08.07.2021, 21:35
Hat irgendwer Erfahrungsberichte aus der erbrechtlichen Praxis?
09.07.2021, 11:21
(08.07.2021, 21:35)Gast schrieb: Hat irgendwer Erfahrungsberichte aus der erbrechtlichen Praxis?
KK, Chef hat viele Bücher etc veröffentlicht, ist ein "großes Tier" im Erbrecht. Merke das immer wieder, wenn ich mit Kollegen spreche. Er ist sehr angesehen.
Habe zum Einstieg 45k bekommen, jetzt (7 Monate später) deutlich mehr. Ein Kollege (50+) verdient niedrig sechsstellig. Chef macht alleine ~800k Umsatz, Kollege rund 240, meinen kenne ich noch nicht.
Haben viele Kleinigkeiten und auch einige große Mandate. Sind aber auch teuer, jedenfalls der Chef. Also gut verdienen kannst du da schon, Gegenstandswerte sind ja recht hoch, weil praktisch jeder Immobilien hat und die hier abartig teuer sind, ob du da aber Kanzleien findest, die anfangs mehr zahlen, weiß ich nicht.
10.07.2021, 13:09
(09.07.2021, 11:21)Gast schrieb:(08.07.2021, 21:35)Gast schrieb: Hat irgendwer Erfahrungsberichte aus der erbrechtlichen Praxis?
KK, Chef hat viele Bücher etc veröffentlicht, ist ein "großes Tier" im Erbrecht. Merke das immer wieder, wenn ich mit Kollegen spreche. Er ist sehr angesehen.
Habe zum Einstieg 45k bekommen, jetzt (7 Monate später) deutlich mehr. Ein Kollege (50+) verdient niedrig sechsstellig. Chef macht alleine ~800k Umsatz, Kollege rund 240, meinen kenne ich noch nicht.
Haben viele Kleinigkeiten und auch einige große Mandate. Sind aber auch teuer, jedenfalls der Chef. Also gut verdienen kannst du da schon, Gegenstandswerte sind ja recht hoch, weil praktisch jeder Immobilien hat und die hier abartig teuer sind, ob du da aber Kanzleien findest, die anfangs mehr zahlen, weiß ich nicht.
Danke für den Einblick. Könntest du auch noch bisschen etwas über deinen Arbeitsalltag inhaltlich erzählen? Ich könnte mir nämlich vorstellen dass mir inhaltlich die Arbeit in einer kleineren Einheit, also kleiner bis mittelständischer Kanzlei, besser gefallen würde als in einer größeren Einheit. Problem wäre natürlich dann das Gehalt. Aber in größeren Einheiten kommt ja eigentlich nur Private Clients in Betracht, wenn man Erbrecht machen möchte. Ich befürchte aber, dass der erbrechtliche Anteil der Arbeit dort eher gering ist, wenn ich mir auf den Webseiten der GKs anschaue, was zu dem Themenbereich alles zählt.
10.07.2021, 15:30
Erbrecht ist doch immer private clients
10.07.2021, 15:49
10.07.2021, 18:53
(10.07.2021, 13:09)Gast schrieb:(09.07.2021, 11:21)Gast schrieb:(08.07.2021, 21:35)Gast schrieb: Hat irgendwer Erfahrungsberichte aus der erbrechtlichen Praxis?
KK, Chef hat viele Bücher etc veröffentlicht, ist ein "großes Tier" im Erbrecht. Merke das immer wieder, wenn ich mit Kollegen spreche. Er ist sehr angesehen.
Habe zum Einstieg 45k bekommen, jetzt (7 Monate später) deutlich mehr. Ein Kollege (50+) verdient niedrig sechsstellig. Chef macht alleine ~800k Umsatz, Kollege rund 240, meinen kenne ich noch nicht.
Haben viele Kleinigkeiten und auch einige große Mandate. Sind aber auch teuer, jedenfalls der Chef. Also gut verdienen kannst du da schon, Gegenstandswerte sind ja recht hoch, weil praktisch jeder Immobilien hat und die hier abartig teuer sind, ob du da aber Kanzleien findest, die anfangs mehr zahlen, weiß ich nicht.
Danke für den Einblick. Könntest du auch noch bisschen etwas über deinen Arbeitsalltag inhaltlich erzählen? Ich könnte mir nämlich vorstellen dass mir inhaltlich die Arbeit in einer kleineren Einheit, also kleiner bis mittelständischer Kanzlei, besser gefallen würde als in einer größeren Einheit. Problem wäre natürlich dann das Gehalt. Aber in größeren Einheiten kommt ja eigentlich nur Private Clients in Betracht, wenn man Erbrecht machen möchte. Ich befürchte aber, dass der erbrechtliche Anteil der Arbeit dort eher gering ist, wenn ich mir auf den Webseiten der GKs anschaue, was zu dem Themenbereich alles zählt.
Puh. Also ich schätze die Testamentsgestaltung macht rund 20% aus. Nochmal 20-30% sind wohl Pflichtteilssachen, entweder Pflichtteil geltend machen, Nachlassverzeichnisse checken, etc. Oder eben die Abwehr, also überlegen, ob eine Schenkung nicht vielleicht doch entgeltlich war, oder man es zumindest so darstellen kann. Ob man noch Forderungen gegen den Nachlass irgendwoher bekommt, solche Sachen.
Gerichtsverfahren eher selten, im Schnitt vielleicht 3/Monat.
Dann die vorweggenommene Erbfolge. Enteltliche Übertragungen darstellen, ohne, dass tatsächlich eine Gegenleistung in Geld fließt, um Pflichtteilsergänzungsansprüche und Steuern zu vermeiden. Ab und zu kommt ein bisschen Gesellschaftsrecht mit rein, da kann man auch ordentlich gestalten.
Naja und dann eben Auslegung von Testamenten, wer ist Erbe? Gibt es Anzeichen für Testierunfähigkeit bei Testamentserrichtung? Gibt es Anfechtungsmöglichkeiten bzgl. der Verfügungen? War der Erblasser möglicherweise durch ein gemeinschaftliches Testament gebunden? Wie sind die einzelnen Verfügungen zu interpretieren, Vorausvermächtnisse/Teilungsanordnungen/Vor-/Nacherbfolge/etc?
Das ist wohl der Bereich, in dem du am meisten juristisch arbeitest, ist tatsächlich auch oft hochspannend, aber entsprechend zeitintensiv. Da kommen auch regelmäßig Probleme auf, die mein Chef nach über 30 Jahren Anwaltstätigkeit und 25 Jahren ausschließlich Erbrecht noch nicht drauf hat. Da zeigt sich sein Können aber am meisten.
10.07.2021, 19:53
(10.07.2021, 18:53)Gast schrieb:(10.07.2021, 13:09)Gast schrieb:(09.07.2021, 11:21)Gast schrieb:(08.07.2021, 21:35)Gast schrieb: Hat irgendwer Erfahrungsberichte aus der erbrechtlichen Praxis?
KK, Chef hat viele Bücher etc veröffentlicht, ist ein "großes Tier" im Erbrecht. Merke das immer wieder, wenn ich mit Kollegen spreche. Er ist sehr angesehen.
Habe zum Einstieg 45k bekommen, jetzt (7 Monate später) deutlich mehr. Ein Kollege (50+) verdient niedrig sechsstellig. Chef macht alleine ~800k Umsatz, Kollege rund 240, meinen kenne ich noch nicht.
Haben viele Kleinigkeiten und auch einige große Mandate. Sind aber auch teuer, jedenfalls der Chef. Also gut verdienen kannst du da schon, Gegenstandswerte sind ja recht hoch, weil praktisch jeder Immobilien hat und die hier abartig teuer sind, ob du da aber Kanzleien findest, die anfangs mehr zahlen, weiß ich nicht.
Danke für den Einblick. Könntest du auch noch bisschen etwas über deinen Arbeitsalltag inhaltlich erzählen? Ich könnte mir nämlich vorstellen dass mir inhaltlich die Arbeit in einer kleineren Einheit, also kleiner bis mittelständischer Kanzlei, besser gefallen würde als in einer größeren Einheit. Problem wäre natürlich dann das Gehalt. Aber in größeren Einheiten kommt ja eigentlich nur Private Clients in Betracht, wenn man Erbrecht machen möchte. Ich befürchte aber, dass der erbrechtliche Anteil der Arbeit dort eher gering ist, wenn ich mir auf den Webseiten der GKs anschaue, was zu dem Themenbereich alles zählt.
Puh. Also ich schätze die Testamentsgestaltung macht rund 20% aus. Nochmal 20-30% sind wohl Pflichtteilssachen, entweder Pflichtteil geltend machen, Nachlassverzeichnisse checken, etc. Oder eben die Abwehr, also überlegen, ob eine Schenkung nicht vielleicht doch entgeltlich war, oder man es zumindest so darstellen kann. Ob man noch Forderungen gegen den Nachlass irgendwoher bekommt, solche Sachen.
Gerichtsverfahren eher selten, im Schnitt vielleicht 3/Monat.
Dann die vorweggenommene Erbfolge. Enteltliche Übertragungen darstellen, ohne, dass tatsächlich eine Gegenleistung in Geld fließt, um Pflichtteilsergänzungsansprüche und Steuern zu vermeiden. Ab und zu kommt ein bisschen Gesellschaftsrecht mit rein, da kann man auch ordentlich gestalten.
Naja und dann eben Auslegung von Testamenten, wer ist Erbe? Gibt es Anzeichen für Testierunfähigkeit bei Testamentserrichtung? Gibt es Anfechtungsmöglichkeiten bzgl. der Verfügungen? War der Erblasser möglicherweise durch ein gemeinschaftliches Testament gebunden? Wie sind die einzelnen Verfügungen zu interpretieren, Vorausvermächtnisse/Teilungsanordnungen/Vor-/Nacherbfolge/etc?
Das ist wohl der Bereich, in dem du am meisten juristisch arbeitest, ist tatsächlich auch oft hochspannend, aber entsprechend zeitintensiv. Da kommen auch regelmäßig Probleme auf, die mein Chef nach über 30 Jahren Anwaltstätigkeit und 25 Jahren ausschließlich Erbrecht noch nicht drauf hat. Da zeigt sich sein Können aber am meisten.
Super, danke, das ist genau das, was ich zu 100% machen will. Jetzt muss ich nur noch eine Kanzlei finden, die da auch ordentlich ggü. dem Mandanten abrechnen kann und mich somit gut bezahlen kann...
10.07.2021, 20:29
Richtung Notariat wäre nichts? Erb- und Familienrecht macht, wenn man nicht gerade in der Großstadt ist, einen ordentlichen Teil der Arbeit aus. Als Anwaltsnotar kann man sich insoweit sogar spezialisieren.
10.07.2021, 23:06
10.07.2021, 23:38
Fürs Anwaltsnotariat sind die Examensnoten wohl öfter nicht kriegsentscheidend. Kommt ja sehr auf die Fachprüfung an. Man hört immer ja auch immer mal wieder, dass es mehr offene Stellen als Bewerber gibt.
Fürs Nur-Notariat gilt, was in den ganzen anderen Threads schon zahllose Male durchgekaut wurde. Irgendwo zwischen 10 und 11 im 2. Examen - je nach Notarkammer und nach Durchgang - liegt in der Regel wohl die Untergrenze. Hamburg liegt nochmal etwas drüber, im Osten ist man wohl nochmal etwas drunter.
Fürs Nur-Notariat gilt, was in den ganzen anderen Threads schon zahllose Male durchgekaut wurde. Irgendwo zwischen 10 und 11 im 2. Examen - je nach Notarkammer und nach Durchgang - liegt in der Regel wohl die Untergrenze. Hamburg liegt nochmal etwas drüber, im Osten ist man wohl nochmal etwas drunter.









