12.12.2025, 14:18
(12.12.2025, 13:23)Sonnenschein schrieb:(12.12.2025, 13:05)advocatus diaboli schrieb: Examensnoten sind einfach ein guter Anknüpfungspunkt, um Rückschlüsse in Bezug auf das juristische Können und die Disziplin zu ziehen. Hat sich jemand im Ref/als WiMi bewährt, dann braucht man die Examensnoten nicht mehr heranzuziehen, weil man die Person selbst beurteilen kann. Ich kenne persönlich jemand, der mit einem ganz knappen befriedigend im zweiten Examen Associate in einer GK ist, weil er als WiMi und Ref einfach sehr gute Arbeit geleistet hat und da war, wenn Überstunden gemacht werden mussten.Von solchen Fällen habe ich vor ein paar Jahren auch noch vermehrt gehört bzw. als Wismit in der Kanzlei selbst mitbekommen. Aber das ist eben ein großer Unterschied zu dem aktuellen Markt, da nützt auch fleiß wenig, außer man hat ohnehin ein sehr gutes Profil. Da wurden auch noch Leute mit 7,x im zweiten eingestellt, wenn Sie im Team beliebt waren oder beim Partner eben. Für mich haben sich z.B. mehrere Partner und Counsel eingesetzt die ich aus den Stationen kannte und das Headquater in London hat trotzdem Nein gesagt, da die Note nicht gut genug war und die derzeitige Konkurrenz viel zu stark. Und das war in einer in diesem Forum vielleicht als T2 oder eher T3 einzustufende Kanzlei. Ähnlich ging es übrigens einem Kollegen auch in diesem Jahr mit vb + 8P bei einer T1 Kanzlei, der musste Verbessern auf 9+ oder er wäre nicht eingestellt worden als Associate, trotz mehreren Jahren Wismit und entsprechenden Stationen. Die meisten Leute hier im Forum habe ein veraltetes Bild von der Marktlage, zumindest für Berufseinsteiger.
Der Fall ist knapp ein Jahr her, liegt also nicht in allzu weiter Vergangenheit. Der Markt hat sich sicherlich nochmal verschlechtert, aber ich denke, der Kollege wäre auch in diesem Jahr Associate geworden. Ihm kam sicherlich zugute, dass es schon ein sehr nieschiges Rechtsgebiet ist und da Spezialkenntnisse deutlich mehr bringen als gute Examina.
In Bezug auf deine eigene Geschichte haben dir die Partner das vielleicht auch einfach nur erzählt - ohne dir zu nahe treten zu wollen. Grundsätzlich operieren die deutschen Gesellschaften weitestgehend unabhängig und halten zu solchen Themen nicht Rücksprache mit der "Muttergesellschaft". Außer es handelt sich um eine Kanzlei, die die Zügel da extrem anzieht.
12.12.2025, 14:44
(12.12.2025, 14:18)advocatus diaboli schrieb:(12.12.2025, 13:23)Sonnenschein schrieb:(12.12.2025, 13:05)advocatus diaboli schrieb: Examensnoten sind einfach ein guter Anknüpfungspunkt, um Rückschlüsse in Bezug auf das juristische Können und die Disziplin zu ziehen. Hat sich jemand im Ref/als WiMi bewährt, dann braucht man die Examensnoten nicht mehr heranzuziehen, weil man die Person selbst beurteilen kann. Ich kenne persönlich jemand, der mit einem ganz knappen befriedigend im zweiten Examen Associate in einer GK ist, weil er als WiMi und Ref einfach sehr gute Arbeit geleistet hat und da war, wenn Überstunden gemacht werden mussten.Von solchen Fällen habe ich vor ein paar Jahren auch noch vermehrt gehört bzw. als Wismit in der Kanzlei selbst mitbekommen. Aber das ist eben ein großer Unterschied zu dem aktuellen Markt, da nützt auch fleiß wenig, außer man hat ohnehin ein sehr gutes Profil. Da wurden auch noch Leute mit 7,x im zweiten eingestellt, wenn Sie im Team beliebt waren oder beim Partner eben. Für mich haben sich z.B. mehrere Partner und Counsel eingesetzt die ich aus den Stationen kannte und das Headquater in London hat trotzdem Nein gesagt, da die Note nicht gut genug war und die derzeitige Konkurrenz viel zu stark. Und das war in einer in diesem Forum vielleicht als T2 oder eher T3 einzustufende Kanzlei. Ähnlich ging es übrigens einem Kollegen auch in diesem Jahr mit vb + 8P bei einer T1 Kanzlei, der musste Verbessern auf 9+ oder er wäre nicht eingestellt worden als Associate, trotz mehreren Jahren Wismit und entsprechenden Stationen. Die meisten Leute hier im Forum habe ein veraltetes Bild von der Marktlage, zumindest für Berufseinsteiger.
Der Fall ist knapp ein Jahr her, liegt also nicht in allzu weiter Vergangenheit. Der Markt hat sich sicherlich nochmal verschlechtert, aber ich denke, der Kollege wäre auch in diesem Jahr Associate geworden. Ihm kam sicherlich zugute, dass es schon ein sehr nieschiges Rechtsgebiet ist und da Spezialkenntnisse deutlich mehr bringen als gute Examina.
In Bezug auf deine eigene Geschichte haben dir die Partner das vielleicht auch einfach nur erzählt - ohne dir zu nahe treten zu wollen. Grundsätzlich operieren die deutschen Gesellschaften weitestgehend unabhängig und halten zu solchen Themen nicht Rücksprache mit der "Muttergesellschaft". Außer es handelt sich um eine Kanzlei, die die Zügel da extrem anzieht.
Also ich bin ja inzwischen auf der Einstellerseite, daher berichte ich nicht nur aus der dunklen Vergangenheit, sondern auch aus der Gegenwart.
Wie gesagt, es gibt Kanzleien mit starren Notengrenzen. Es gibt teilweise Notengrenzen, an denen nach meinem Wissen eisern festgehalten wird. Da bist du mit 0,1 weniger draußen, egal was war. Aber es gibt genauso GKs mit flexibleren Notengrenzen.
Generell waren meine Anmerkungen auch mehr auf die Kolleginnen und Kollegen bezogen, die hier schreiben mit 8 Punkten oder Prädikat, die aber keinen Job finden und bei denen die Ref Stationen absagen. Viele hinterfragen ihr Verhalten gar nicht, sondern machen es ausschließlich an den Noten fest, Als ob sie mit 0,5 Punkten mehr doch den Job bekommen hätten, aber so läuft das in der Praxis eben oft nicht.
22.01.2026, 00:47
(26.10.2025, 15:49)ElSpiritoFrischGezapft schrieb:Ein Richter verdient deutlich mehr als ein Lehrer: das Gehalt R1 bzw. A 13 beginnt zwar ähnlich aber auch ohne Beförderung in R 1 bewegt sich das Richtergehalt auf der höchsten Stufe über dem Niveau A 15 und in R 2 exakt vergleichbar damit. Das ist schon ein ziemlich erheblicher unterschied. Und ich glaube du betrachtest es falsch herum. Lehrer ist ein wirklich ordentlich bezahlter Beruf, sofern man verbeamtet ist. Und auch Klempner müssen nicht schlecht verdienen. Dass es aber gerade in Jura extreme Spannbreiten gibt sollte niemanden verwundern. Aber auch hier gilt wer sich anstrengt wird ein zumindest sehr solides Gehalt erzielen.(26.10.2025, 13:49)BetterLearnAll25 schrieb:(25.10.2025, 20:03)Greif schrieb:(25.10.2025, 19:47)ElSpiritoFrischGezapft schrieb:(25.10.2025, 11:33)Sonnenschein schrieb: Deutschland hat sich Wohlstand aufgebaut indem es Innovative, bspw. Stahl- und Chemieunternehmen hatte. Noch dazu die wohl größte Branche, die Automobil- und Automobilzulieferer. Nun geht der Trend in den letzten Jahren wohl in Richtung E-Autos und da haben sich andere Länder einfach besser geschlagen. Die Konkurrenz ist mittlerweile zu gut geworden, oder zumindest deutlich günstiger bei etwas schlechterer Qualität, siehe BYD, Tesla etc. Für die Konzerne lohnt sich Deutschland lange nicht mehr Standort, es werden die Produktionen ins Ausland verlagert wo es günstiger ist und einige Unternhemen (siehe Boom im M&A) ins Ausland verkauft und nach und nach dorthin verlagert. Ich finde es spannend, wie viele Leute mit KI oder dem Softwarebereich argumentieren. Deutschland war nie stark im Softwarebereich aufgestellt im Vergleich zu anderen Ländern. Der Kampf ist seit 30 Jahren gegen die USA/Asien verloren, da hätte man deutlich mehr forschen und fördern müssen.
Erschreckend ist es für jemanden wie mich, der grade 8 Jahre Jurastudium und Ref hinter sich hat und vor einer zusammenbrechenden Wirtschaft steht. Da kann man als Jurist rein gar nichts dran ändern. Man ist abhängig von dem Erfolg der Wirtschaft (zumindest in den wirtschaftrechtlichen Bereichen). Klar, Familienrecht und Verkehrsrecht geht immer irgendwie, aber das will ja auch nicht jeder machen... Noch dazu hat man nicht die Möglichkeit auszuwandern oder nur sehr bedingt. Das geht als Itler oder mit den Nawis deutlich einfacher. Eine Bekannte ist eine erfolgreiche Forscherin in Chemie/Biobereich und konnte für ein Institut nach Neuseeland auswandern. Sowas wird für mich (egal wie gut ich bin) wohl unrealistisch bleiben.
Ich kann Dir - falls Du nichts finden solltest - nur zu einer Umschulung raten. Wird ein Kollege von mir auch machen. Ist natürlich 'ne bittere Pille nach 8 oder 9 Jahren unfassbar psychisch belastender und teils auch traumatisierender Ausbildung. Man muss sich schon im Examen erniedrigen lassen, im Ref geht das dann weiter in der AG (man wird behandelt wie ein Grundschüler, jedes Verhalten wird benotet) und dann mündet das Ganze in einer schönen Abschlusserniedrigung. Kenne wirklich viele, die daran kaputt gehen. Und dann stellt man fest, dass der Arbeitsmarkt für viele so ist, dass sie entweder keinen Job kriegen und auf Bürgergeld hocken oder sich was anderes suchen müssen, während die ehemaligen Schulkollegen schon seit 6 Jahren im Job sind, nach 3 Jahren ziemlich entspannten Studiums. Immerhin kann man sich darauf einstellen, dass es nach dem Zweiten Examen nicht noch schlechter werden kann (wie auch?). Bin ein bisschen abgeschweift aber kann grundsätzlich nur raten, sich was anderes zu suchen. KIs dürften viele rechtsberatende Tätigkeiten in den nächsten 10 Jahren locker besser machen. Bis dahin ist die Wirtschaft dann noch mehr im Eimer. Gute Zeiten kommen auf die Juristerei zu.
Stimme dir in allem zu, für viele hier dürfte eine Umschulung (Pflege?) eine gute Idee sein.
Find ich richtig interessant, wie schnell das vermeintliche "elitäre Selbstverständnis" der Juristen trotz aller Rückschläge die man während Studium und Ref. verarbeitet hat, am Ende so schnell zusammenfällt. Ich habe Freunde, die Studiengänge gewählt haben, wo von Anfang klar war, dass es gut und gerne zwei Jahre dauert, bis die in ihrem Bereich in Brot und Lohn sind und es auch geschafft haben. Hier wird zu schnell aufgegeben, oder einfach nur Kalkül um potentielle Konkurrenten loszuwerden? Da müsste man ja gerade jedem Jurastudendem sagen: "lass es, findest eh nix."
Keine Ahnung, woher das "elitäre Selbstverständnis" auch kommen sollte. Ein Richter verdient genauso viel wie ein Lehrer. Und auch die meisten Anwälte verdienen nicht mehr, als viele andere Berufsgruppen. Das Durchschnittsgehalt wird nur von den paar Großkanzleianwälten hochgetrieben. Kenne viele Klempner, die deutlich mehr verdienen als so mancher Anwalt. Also woher sollte so ein Selbstverständnis kommen? Es ist vielmehr an der Zeit, sich der Realität anzupassen.
22.01.2026, 12:57
Gefühlt entspannt sich der juristische Arbeitsmarkt momentan wieder ein wenig. Zumindest kommen wieder öfter Headhunter Anfragen zu Legal Counsel Stellen (Bereich Bau) bei mir rein.
22.01.2026, 15:16
(22.01.2026, 12:57)Arion schrieb: Gefühlt entspannt sich der juristische Arbeitsmarkt momentan wieder ein wenig. Zumindest kommen wieder öfter Headhunter Anfragen zu Legal Counsel Stellen (Bereich Bau) bei mir rein.
Juristen mit Berufserfahrung waren dauerhaft ähnlich gefragt. Schwierig haben es jedoch Berufseinsteiger. Keiner will sich jemand ans Bein binden um ihn jahrelang anzulernen in einem Spezialbereich.
23.01.2026, 12:55
teilweise ist hier der Pessimismus schon stark ausgeprägt. Am Ende gehen die Babyboomer alle in Rente und es kommen weniger Bewerber nach, die Eingangszahlen beim Jurastudium sind schon länger rückläufig. In knapp 10 Jahren werden viele kleine Mittelständler händeringend Nachfolger suchen, wo wir mit 3-10 Jahren Berufserfahrung eine ideale Verhandlungspostion haben.
Am Ende ist es doch so: Selbst in den 90igern haben es gute Kandidaten und wirtschaftlich bewanderte Juristen auch geschafft eine sehr lukrative Tätigkeit aufzubauen. Auch KI wird daran nichts ändern.
Im Ref habe ich mittlerweile so viele grottige RA-Schreiben gesehen von nicht unerfolgreichen Anwälten. Solange die sich am Markt halten mache ich mir keine Sorgen...
Am Ende ist es doch so: Selbst in den 90igern haben es gute Kandidaten und wirtschaftlich bewanderte Juristen auch geschafft eine sehr lukrative Tätigkeit aufzubauen. Auch KI wird daran nichts ändern.
Im Ref habe ich mittlerweile so viele grottige RA-Schreiben gesehen von nicht unerfolgreichen Anwälten. Solange die sich am Markt halten mache ich mir keine Sorgen...
23.01.2026, 14:52
(23.01.2026, 12:55)wroxbalker schrieb: teilweise ist hier der Pessimismus schon stark ausgeprägt. Am Ende gehen die Babyboomer alle in Rente und es kommen weniger Bewerber nach, die Eingangszahlen beim Jurastudium sind schon länger rückläufig. In knapp 10 Jahren werden viele kleine Mittelständler händeringend Nachfolger suchen, wo wir mit 3-10 Jahren Berufserfahrung eine ideale Verhandlungspostion haben.
Am Ende ist es doch so: Selbst in den 90igern haben es gute Kandidaten und wirtschaftlich bewanderte Juristen auch geschafft eine sehr lukrative Tätigkeit aufzubauen. Auch KI wird daran nichts ändern.
Im Ref habe ich mittlerweile so viele grottige RA-Schreiben gesehen von nicht unerfolgreichen Anwälten. Solange die sich am Markt halten mache ich mir keine Sorgen...
Aber die meisten Boomerjobs bestehen doch nur, weil die Boomer noch da sind. Diese Stellen werden doch nicht neu ausgeschrieben. Da wird outgesourced und eingeebnet.
Und dann kommt hinzu, dass es vor allem Gen Xler sind, die gerade auf die für Juristen gute Stellen sitzen. Ich habe in der Ausbildung gar keine Boomer gehabt. Alles Millenials oder Gen X. Und die haben noch Jahrzehnte vor sich.
Wir haben hier im Unternehmen noch paar Boomer, die in einem Jahr weg sind. Das Unternehmen wird diese Stellen nicht nachbesetzen.
23.01.2026, 22:32
(23.01.2026, 12:55)wroxbalker schrieb: teilweise ist hier der Pessimismus schon stark ausgeprägt. Am Ende gehen die Babyboomer alle in Rente und es kommen weniger Bewerber nach, die Eingangszahlen beim Jurastudium sind schon länger rückläufig. In knapp 10 Jahren werden viele kleine Mittelständler händeringend Nachfolger suchen, wo wir mit 3-10 Jahren Berufserfahrung eine ideale Verhandlungspostion haben.Weiß nicht wieso du auf kleine Mittelständler abzielst. Ich arbeite bei einem naja Mittelständler und die Realität ist, dass überwiegend Wirtschaftjuirsten eingestellt werden, weil Volljuristen zu teuer sind :D (bis auf den Head of vielleicht oder ausnahmsweise einen "günstigen" syndikus). Die wenigen Klageverfahren werden ohnehin extern an Kanzleien vergeben, wozu dann so viele Volljuristen ins (kleine!) Unternehmen holen. Das machen vielleicht Konzerne mit 20.000 Mitarbeitern für Spezialbereiche
Am Ende ist es doch so: Selbst in den 90igern haben es gute Kandidaten und wirtschaftlich bewanderte Juristen auch geschafft eine sehr lukrative Tätigkeit aufzubauen. Auch KI wird daran nichts ändern.
Im Ref habe ich mittlerweile so viele grottige RA-Schreiben gesehen von nicht unerfolgreichen Anwälten. Solange die sich am Markt halten mache ich mir keine Sorgen...
23.01.2026, 23:48
(23.01.2026, 14:52)NRW556 schrieb:(23.01.2026, 12:55)wroxbalker schrieb: teilweise ist hier der Pessimismus schon stark ausgeprägt. Am Ende gehen die Babyboomer alle in Rente und es kommen weniger Bewerber nach, die Eingangszahlen beim Jurastudium sind schon länger rückläufig. In knapp 10 Jahren werden viele kleine Mittelständler händeringend Nachfolger suchen, wo wir mit 3-10 Jahren Berufserfahrung eine ideale Verhandlungspostion haben.
Am Ende ist es doch so: Selbst in den 90igern haben es gute Kandidaten und wirtschaftlich bewanderte Juristen auch geschafft eine sehr lukrative Tätigkeit aufzubauen. Auch KI wird daran nichts ändern.
Im Ref habe ich mittlerweile so viele grottige RA-Schreiben gesehen von nicht unerfolgreichen Anwälten. Solange die sich am Markt halten mache ich mir keine Sorgen...
Aber die meisten Boomerjobs bestehen doch nur, weil die Boomer noch da sind. Diese Stellen werden doch nicht neu ausgeschrieben. Da wird outgesourced und eingeebnet.
Und dann kommt hinzu, dass es vor allem Gen Xler sind, die gerade auf die für Juristen gute Stellen sitzen. Ich habe in der Ausbildung gar keine Boomer gehabt. Alles Millenials oder Gen X. Und die haben noch Jahrzehnte vor sich.
Wir haben hier im Unternehmen noch paar Boomer, die in einem Jahr weg sind. Das Unternehmen wird diese Stellen nicht nachbesetzen.
Völlig off-topic nun, aber ich finde es sehr interessant, wie dieses Generationendenken in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Den Post da oben hätte die Mehrheit vor 10-15 Jahren gar nicht verstanden (weil der Kuchen da auch noch groß genug war).
24.01.2026, 10:47
(24.01.2026, 10:43) schrieb:(22.01.2026, 15:16)ForumBenutzer schrieb:(22.01.2026, 12:57)Arion schrieb: Gefühlt entspannt sich der juristische Arbeitsmarkt momentan wieder ein wenig. Zumindest kommen wieder öfter Headhunter Anfragen zu Legal Counsel Stellen (Bereich Bau) bei mir rein.
Juristen mit Berufserfahrung waren dauerhaft ähnlich gefragt. Schwierig haben es jedoch Berufseinsteiger. Keiner will sich jemand ans Bein binden um ihn jahrelang anzulernen in einem Spezialbereich.
Genau das. Aus Arbeitgebersicht sind die Opportunitätskosten einfach hoch. Das wird von den meisten Berufseinsteigern völlig unterschätzt. Wenn ein Anfänger realistisch vielleicht 60-65 k Umsatz bringt, während jemand mit Erfahrung das mehrfache davon erwirtschaftet, ist das keine Wertungsfrage, sondern rein betriebswirtschaftlich betrachtet.
Wir sehen aktuell oft Einsteiger, die faktisch erwarten, dass ihr Examen an sich vergütet wird. Inhaltlich bringen sie zum Start aber wenig mit, was unmittelbar abrechenbar ist. Gehalt orientiert sich an dem, was man einbringt, nicht daran, dass man zwei Staatsexamina bestanden hat (hat hier übrigens jeder, danke).
Aus Arbeitgebersicht ist die Zulassung eine reine Eintrittskarte, keine Rechtfertigung für ein dickes Einstiegsgehalt. Mehr Umsatzerwartung, mehr Geld. Wird in der Regel ausgeblendet.
Und obendrauf kommt dann nicht selten noch die patzige Ansage, man habe ja zehn Jahre studiert und brauche deshalb 75 k zum Einstieg. Das sind 94 k Arbeitgeberkosten, ohne dass sich die Person am Overhead der Kanzlei beteiligt wurde auch nur in die Nähe eines Überschusses kommt, also für die Kanzlei lukrativ ist. Dann ist die Überraschung groß, wenn nach sechs Monaten im Review eröffnet wird, dass man komplett defizitär läuft und die Probezeit nicht besteht. Mit weniger Gehalt hätte es nicht so einen heftigen Umsatzdruck.
Das reine VB garantiert auch erst mal keinen hohen Umsatz. Berufserfahrung ist hier wichtiger, da sich die Einsteiger dann schon die ersten Hörner abgestoßen haben und etwas realistischer geworden sind.
Ich erwarte definitiv kein 75K Einstiegsgehalt. Aber schon mehr als 3.000€ brutto 😅


