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  5. Traum von der Justiz geplatzt
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Traum von der Justiz geplatzt
jurah1
Junior Member
**
Beiträge: 1
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
#1
22.12.2025, 20:57
Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

Bin dankbar über jeden Austausch.
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Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:

https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php

Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
 
NRW556
Member
***
Beiträge: 81
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2024
#2
22.12.2025, 21:35
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

Bin dankbar über jeden Austausch.

Gibt es nicht Länder wo man in der Summe nur 16 oder 6,5 für die StA benötigt? Ist zwar nur StA aber ein Wechsel könnte doch dann theoretisch möglich sein.

Und an sich zeigen solche Schicksale immer wie ungerecht  und verfehlt doch dieser Notenfetisch ist. Glaube nicht, dass du  wesentlich mehr zeitliche Probleme mit dem schnellen Lesen von Verkehrsunfallakten haben wirst, als jemand mit 8,50 im zweiten und das dadurch die Qualität der Rechtsprechung darunter leiden würde.
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Drin
Senior Member
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Beiträge: 345
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2022
#3
22.12.2025, 22:10
(22.12.2025, 21:35)NRW556 schrieb:  
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

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Gibt es nicht Länder wo man in der Summe nur 16 oder 6,5 für die StA benötigt? Ist zwar nur StA aber ein Wechsel könnte doch dann theoretisch möglich sein.

Und an sich zeigen solche Schicksale immer wie ungerecht  und verfehlt doch dieser Notenfetisch ist. Glaube nicht, dass du  wesentlich mehr zeitliche Probleme mit dem schnellen Lesen von Verkehrsunfallakten haben wirst, als jemand mit 8,50 im zweiten und das dadurch die Qualität der Rechtsprechung darunter leiden würde.


In Niedersachsen. können 6,5 Punkte reichen.
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Jura2015
Member
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Beiträge: 74
Themen: 3
Registriert seit: Mar 2023
#4
22.12.2025, 22:22
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

Bin dankbar über jeden Austausch.

Wie wäre es vielleicht mit dem öffentlichen Dienst im innenressort ? Hier sind es oft die zweimal befriedigend als Notenvoraussetzung. Je nach Bundesland kann man hier richtig vielfältig arbeiten. Alles Gute!
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JurisRef
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Beiträge: 122
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Registriert seit: Dec 2023
#5
23.12.2025, 00:01
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

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Mir geht es ähnlich. Habe mich bei zwei Bundesländern beworben. Meine Noten gehen eigentlich voll klar (leider nur 7,24 im 1., aber dafür im 2. 8,61). Habe aber bei beiden Bundesländern eine Absage bekommen und hoffe nun auf den Verbesserungsversuch, da ich auch nicht weg von der Heimat will. Will auch keine Anwältin werden, zumal in meiner Region etwas über 3.000€ Einstiegsgehalt normal dort sind. Die Anwaltsstation im Ref waren für mich eine Qual und ich war froh als es vorbei war. Versteh dich. Du wolltest es unbedingt und dann wird alles durch die Noten bestimmt und gerade in der Justiz gibt es so viele Bewerber. Falls es dir egal ist, wo. Dann informier dich über die Bundesländer. Einige verlangen lediglich eine Summe aus beiden Examina und haben auch schlechter nicht als Ausschlusskriterium. Berufserfahrung etc. kann da auch vlt was retten. Ich drücke dir die Daumen
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Spencer
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#6
23.12.2025, 10:54
Ich weiss von einem Fall, in dem 6,5 P. im Zweiten nach 10 Jahren Tätigkeit in der Freien Wirtschaft für die Richterbank (Ordentliche, Niedersachsen) gereicht haben. 

Das ist jetzt aber auch schon mind. 5 Jahre her und dürfte im Moment schwieriger sein.

Allerdings zeigt der Fall, dass die Marktlage sich auch wieder ändern kann und du mit 6,5 P.  nicht für alle Zeiten aus dem Rennen bist. Zumal die grosse Pensionierungswelle immer noch anrollt und der Staat mit den neuen Millionen aus dem Pakt für den Rechtsstaat bald wieder mehr einstellen dürfte.

Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings auch sagen, dass das Richteramt zwar weiterhin einen hohen gesellschaftlichen Status verspricht, aber dahinter auch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Ein beruflich erfülltes Leben ausserhalb der Justiz ist möglich 😉
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.12.2025, 11:06 von Spencer.)
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Egal_
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#7
23.12.2025, 11:32
Kopf hoch. Wie du selbst vermutest, sieht die Welt für dich erstmal schlimmer aus als sie ist. Du warst bisher in einer GK, vermutlich auch während der Anwaltsstation. In MK in (teilweise) und KK (definitv) sieht das Anwaltsleben jedoch anders aus. 
Bevor du das Anwaltsdasein komplett ausschließt, würde ich mir daher Erfahrungsberichte von anderen anhören und ggf. mal reinschnuppern, ob das nicht doch etwas für dich wäre.

Abseits dessen und der Justiz gibt es vielfältige Wege, die man nach dem 2. StEx einschlagen kann. Ich übernehme jetzt nicht das Googeln für dich, weiß aber, dass es auf den bekannten juristischen Seiten wie LTO, Azur etc. Artikel dazu gibt, in denen verschiedene Berufe vorgestellt werden. Schau dort mal zur Inspiration rein. Unternehmen, Start Ups, Verwaltung, NGOs, Versicherungen, Fußballvereine, Zeitung, Fernsehen um nur mal einige Beispiele zu nennen, in denen Juristen in verschiedenen Bereichen tätig sind. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
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Exam24NRW
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#8
09.01.2026, 15:54
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich dein deianders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

Bin dankbar über jeden Austausch.

Dein Traum von der Justiz ist mit diesen Noten nicht geplatzt. Du musst nur für dich entscheiden, ob dir der Job wichtiger ist als der Wohnort. Thüringen stellt zB ab 6.5 im zweiten ein. Du kannst da mit deinem ersten Examen sicher viel ausgleichen. Ruf da doch einfach mal an?! Alle Justizverwaltungen sind recht auskunftsfreudig. Ansonsten kannst du auch versuchen dich in Niedersachsen zu bewerben. Auch da würde ich anrufen. Sonst kann man in NDS auch als Amtsanwalt anfangen und später StA werden wenn man nen guten Job macht und dadurch dass es hier keine Laufbahntrennung gibt sicher ich über den Weg ins Richteramt wechseln. Bremen stellt mit deinen Noten auch bei der Staatsanwaltschaft ein (das weiß ich auch ganz sicher, weil ich mir die Gesprächsprotokolle angeschaut habe). Das wäre natürlich ein anderer Job. Aber dann hättest du schon mal einen Fuß in der Justiz und könntest schauen, ob dir die StA nicht vielleicht sogar so gefällt, dass du gar nicht mehr Richter werden möchtest. Auch da würde ich anrufen!
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Exam24NRW
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#9
09.01.2026, 16:00
(22.12.2025, 20:57)jurah1 schrieb:  Ich muss mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliches hinter sich hat.

Nach dem Studium habe in einer GK gearbeitet und schnell gemerkt, dass GK und generell der anwaltliche Beruf eher nichts für mich sind. Ich hatte mich schon damals sehr für die Justiz interessiert, aber wollte erstmal das Ref abwarten. Die Zivil- und Strafstation haben mir dann so sehr gefallen, dass ich mich extrem auf die Justiz versteift habe. Wahlstation auch am OLG gemacht.

Im 1. Examen hatte ich 10,x Punkte (staatlich knappes VB) und im 2. wollte ich zumindest 8,x schaffen.

Leider kommt manchmal das Leben dazwischen, sodass die Vorbereitung auf das 2. Stex aus vielerlei Gründen alles andere als optimal lief und ich nun - nach erfolglosem Verbesserungsversuch - bei 6,7 Punkten stehe.

Wahrscheinlich dramatisiere ich alles, in einem Jahr sieht die Welt vermutlich anders aus und ich werde (hoffentlich) irgendwann über diesen Post lachen können. Aber aktuell bin ich wirklich am Boden zerstört, weil ich mich extrem auf den Job auf der Richterbank gefreut hatte.
Hinzu kommt, dass es mir an Alternativen mangelt, weil ich mir nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe. Alle in meinem Umfeld sind entweder in eine MK/GK oder halt zur Justiz und die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten hatte ich ja bereits nach der 2. Station im Ref für mich gefällt. Was man sonst so machen könnte? Ich habe wirklich keine Ahnung.


Jetzt sitze ich hier, den letzten Groschen für den Verbesserungsversuch ausgegeben und weiß nicht, wohin mit mir. Ich fühle mich so, als wäre ich im Leben gescheitert und all die Jahre wären umsonst gewesen. Am liebsten würde ich mich in mein Bett verkriechen und gar nicht mehr juristisch arbeiten, weil ich mich so dumm fühle.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage/Einstellungssituation stimmen mich auch nicht gerade positiv.

War hier schon mal jemand auch in der Situation, dass es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat und man sich vorher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht hat? Wie seid ihr vorgegangen, wo seid ihr im Endeffekt gelandet?

Bin dankbar über jeden Austausch.

PS: Ein Bekannter wurde Anfang letzten Jahres mit 6.5 Pkt im zweiten und 5.X im ersten Examen bei der StA Cottbus als Staatsanwalt eingestellt. Er ist super zufrieden da und will auch nicht mehr weg. Auch wenn er anfangs von dem Standort Cottbus nicht begeistert war. Wenn StA eine Option ist, dann hau Bewerbungen raus nach Bburg und Bremen.
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