinanzieren, darüber sage ich am besten einfach nichts. Genauso über die immer weiter explodierenden Lohnnebenkosten, Krankenversicherung, Pflegeversicherung.
Dass da draußen in der Gesellschaft der Druck, der Sozialneid und insbesondere der Unmut immer und immer größer wird - was sich eben leider (!) vielfach auch in entsprechenden Wahlergebnissen kanalisiert - kann ich um ehrlich zu sein absolut nachvollziehen.
11.02.2026, 15:18
Zumindest im Bund sollen innerhalb der laufenden Legislaturperiode 8% des Personals eingespart werden.
Die Schuld für den teilweise exorbitanten Stellenaufwuchs der letzten Jahre gerade in Bundesministerien liegt allerdings -auch- bei den ständig wachsenden Aufgaben.
Ein Staat, der noch das kleinste Detail regeln will, muss das neue Recht eben auch administrieren…
Die Schuld für den teilweise exorbitanten Stellenaufwuchs der letzten Jahre gerade in Bundesministerien liegt allerdings -auch- bei den ständig wachsenden Aufgaben.
Ein Staat, der noch das kleinste Detail regeln will, muss das neue Recht eben auch administrieren…
11.02.2026, 16:18
(11.02.2026, 10:52)Die Spitze der Sozialkompetenz schrieb:(11.02.2026, 09:49)Freidenkender schrieb:(11.02.2026, 09:20)Patenter Gast schrieb:(10.02.2026, 23:17)Sonnenschein schrieb:(10.02.2026, 12:42)Patenter Gast schrieb: Aber ein Jurist, der nicht mal einen Fall im Examen sauber lösen konnte (daher die unterdurchschnittliche Note), fordert für sich selbstverständlich viel mehr. Warum? Weil er sich mehrere Jahre auf dem Weg in die Bib nicht verlaufen hat?
Diese Aussage ist an Arroganz kaum zu übertreffen. Leute die nicht gelernt haben sind auf dem Weg durch Zwischenprüfungen, Scheine usw. in der Regel aussortiert worden. Es kommt ohnehin nur ein gewisser %-Satz bis zum Examen und zweitem Examen... und zieht es auch wirklich durch und besteht es. Nicht selten hat man dabei auch Klausuren im ausreichenden (4-6P bspw.) Bereich dabei und din der mündlichen wird dann eben hochgeprüft. Nicht selten bei Leuten mit 6,5-9P der Fall. Zu behaupten diese Juristen, die dann ja irgendwo im oberen Befriedigend landen, können keine Fälle prüfen oder lösen ist sehr fragwürdig und völlig realitsfern. Gleiches gilt für Leute die im ausreichend verhungern. Kann auch einfach an einer unterschiedlich laufenden mündl. Prüfung liegen. Davon sind natürlich die 10% Überflieger die schriftlich schon bei 9P ausgenommen, aber die sind zumindest im zweiten Examen sehr selten statistisch... Nach der Aussage wären 80% der Volljuristen "zu blöd" einen Fall zu lösen. Und das bei 8 Klausuren, wo jeder mal einen Ausrutscher hat. Insgesamt sehr unangenehmer Post. Aber nicht selten unter Juristen. Leider enstpricht diese Aussage wirklich der Meineung einiger Juristen...
KollegInnen mit zweimal oberen befriedigend bekommen aber in aller Regel auch vernünftige Einstiegsgehälter und haben auch keine unterdurchschnittliche Notedu solltest dir noch einmal die Genese der Diskussion ansehen. Dort hat jemand behauptet, dass jeder Jurist pauschal mind. 60.000 Euro oder mehr Einstiegsgehalt bekommen sollte, weil (ich zitiere): "selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen."
Und sorry, das ist die pure Arroganz von Juristen. Das muss man mE schon einmal zurechtrücken. Juristen haben keinen Grund, dass sie sich als besonders toll, besser oder was auch immer gegenüber anderen Studiengängen empfinden sollten. Vor allem wenn die eigene Anspruchshaltung nicht zu den eigenen Leistungen passt.
Lies dir nochmal die Argumente durch von denen, die hier so hohe Einstiegsgehälter fordern. Keiner bringt ein Argument, was er/sie groß an Mehrwert für die Kanzlei liefern kann. Die Argumente sind "aber ich hatte so viel Stress", "ich habe so lange studiert" und "ein Arzt/Lehrer verdient auch gutes Geld". Das geht nun einmal an der Sache vorbei...
Danke!
Da kann ich mich nur anschließen. Als Jurist sollte man sich dieses „Privilegs“ des hohen Verdienstes bewusst sein. Dieses Privileg ist nicht selbstverständlich und steht auch nicht voll und ganz in Beziehung zur Leistung und dem gesellschaftlichen Mehrwert des Berufszweigs.
Es ist in Teilen ein Produkt aus gesellschaftlichem Ansehen und den Marktgegebenheiten, beeinflusst durch Faktoren wie etwa das Rechtsberatungsmonopol.
Ich verdiene auch sehr, sehr gut. Das hat aber nichts damit zu tun, ob und wie gut meine Leistungen im Vergleich zu anderen Berufszweigen sind.
Würde die Leistungen von uns Juristen im Vergleich auch als weniger beeindruckend und anspruchsvoll bezeichnen, als etwa die Leistungen in der medizinischen Forschung oder in der Physik. Und auch haben Ärzte (moralisch) grundsätzlich ein höheres Schmerzensgeld verdient, als wir Anwälte.
Wir bekommen natürlich trotzdem das höhere Schmerzensgeld (in der Spitze). Beklagen werde ich mich trotzdem nicht.
So moralisch überlegen finde ich die Ärzte Physiker auch wieder nicht.
Die Ärzte befassen sich hauptsächlich mit Alterskrankheiten. Wow ein Mittel gegen Alzheimer entdeckt… Klasse, diese Chemo verbesserr die Prognose um 3%… dieser Blutverdünner ist besser verträglich bei Diabetis II Patienten…
Und bei der Physik gabs nach der Quantenphysik auch keine coolen Dinge mehr.
Also ich lasse das Argument erst wieder gelten wenn wir endlich Zeitreisen können oder zumdinest durch medizinische Implantate zu Übermenschen werden können.
11.02.2026, 17:06
(11.02.2026, 14:54)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Ganz im Ernst: Mit knapp 4.000 EUR netto Einstiegsgehalt, bei ordentlicher Work-life-balance, Zulagen und Quasi Unkündbarkeit, kann ich verstehen, warum heutzutage die allermeisten Absolventen extrem scharf auf den öffentlichen Dienst sind und auch Verbeamtungen in A11 oder A12 inzwischen gerne mitgenommen werden. Als Einstiegschance und entsprechende langfristige Sicherheit. Und ganz im Ernst: Verdien auch das erstmal da draußen irgendwo zum Einstieg, was du in A11 oder A12 netto raus hast.
Nur biste mit A11/12 von den 4.000 netto auch weit entfernt. Bei A11 bist du nach Abzug der Krankenkasse eher bei 3.000 netto.
Und wenn du als Selbstständiger mit 110.000 Euro Gewinn nur auf 4.000 Euro netto kommst, solltest du mal besser deinen StB wechseln. Denn deine Kosten fürs Versorgungswerk sind voll steuerlich abzugsfähig und ein Teil deiner PKV-Kosten auch. Realistisch solltest du eher mit 5,5 netto rausgehen bei so einem Umsatz.
11.02.2026, 18:05
(10.02.2026, 21:04)Praktiker schrieb:(10.02.2026, 20:27)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 19:25)Patenter Gast schrieb:(10.02.2026, 19:03)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 18:50)Patenter Gast schrieb: Die KI sagt:
Assistenzarzt: 67.500 € – 86.600 €.
Facharzt: 89.100 € – 111.600 €.
Oberarzt: 111.600 € – 148.000 €.
Und das sind Leute, die weit überwiegend den 1,0-1,2er NC von Medizin geschafft haben. Und vor dem Job noch das PJ gemacht haben, 12 Monate für praktisch kein Geld.
Als Assistenzarzt schleifst du auch Stunden in der Klinik, da kannst du mit jedem GK Associate konkurrieren.
kommt drauf an, in welchem fach man arbeitet. die patho lässt um 17:00 den stift fallen. stimmt so aber sicherlich für andere fachrichtungen. ansonsten stimmt doch was ich sage - die ärzte verdienen offensichtlich gut. der unterschied zum juristen ist, dass man diese gehälter auch mit unterdurchschnittlichen noten verlässlich erzielen kann. es gibt krankenhäuser/fachbereiche, die ganz offen kommunizieren, dass die note völlig egal ist, solange man als arzt deutsch spricht
Der Pathologe... ach Herr Gott. Wenn du als Jurist Steuerrecht machst, ist deine Note auch relativ egal.
Ansonsten, wie viele Juristen haben 1,0er Abi? Arzt ist eben ein krasser Mangelberuf und stark nachgefragt. Was soll jetzt das Argument sein? Ein Arzt bekommt 70.000 Euro Gehalt, also will ich als Anwalt das auch haben?
wir wollen sachlich bleiben. mein argument ist, dass berufe, deren zugang staatlich geregelt ist, gut bezahlt werden und man als berufsausüber eine gute bezahlung bereits ob der reglementierung (verknappung) erwarten darf
Staatlich verknappt sind die Notare und die Vertragsärzte, die anderen sind nur reglementierte Berufe. Da geht es um den Schutz des Publikums und nicht den Schutz des Einkommens. Wer das zweite Staatsexamen, die Approbation oder was es sonst an Qualifikationen braucht mitbringt, kann loslegen.
Auch Physiotherapeuten haben einen geregelten Berufszugang, aber keine künstliche Verknappung. Schönes Beispiel, was die bloße Berufszugangsregelung für das Einkommen bedeutet: gar nichts.
Alles was aus obigen Beispielen deutlich wird, ist dass Ärzte dringender gesucht werden als Juristen mit entsprechenden Folgen für das Einkommen. Das kann sich auch umkehren, sieht aber momentan nicht danach aus.
ist doch egal, was der zweck ist. faktisch findet eine verknappung statt, wenn 1000 studenten anfangen und am ende nur ein paar als volljuristen übrig bleiben, weil das 1. und 2. examen den rest aussiebt. ich meine, dass bei physiotherapeuten weniger ausgesiebt wird, weiß es aber nicht genau. volljuristen wachsen, genauso wie ärzte, nicht auf bäumen. das sollte man als berufseinsteiger zu seinen gunsten verwenden. mehr wollte ich nicht aussagen. 4.000 netto zum einstieg als untergrenze ist schwachsinn
11.02.2026, 18:29
Der Staat ist ohne Zweifel sehr attraktiv, wobei man natürlich neben Verbeamtung und TV und auch die konkrete Dienststelle beachten muss. Im Ministerium/Oberbehörde kann es als Berufseinsteiger schon angenehmer sein, als bspw. in einem kleineren Rechtsamt, wo man direkt an die Front geschmissen wird und sehr viel Verantwortung trägt und sich in diverse Rechtsbereiche schnell einarbeiten muss. Zum Beispiel im Vergabe- und Baurecht, denn auch kleinere Kommunen müssen Schulen und KiTas renovieren/bauen oder teure Projekte im Tiefbau begleiten. Hier E13 ist dann wiederum etwas anderes als in einer großen Behörde, wo anfangs ein, zwei Akten bearbeitet und die Chance hat sukzessiv eingearbeitet zu werden bzw. die ersten Wochen erst einmal Fortbildungen im Datenschutz o.ä. macht.
11.02.2026, 18:36
(11.02.2026, 18:05)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 21:04)Praktiker schrieb:(10.02.2026, 20:27)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 19:25)Patenter Gast schrieb:(10.02.2026, 19:03)kumpelanton schrieb: kommt drauf an, in welchem fach man arbeitet. die patho lässt um 17:00 den stift fallen. stimmt so aber sicherlich für andere fachrichtungen. ansonsten stimmt doch was ich sage - die ärzte verdienen offensichtlich gut. der unterschied zum juristen ist, dass man diese gehälter auch mit unterdurchschnittlichen noten verlässlich erzielen kann. es gibt krankenhäuser/fachbereiche, die ganz offen kommunizieren, dass die note völlig egal ist, solange man als arzt deutsch spricht
Der Pathologe... ach Herr Gott. Wenn du als Jurist Steuerrecht machst, ist deine Note auch relativ egal.
Ansonsten, wie viele Juristen haben 1,0er Abi? Arzt ist eben ein krasser Mangelberuf und stark nachgefragt. Was soll jetzt das Argument sein? Ein Arzt bekommt 70.000 Euro Gehalt, also will ich als Anwalt das auch haben?
wir wollen sachlich bleiben. mein argument ist, dass berufe, deren zugang staatlich geregelt ist, gut bezahlt werden und man als berufsausüber eine gute bezahlung bereits ob der reglementierung (verknappung) erwarten darf
Staatlich verknappt sind die Notare und die Vertragsärzte, die anderen sind nur reglementierte Berufe. Da geht es um den Schutz des Publikums und nicht den Schutz des Einkommens. Wer das zweite Staatsexamen, die Approbation oder was es sonst an Qualifikationen braucht mitbringt, kann loslegen.
Auch Physiotherapeuten haben einen geregelten Berufszugang, aber keine künstliche Verknappung. Schönes Beispiel, was die bloße Berufszugangsregelung für das Einkommen bedeutet: gar nichts.
Alles was aus obigen Beispielen deutlich wird, ist dass Ärzte dringender gesucht werden als Juristen mit entsprechenden Folgen für das Einkommen. Das kann sich auch umkehren, sieht aber momentan nicht danach aus.
ist doch egal, was der zweck ist. faktisch findet eine verknappung statt, wenn 1000 studenten anfangen und am ende nur ein paar als volljuristen übrig bleiben, weil das 1. und 2. examen den rest aussiebt.
Naja, die aktuellen 8.000-9.000 Volljuristen/pro Jahr sind eigentlich deutlich zu viel. Keine KI, viel Bürokratie, brummende Wirtschaft und größer werdender ÖD = sehr gut für Volljuristen. Wenn auch nur ein Parameter davon ausfällt: man merkt es sofort sehr stark. jedenfalls, wenn man nicht VB oder hohes B. hat
11.02.2026, 18:55
(11.02.2026, 18:05)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 21:04)Praktiker schrieb:(10.02.2026, 20:27)kumpelanton schrieb:(10.02.2026, 19:25)Patenter Gast schrieb:(10.02.2026, 19:03)kumpelanton schrieb: kommt drauf an, in welchem fach man arbeitet. die patho lässt um 17:00 den stift fallen. stimmt so aber sicherlich für andere fachrichtungen. ansonsten stimmt doch was ich sage - die ärzte verdienen offensichtlich gut. der unterschied zum juristen ist, dass man diese gehälter auch mit unterdurchschnittlichen noten verlässlich erzielen kann. es gibt krankenhäuser/fachbereiche, die ganz offen kommunizieren, dass die note völlig egal ist, solange man als arzt deutsch spricht
Der Pathologe... ach Herr Gott. Wenn du als Jurist Steuerrecht machst, ist deine Note auch relativ egal.
Ansonsten, wie viele Juristen haben 1,0er Abi? Arzt ist eben ein krasser Mangelberuf und stark nachgefragt. Was soll jetzt das Argument sein? Ein Arzt bekommt 70.000 Euro Gehalt, also will ich als Anwalt das auch haben?
wir wollen sachlich bleiben. mein argument ist, dass berufe, deren zugang staatlich geregelt ist, gut bezahlt werden und man als berufsausüber eine gute bezahlung bereits ob der reglementierung (verknappung) erwarten darf
Staatlich verknappt sind die Notare und die Vertragsärzte, die anderen sind nur reglementierte Berufe. Da geht es um den Schutz des Publikums und nicht den Schutz des Einkommens. Wer das zweite Staatsexamen, die Approbation oder was es sonst an Qualifikationen braucht mitbringt, kann loslegen.
Auch Physiotherapeuten haben einen geregelten Berufszugang, aber keine künstliche Verknappung. Schönes Beispiel, was die bloße Berufszugangsregelung für das Einkommen bedeutet: gar nichts.
Alles was aus obigen Beispielen deutlich wird, ist dass Ärzte dringender gesucht werden als Juristen mit entsprechenden Folgen für das Einkommen. Das kann sich auch umkehren, sieht aber momentan nicht danach aus.
ist doch egal, was der zweck ist. faktisch findet eine verknappung statt, wenn 1000 studenten anfangen und am ende nur ein paar als volljuristen übrig bleiben, weil das 1. und 2. examen den rest aussiebt.
Problem ist halt nur, dass Rechtswissenschaften eines der Fächer mit der niedrigsten Abbruchquote ist. Da wird also weniger ausgesiebt als in anderen Fächern
du hast somit gar keine Verknappung. Das einzige was du hast, ist das etwas anachronistische Modell des Staatsexamens. Aber mein Gott, Tierärzte haben auch ein Staatsexamen.
11.02.2026, 21:59
(11.02.2026, 17:06)Patenter Gast schrieb:(11.02.2026, 14:54)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Ganz im Ernst: Mit knapp 4.000 EUR netto Einstiegsgehalt, bei ordentlicher Work-life-balance, Zulagen und Quasi Unkündbarkeit, kann ich verstehen, warum heutzutage die allermeisten Absolventen extrem scharf auf den öffentlichen Dienst sind und auch Verbeamtungen in A11 oder A12 inzwischen gerne mitgenommen werden. Als Einstiegschance und entsprechende langfristige Sicherheit. Und ganz im Ernst: Verdien auch das erstmal da draußen irgendwo zum Einstieg, was du in A11 oder A12 netto raus hast.
Nur biste mit A11/12 von den 4.000 netto auch weit entfernt. Bei A11 bist du nach Abzug der Krankenkasse eher bei 3.000 netto.
Und wenn du als Selbstständiger mit 110.000 Euro Gewinn nur auf 4.000 Euro netto kommst, solltest du mal besser deinen StB wechseln. Denn deine Kosten fürs Versorgungswerk sind voll steuerlich abzugsfähig und ein Teil deiner PKV-Kosten auch. Realistisch solltest du eher mit 5,5 netto rausgehen bei so einem Umsatz.
Schön wärs.
110.000 Gewinn.
Davon gehen 18,6% ans Versorgungswerk: 20.460 €
Von diesen 89.540 EUR gehen dann Sozialversicherungen ab.
Bei der TK in der gesetzlichen 16,29% Kranken- und 4, 2% Pflegeversicherung, insgesamt aufgerundet 14.600 EUR p.A.
Bleiben gerundet 75.000 zu versteuerndes Einkommen. Davon gehen rund 20.000 EKS steuer ab, sodass du am Ende bei rund 55.000 EUR netto auskommst, was 4.400 EUR p.M. entspricht. Die 4.000 netto knackt man indes bereits ab rund 100.000 EUR Gewinn. Aber man setze das mal in Relation.
Um bei etwa 5.500 Netto p.M. rauszukommen muss ein Gewinn von rund 150.000 EUR stehen
Mit PKV mag man in jüngeren Jahren weniger Abzüge haben, aber PKV oder doch GKV ist wiederum eine Diskussion für sich.
Und nicht zu vergessen: Auf das alles kommen auch noch die individuellen Betriebskosten drauf, die ebenso erwirtschaftet werden wollen.
11.02.2026, 22:25
Wenn du jetzt aber mit Betriebskosten anfängst Kapitel dann passt der Begriff Gewinn am Anfang nicht mehr



du solltest dir noch einmal die Genese der Diskussion ansehen. Dort hat jemand behauptet, dass jeder Jurist pauschal mind. 60.000 Euro oder mehr Einstiegsgehalt bekommen sollte, weil (ich zitiere): "selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen."