03.12.2025, 21:52
(02.12.2025, 22:11)BetterLearnAll25 schrieb: Wie wäre es mit einem Sprung in die Selbständigkeit? Als angestellter Anwalt in einer KK verdient man wohl auch nicht mehr als eine bessere Rechtsanwaltsgehilfin. Würde mich als Berufsanfänger nicht zu sehr unterbewerten. Bürogemeinschaft, nur vertraute Rechtsgebiete betreuen. Letzten Endes wird man durch das Forum hier immer wieder bestätigt wie sehr alt eingesessene Anwälte schon die absoluten Basics nicht mehr beherrschen.
Ich werde es wohl in Erwägung ziehen, falls ich bis Ende meiner Probezeit noch keine Aussicht auf eine neue Stelle habe. Ich mach mir etwas Sorgen, dass es bei vielen Kanzleien nicht so gut ankommt, dass ich gerade einmal sechs Monate arbeite, dabei schon in zwei Kanzleien war und jetzt die dritte suche...
Aber ich fühle mich schon recht unsicher aktuell und fände die Sicherheit einer Anstellung mit einer hoffentlich guten Einarbeitung erst einmal ganz angenehm.
10.12.2025, 16:41
Ich kann dich absolut verstehen, ich war bis letzten Monat in der gleichen Situation. Habe im August in einer kleineren Kanzlei angefangen im Familienrecht. Bis auf die Basics aus dem Examen hatte ich keine Erfahrung und im Vorstellungsgespräch wurde mir eine vernünftige Einarbeitung und die Anmeldungen in einem Crashkurs versprochen. Nach nichtmal einer Woche in der Kanzlei hatte ich schon eigene Beratungen und habe meine Akten so ziemlich alleine bearbeitet, was im Vertragsrecht auch gut funktioniert hat. Aber im Familienrecht kam ich mit den Beratungen gar nicht klar, Einarbeitung war absolut nicht vorhanden. Mir wurde danach nur einmal kurz erklärt wie man Unterhalt generell berechnet. Das gleiche bei Scheidungsberatungen. Aber im Fachanwaltskurs wollte man mich schnellstmöglich anmelden. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen gegnüber meinen Mandanten und habe dann relativ schnell angefangen Bewerbungen zu schreiben und nun die Reißleine gezogen. Ich fange jetzt bei einer Versicherung an, die in den ersten 6 Monaten ein eigenes Onboarding Programm hat. Bekomme sogar mehr Gehalt bei weniger Arbeitszeit und anstatt 5 Tage die Woche starre Arbeitszeiten in der Kanzlei nun Gleitzeit und 100% Home Office nach dem Onboarding.
14.12.2025, 17:41
Das mit dem Familienrecht hätte mir glaub ich auch passieren können. Habe eine Stelle abgelehnt, in der ich das Familienrecht hätte übernehmen sollen, nachdem die bisherige Anwältin dafür gegangen ist. Hatte zwar Interesse, aber kaum Vorkenntnisse und die einzige andere Anwältin dort macht kein Familienrecht, also hätte wahrscheinlich nicht viel mehr gewusst als ich. War überrascht, dass sie mich einfach so auf die Mandanten losgelassen hätte, aber das scheint ja leider keine Seltenheit zu sein... Aber die neue Stelle klingt ja super, ich wünsch dir alles Gute!


