17.04.2023, 19:49
(17.04.2023, 18:23)MichaelaS schrieb: Hi,
Ich denke auch gerade darüber nach bzw plane den Schritt aus der Großkanzlei in die Selbständigkeit. Ich mach das auch erst seit letztem Jahr, merke aber, dass mir das keinen großen Spaß macht, und ich habe seit Jahren schon vor, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.![]()
Hab aber auch ein paar Bedenken, wenn man den Schritt so früh (ich bin 29) und ohne nennenswerte Berufserfahrung (5 Monate GK) geht.
Weiß einer von euch vllt von Netzwerkmöglichkeiten, wo man sich mit anderen Junganwälten zu dem Thema austauschen kann?
Ich bin über jeden Austausch dankbar. Insbesondere Finanzierung ist da ja ein großes Thema am Anfang.
LG Michaela
Forum Junge Anwaltschaft.
17.04.2023, 19:51
(17.04.2023, 19:08)Max Sauer schrieb:(17.04.2023, 18:23)MichaelaS schrieb: Hi,
Ich denke auch gerade darüber nach bzw plane den Schritt aus der Großkanzlei in die Selbständigkeit. Ich mach das auch erst seit letztem Jahr, merke aber, dass mir das keinen großen Spaß macht, und ich habe seit Jahren schon vor, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.![]()
Hab aber auch ein paar Bedenken, wenn man den Schritt so früh (ich bin 29) und ohne nennenswerte Berufserfahrung (5 Monate GK) geht.
Weiß einer von euch vllt von Netzwerkmöglichkeiten, wo man sich mit anderen Junganwälten zu dem Thema austauschen kann?
Ich bin über jeden Austausch dankbar. Insbesondere Finanzierung ist da ja ein großes Thema am Anfang.
LG Michaela
Was wäre denn dein Ziel? Selbständig und dann jedes Mandat annehmen oder eine hoch spezialisierte Kanzlei? Letzteres wird ohne Kontakte, Mandate, die man mitnimmt, ist schwer zu schaffen.
Nein, gerade mit Spezialisierung kommt man heute zum Erfolg. Den Generalisten bzw. FWW-Anwalt braucht keiner mehr.
17.04.2023, 19:59
(17.04.2023, 19:51)TheEagle schrieb:(17.04.2023, 19:08)Max Sauer schrieb:(17.04.2023, 18:23)MichaelaS schrieb: Hi,
Ich denke auch gerade darüber nach bzw plane den Schritt aus der Großkanzlei in die Selbständigkeit. Ich mach das auch erst seit letztem Jahr, merke aber, dass mir das keinen großen Spaß macht, und ich habe seit Jahren schon vor, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.![]()
Hab aber auch ein paar Bedenken, wenn man den Schritt so früh (ich bin 29) und ohne nennenswerte Berufserfahrung (5 Monate GK) geht.
Weiß einer von euch vllt von Netzwerkmöglichkeiten, wo man sich mit anderen Junganwälten zu dem Thema austauschen kann?
Ich bin über jeden Austausch dankbar. Insbesondere Finanzierung ist da ja ein großes Thema am Anfang.
LG Michaela
Was wäre denn dein Ziel? Selbständig und dann jedes Mandat annehmen oder eine hoch spezialisierte Kanzlei? Letzteres wird ohne Kontakte, Mandate, die man mitnimmt, ist schwer zu schaffen.
Nein, gerade mit Spezialisierung kommt man heute zum Erfolg. Den Generalisten bzw. FWW-Anwalt braucht keiner mehr.
Ja ich will eigentlich ganz spezialisiert starten und auch IT-Recht/Datenschutz machen wie derzeit. Dafür ist eigentlich auch ein großer Bedarf, aber genau der Punkt, wie man dann an Mandanten kommt, ist halt schwer... Vor allem weil ich Angst habe, dass man das einer jungen Frau mit 29 noch nicht so zutraut.
17.04.2023, 20:08
(17.04.2023, 19:59)MichaelaS schrieb:(17.04.2023, 19:51)TheEagle schrieb:(17.04.2023, 19:08)Max Sauer schrieb:(17.04.2023, 18:23)MichaelaS schrieb: Hi,
Ich denke auch gerade darüber nach bzw plane den Schritt aus der Großkanzlei in die Selbständigkeit. Ich mach das auch erst seit letztem Jahr, merke aber, dass mir das keinen großen Spaß macht, und ich habe seit Jahren schon vor, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.![]()
Hab aber auch ein paar Bedenken, wenn man den Schritt so früh (ich bin 29) und ohne nennenswerte Berufserfahrung (5 Monate GK) geht.
Weiß einer von euch vllt von Netzwerkmöglichkeiten, wo man sich mit anderen Junganwälten zu dem Thema austauschen kann?
Ich bin über jeden Austausch dankbar. Insbesondere Finanzierung ist da ja ein großes Thema am Anfang.
LG Michaela
Was wäre denn dein Ziel? Selbständig und dann jedes Mandat annehmen oder eine hoch spezialisierte Kanzlei? Letzteres wird ohne Kontakte, Mandate, die man mitnimmt, ist schwer zu schaffen.
Nein, gerade mit Spezialisierung kommt man heute zum Erfolg. Den Generalisten bzw. FWW-Anwalt braucht keiner mehr.
Ja ich will eigentlich ganz spezialisiert starten und auch IT-Recht/Datenschutz machen wie derzeit. Dafür ist eigentlich auch ein großer Bedarf, aber genau der Punkt, wie man dann an Mandanten kommt, ist halt schwer... Vor allem weil ich Angst habe, dass man das einer jungen Frau mit 29 noch nicht so zutraut.
Heute läuft ja viel über das Netz. Stell dich online mit Homepage und bei linkedin gut auf, dann kommst du bundesweit an Mandanten.
17.04.2023, 21:02
besten Dank für eure Antworten, insbesondere Peanut Butter!
@Michaela
Am Anfang ist es eben ein Sprung ins kalte Wasser da kommt man nicht drum rum. Umso besser, wenn man noch jung und ohne familiäre Verpflichtungen ist. Was soll da im schlimmsten Fall schon passieren? Ansonsten, wegen der Finanzierung, man kriegt eine Förderung von der Arbeitsagentur in Höhe der ALG II Berechtigung, wenn man einen überzeugenden Geschäftsplan vorlegt. Die Anforderungen sind, was man so hört, je nach Sachbearbeiter unterschiedlich, aber jedenfalls nicht allzu hoch.
@Michaela
Am Anfang ist es eben ein Sprung ins kalte Wasser da kommt man nicht drum rum. Umso besser, wenn man noch jung und ohne familiäre Verpflichtungen ist. Was soll da im schlimmsten Fall schon passieren? Ansonsten, wegen der Finanzierung, man kriegt eine Förderung von der Arbeitsagentur in Höhe der ALG II Berechtigung, wenn man einen überzeugenden Geschäftsplan vorlegt. Die Anforderungen sind, was man so hört, je nach Sachbearbeiter unterschiedlich, aber jedenfalls nicht allzu hoch.
17.04.2023, 22:14
(17.04.2023, 21:02)anfänger schrieb: besten Dank für eure Antworten, insbesondere Peanut Butter!
@Michaela
Am Anfang ist es eben ein Sprung ins kalte Wasser da kommt man nicht drum rum. Umso besser, wenn man noch jung und ohne familiäre Verpflichtungen ist. Was soll da im schlimmsten Fall schon passieren? Ansonsten, wegen der Finanzierung, man kriegt eine Förderung von der Arbeitsagentur in Höhe der ALG II Berechtigung, wenn man einen überzeugenden Geschäftsplan vorlegt. Die Anforderungen sind, was man so hört, je nach Sachbearbeiter unterschiedlich, aber jedenfalls nicht allzu hoch.
Danke fürs Mutmachen


Ja, das mit dem Gründerzuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit habe ich auch schon gelesen. KfW Kredit ginge auch, aber 5% sind es glaube ich derzeit auf die Zinsen und das ist schon happig... Würde auch erst Mal als Wohnzimmerkanzlei starten, um die Kosten niedrig zu halten.
Ich hab auch gelesen, dass man für Rechtsschutzversicherer Telefondienst machen kann als selbständiger Anwalt. Und es gibt ja auch 123recht.
Was haltet ihr von solchen Optionen - macht das Sinn als Selbständiger, damit am Anfang wenigstens Geld rein kommt, oder besser auf eigene Mandantenakquise konzentrieren (durch Marketing, Networkevents, Publikationen etc)?
18.04.2023, 12:33
Ich würde gerne auch was dazu beitragen, da ich mich vor ca. 10 Monaten direkt nach dem Ref selbstständig gemacht habe. Der klassische Sprung ins kalte Wasser.
Vorweg finde ich viele Tipps von Peanutbutter hilfreich. Vorallem Post #2. Ich finde jedoch, dass das alles viel günstiger geht.
Das allerwichtigste für den Anfang ist ein ausreichend gefüllter Finanzpolster. Du solltest deine Privatausgaben mindestens 1 Jahr aus dem ersparten bestreiten können (zzgl. Mietkosten, falls du einen Raum mieten solltest).
Anwaltsoftware-Anbieter haben für Berufseinsteiger oftmals Angebote. Definitiv wahrnehmen!
Internet-Anbieter haben ebenfalls häufig Angebote wie z.B. 6 Monate lang kostenfreie Nutzung. Wahrnehmen!
Webseite über CMS wie Wordpress mit Standardtemplates (z.B. Astra Theme). Gibt wirklich gute und ziemlich viele Anwälte verwenden solche Vorlagen. Geht auch ziemlich fix und dank Youtube kaum schwieriger als ein Musterformular zu übernehmen.
Der Deutsche Anwaltsverlag hat eine ziemlich große online Bibliothek zu einem ziemlich geringen Preis. Beck Online ist für den Anfang viel zu teuer.
Eine Ein-Zimmer-Gewerberäumlichkeit reicht für den Anfang vollkommen aus und ist preislich im Rahmen. Oft ergeben sich spontan Mandate. Ich will dann nicht ohne Räumlichkeiten stehen, weil das Miet-Office ausgebucht ist. Ist kein Prestigeobjekt, aber dafür erfüllt es seinen Zweck.
Am Anfang müssen viele Mandate übernommen werden, auch wenn das im Vorfeld nicht geplant war. Ich hatte im Vorfeld meine Tätigkeitsbereiche beschränkt und 6 Monate konsequent alle Mandate aus anderen Rechtsgebieten abgelehnt. War nicht die beste Entscheidung,weshalb meine Tätigkeitsbereiche erweitert habe.
Vom Gründerzuschuss und KfW habe ich Abstand genommen, da ich es weiterhin nicht einsehe einen Businessplan für die Anwaltstätigkeit zu erstellen. Was soll ich reinschreiben? Beratung und Vertretung? Und seitdem die Gewährung im Ermessen der Sachberarbeiter steht, lohnt sich der Aufwand nicht. Lieber die Zeit in Marketing etc. investieren.
Falls es möglich ist in Verbindung zu treten mit Selbstständigen bzw. daran Interessierten zwecks Erfahrungsaustausch/Hilfestellung etc. hätte ich Lust am helfen und lernen.
Falls weitere Fragen offen sind, gerne stellen. Falls ich etwas dazu beitragen kann, werde ich darauf antworten
Vorweg finde ich viele Tipps von Peanutbutter hilfreich. Vorallem Post #2. Ich finde jedoch, dass das alles viel günstiger geht.
Das allerwichtigste für den Anfang ist ein ausreichend gefüllter Finanzpolster. Du solltest deine Privatausgaben mindestens 1 Jahr aus dem ersparten bestreiten können (zzgl. Mietkosten, falls du einen Raum mieten solltest).
Anwaltsoftware-Anbieter haben für Berufseinsteiger oftmals Angebote. Definitiv wahrnehmen!
Internet-Anbieter haben ebenfalls häufig Angebote wie z.B. 6 Monate lang kostenfreie Nutzung. Wahrnehmen!
Webseite über CMS wie Wordpress mit Standardtemplates (z.B. Astra Theme). Gibt wirklich gute und ziemlich viele Anwälte verwenden solche Vorlagen. Geht auch ziemlich fix und dank Youtube kaum schwieriger als ein Musterformular zu übernehmen.
Der Deutsche Anwaltsverlag hat eine ziemlich große online Bibliothek zu einem ziemlich geringen Preis. Beck Online ist für den Anfang viel zu teuer.
Eine Ein-Zimmer-Gewerberäumlichkeit reicht für den Anfang vollkommen aus und ist preislich im Rahmen. Oft ergeben sich spontan Mandate. Ich will dann nicht ohne Räumlichkeiten stehen, weil das Miet-Office ausgebucht ist. Ist kein Prestigeobjekt, aber dafür erfüllt es seinen Zweck.
Am Anfang müssen viele Mandate übernommen werden, auch wenn das im Vorfeld nicht geplant war. Ich hatte im Vorfeld meine Tätigkeitsbereiche beschränkt und 6 Monate konsequent alle Mandate aus anderen Rechtsgebieten abgelehnt. War nicht die beste Entscheidung,weshalb meine Tätigkeitsbereiche erweitert habe.
Vom Gründerzuschuss und KfW habe ich Abstand genommen, da ich es weiterhin nicht einsehe einen Businessplan für die Anwaltstätigkeit zu erstellen. Was soll ich reinschreiben? Beratung und Vertretung? Und seitdem die Gewährung im Ermessen der Sachberarbeiter steht, lohnt sich der Aufwand nicht. Lieber die Zeit in Marketing etc. investieren.
Falls es möglich ist in Verbindung zu treten mit Selbstständigen bzw. daran Interessierten zwecks Erfahrungsaustausch/Hilfestellung etc. hätte ich Lust am helfen und lernen.
Falls weitere Fragen offen sind, gerne stellen. Falls ich etwas dazu beitragen kann, werde ich darauf antworten

18.04.2023, 13:33
Könntest du eventuell etwas zu der Stadt sagen, in der du dich selbstständig gemacht hast (Einwohner, Bundesland)? Und eventuell einen groben Überblick über den Umsatz?
18.04.2023, 16:34
>600.000 Einwohner Stadt. Bislang konnte ich Mandanten für einen einzunehmenden Umsatz ~20k akquirieren.
Mein Hinweis auf ein ausreichendes Finanzpolster fußt genau auf diesen Umstand, da viele Verfahren laufen und trotz Rechtsschutzversicherungen im Hintergrund etc. noch keine Abrechnung stattgefunden hat. Vorschüsse bei RSV sind zwar möglich, habe ich aber bislang nicht eingefordert.
Mein Hinweis auf ein ausreichendes Finanzpolster fußt genau auf diesen Umstand, da viele Verfahren laufen und trotz Rechtsschutzversicherungen im Hintergrund etc. noch keine Abrechnung stattgefunden hat. Vorschüsse bei RSV sind zwar möglich, habe ich aber bislang nicht eingefordert.
18.04.2023, 16:52
(18.04.2023, 12:33)Reacher schrieb: Ich würde gerne auch was dazu beitragen, da ich mich vor ca. 10 Monaten direkt nach dem Ref selbstständig gemacht habe. Der klassische Sprung ins kalte Wasser.
Vorweg finde ich viele Tipps von Peanutbutter hilfreich. Vorallem Post #2. Ich finde jedoch, dass das alles viel günstiger geht.
Das allerwichtigste für den Anfang ist ein ausreichend gefüllter Finanzpolster. Du solltest deine Privatausgaben mindestens 1 Jahr aus dem ersparten bestreiten können (zzgl. Mietkosten, falls du einen Raum mieten solltest).
Anwaltsoftware-Anbieter haben für Berufseinsteiger oftmals Angebote. Definitiv wahrnehmen!
Internet-Anbieter haben ebenfalls häufig Angebote wie z.B. 6 Monate lang kostenfreie Nutzung. Wahrnehmen!
Webseite über CMS wie Wordpress mit Standardtemplates (z.B. Astra Theme). Gibt wirklich gute und ziemlich viele Anwälte verwenden solche Vorlagen. Geht auch ziemlich fix und dank Youtube kaum schwieriger als ein Musterformular zu übernehmen.
Der Deutsche Anwaltsverlag hat eine ziemlich große online Bibliothek zu einem ziemlich geringen Preis. Beck Online ist für den Anfang viel zu teuer.
Eine Ein-Zimmer-Gewerberäumlichkeit reicht für den Anfang vollkommen aus und ist preislich im Rahmen. Oft ergeben sich spontan Mandate. Ich will dann nicht ohne Räumlichkeiten stehen, weil das Miet-Office ausgebucht ist. Ist kein Prestigeobjekt, aber dafür erfüllt es seinen Zweck.
Am Anfang müssen viele Mandate übernommen werden, auch wenn das im Vorfeld nicht geplant war. Ich hatte im Vorfeld meine Tätigkeitsbereiche beschränkt und 6 Monate konsequent alle Mandate aus anderen Rechtsgebieten abgelehnt. War nicht die beste Entscheidung,weshalb meine Tätigkeitsbereiche erweitert habe.
Vom Gründerzuschuss und KfW habe ich Abstand genommen, da ich es weiterhin nicht einsehe einen Businessplan für die Anwaltstätigkeit zu erstellen. Was soll ich reinschreiben? Beratung und Vertretung? Und seitdem die Gewährung im Ermessen der Sachberarbeiter steht, lohnt sich der Aufwand nicht. Lieber die Zeit in Marketing etc. investieren.
Falls es möglich ist in Verbindung zu treten mit Selbstständigen bzw. daran Interessierten zwecks Erfahrungsaustausch/Hilfestellung etc. hätte ich Lust am helfen und lernen.
Falls weitere Fragen offen sind, gerne stellen. Falls ich etwas dazu beitragen kann, werde ich darauf antworten
Super danke für die wertvollen Tipps!


Finanzpolster für ein Jahr aller Ausgaben bedeutet nach meiner Rechnung ca. 50k? Hab jetzt aber auch die PKV und BU und Versorgungswerk Ausgaben mit eingerechnet, die ja anfallen. 50k auf der Seite sind schon viel... Wenn ich fragen darf, wie viel hattest du denn auf der hohen Kante, bevor du den Schritt gegangen bist? Nach dem ref war ich erst Mal pleite

Und ist es dir Mal passiert, dass die Mandanten deine Kompetenz bezweifeln, weil du noch so jung bist?
Business Plan habe ich aber tatsächlich geschrieben bzw bin dran. Einfach um mir selbst auch klar zu machen, wo Probleme liegen etc.