22.09.2025, 19:20
Hi, es gibt hier bereits einige Threads zu diesem Thema, aber ich wollte mal einen aktuelleren erstellen.
Mag jemand von eigenen Erfahrungen mit dem Zweitversuch (oder denen aus dem Umfeld) berichten?
Ich schreibe in 6 Wochen meinen Zweitversuch und verzweifle langsam.
Eigentlich war ich zuversichtlich, dass es beim 2. Mal klappt. Aber je näher der Termin rückt, umso mehr wird mir klar, wie viele Lücken und Schwierigkeiten ich noch habe. Vieles von dem Gelernten vergesse ich ständig und weiß noch immer viel zu oft mit manchen Klausuren nichts anzufangen. Ich versuche mich auf die Basics zu konzentrieren und habe im Vergleich zum Erstversuch auch ordentlich aufgeholt, aber mich lässt die Angst nicht los, dass das für das Examen nicht ausreichen wird. Ich male mir die schlimmsten Szenarien aus und das ist nicht gerade förderlich beim Lernen.
Ich erwische mich immer öfter bei dem Gedanken, dass ich es zwar nicht unversucht lassen werde, es aber am Ende sowieso wieder nicht reichen wird und ich mir nach den Klausuren besser schnell etwas Anderes suchen sollte. Dabei hatte ich im 1. Examen staatlich ~ 8 Punkte und kann mir nicht erklären, warum ich diesmal solche Schwierigkeiten habe.
Wie seid ihr vor und während der Klausuren mit diesen Ängsten zurechtgekommen? Habt ihr Tipps für die letzten Wochen, sei es lerntechnisch oder mental? Kennt ihr auch Erfolgsgeschichten, in denen sich Leute stark verbessert haben im Zweitversuch?
Entschuldigt das #mimimi, aber ich weiß nicht, wohin mit meinen Zweifeln...
Mag jemand von eigenen Erfahrungen mit dem Zweitversuch (oder denen aus dem Umfeld) berichten?
Ich schreibe in 6 Wochen meinen Zweitversuch und verzweifle langsam.
Eigentlich war ich zuversichtlich, dass es beim 2. Mal klappt. Aber je näher der Termin rückt, umso mehr wird mir klar, wie viele Lücken und Schwierigkeiten ich noch habe. Vieles von dem Gelernten vergesse ich ständig und weiß noch immer viel zu oft mit manchen Klausuren nichts anzufangen. Ich versuche mich auf die Basics zu konzentrieren und habe im Vergleich zum Erstversuch auch ordentlich aufgeholt, aber mich lässt die Angst nicht los, dass das für das Examen nicht ausreichen wird. Ich male mir die schlimmsten Szenarien aus und das ist nicht gerade förderlich beim Lernen.
Ich erwische mich immer öfter bei dem Gedanken, dass ich es zwar nicht unversucht lassen werde, es aber am Ende sowieso wieder nicht reichen wird und ich mir nach den Klausuren besser schnell etwas Anderes suchen sollte. Dabei hatte ich im 1. Examen staatlich ~ 8 Punkte und kann mir nicht erklären, warum ich diesmal solche Schwierigkeiten habe.
Wie seid ihr vor und während der Klausuren mit diesen Ängsten zurechtgekommen? Habt ihr Tipps für die letzten Wochen, sei es lerntechnisch oder mental? Kennt ihr auch Erfolgsgeschichten, in denen sich Leute stark verbessert haben im Zweitversuch?
Entschuldigt das #mimimi, aber ich weiß nicht, wohin mit meinen Zweifeln...
22.09.2025, 20:00
Da ich einen Einblick in meine Korrekturen und beiliegende Lösungskizze/ Erwartungshorizont hatte, kann ich zumindest für mich sagen, dass ich oftmals viel zu kompliziert gedacht habe. Basics sind immer wichtig, aber man sollte wohl den Sachverhalt und die Rechtsprobleme im Kopf nicht unnötig verkomplizieren. Hatte mir mehrfach an den Kopf gefasst, wieso ich am Ende dies und jenes gar nicht im Blick hatte.
23.09.2025, 11:46
Hallo,
ich habe beim ersten Versuch bestanden und dann den Notenverbesserungsversuch geschrieben. Da ich nebenbei schon in Vollzeit als Anwalt gearbeitet habe, muss ich gestehen, eigentlich kaum gelernt zu haben für die Klausur, was bei mir auch ein übles Gefühl verursacht hat. Keine Klausuren geübt, keine Skripte durchgearbeitet, irgendwann einfach Vogelstrauss-Taktik.
Ich bin also quasi unvorbereitet in die Klausuren reingegangen und habe mich gewundert, wie vergleichsweise gut man durch das Examen kommt, auch ohne zweite Vorbereitung. Meiner Meinung nach hat das etwas damit zu tun, dass ich ohne Bestehensdruck geschrieben habe und daher mentale Blockaden und Ängste weniger eine Rolle gespielt haben als noch im ersten Versuch, bei dem ich deutlich besser vorbereitet war.
Was ich damit sagen will: Wahrscheinlich bist du fachlich schon prima vorbereitet, es könnte aber sein, dass dich deine Psyche sabotiert, was das größere Problem darstellen könnte. Ich weiß natürlich, dass 6 Wochen keine lange Zeit sind, um jetzt noch eine tiefenpsychologische Analyse durchzuführen. Aber vielleicht kannst du dir Gewohnheiten aufbauen,die dein Stresslevel senken.
Metaphorisch könnte man es so sehen, dass man als Examenskandidat ein Auto ist, das gut motorisiert ist, wo aber die Reifen platt sind. Man kommt nicht von der Stelle und denkt, es hätte was mit dem Motor zu tun, dabei hat man längst genug PS unter der Haube und das Problem liegt ganz woanders
Ich wünsche dir viel Erfolg und selbst wenn es nicht klappen sollte, geht die Welt nicht unter
ich habe beim ersten Versuch bestanden und dann den Notenverbesserungsversuch geschrieben. Da ich nebenbei schon in Vollzeit als Anwalt gearbeitet habe, muss ich gestehen, eigentlich kaum gelernt zu haben für die Klausur, was bei mir auch ein übles Gefühl verursacht hat. Keine Klausuren geübt, keine Skripte durchgearbeitet, irgendwann einfach Vogelstrauss-Taktik.
Ich bin also quasi unvorbereitet in die Klausuren reingegangen und habe mich gewundert, wie vergleichsweise gut man durch das Examen kommt, auch ohne zweite Vorbereitung. Meiner Meinung nach hat das etwas damit zu tun, dass ich ohne Bestehensdruck geschrieben habe und daher mentale Blockaden und Ängste weniger eine Rolle gespielt haben als noch im ersten Versuch, bei dem ich deutlich besser vorbereitet war.
Was ich damit sagen will: Wahrscheinlich bist du fachlich schon prima vorbereitet, es könnte aber sein, dass dich deine Psyche sabotiert, was das größere Problem darstellen könnte. Ich weiß natürlich, dass 6 Wochen keine lange Zeit sind, um jetzt noch eine tiefenpsychologische Analyse durchzuführen. Aber vielleicht kannst du dir Gewohnheiten aufbauen,die dein Stresslevel senken.
Metaphorisch könnte man es so sehen, dass man als Examenskandidat ein Auto ist, das gut motorisiert ist, wo aber die Reifen platt sind. Man kommt nicht von der Stelle und denkt, es hätte was mit dem Motor zu tun, dabei hat man längst genug PS unter der Haube und das Problem liegt ganz woanders
Ich wünsche dir viel Erfolg und selbst wenn es nicht klappen sollte, geht die Welt nicht unter
30.09.2025, 22:33
Hey ich habe meinen Zweitversuch erfolgreich bestanden. Hatte zwar im Erstversuch genug Punkte, aaaaber bin an dieser damals recht neuen 4/8 Klausuren Hürde gescheitert, da ich nur 3 bestandene und 5 x 3 Punkte hatte. Knapper kann man das Examen kaum verfehlen.
Am wichtigsten ist das Mindset. Fest an sich glauben und selbstbewusst in der Klausur sein Ergebnis vertreten. Keine Zeit verschwenden ob man die Klage nun abweist oder nicht sondern sich schnell entscheiden und klar hinter seinem Ergebnis stehen. Gut argumentieren und strikt mit dem
Kommentar und der Akte arbeiten,
Im 2. Examen möchte kein Korrektor die eigenen Ideen hören (großer Fehler von mir im Erstversuch).
Außerdem muss man sich natürlich mit seinen Altklausuren auseinandersetzen, also warum es im Erstversuch oder manchen Übungsklausuren nicht gereicht hat und dabei ehrlich zu sich sein.
Zudem am besten auf alle möglichen Klausurtypen so vorbereitet sein, dass man es anwenden kann. Wie sieht ein Strafurteil aus? Was ist bei Berufung oder EilRS aus anwaltlicher Sicht zu beachten? Wie baue ich den Beschluss bei einer sof Beschwerde, Erinnerung oder 91a Beschluss auf? Urkundsprozess oder PKH sind wo geregelt und was für Besonderheiten gelten? Natürlich kann man nicht alles gut beherrschen aber zumindest einen groben Plan haben, dass man 4 aufwärts schafft gerade in diesen „verrückten“ Klausurtypen.
Die letzten paar Tage vorher Kraft sammeln, genug pausieren und dann 2 Wochen Vollgas geben. Stell dir vor: Was wäre wenn es diesmal tatsächlich klappt? Bei den allermeisten klappts, warum sollte das bei dir nicht der Fall sein? Daumen sind gedrückt 🤞🏻🤞🏻🤞🏻
Am wichtigsten ist das Mindset. Fest an sich glauben und selbstbewusst in der Klausur sein Ergebnis vertreten. Keine Zeit verschwenden ob man die Klage nun abweist oder nicht sondern sich schnell entscheiden und klar hinter seinem Ergebnis stehen. Gut argumentieren und strikt mit dem
Kommentar und der Akte arbeiten,
Im 2. Examen möchte kein Korrektor die eigenen Ideen hören (großer Fehler von mir im Erstversuch).
Außerdem muss man sich natürlich mit seinen Altklausuren auseinandersetzen, also warum es im Erstversuch oder manchen Übungsklausuren nicht gereicht hat und dabei ehrlich zu sich sein.
Zudem am besten auf alle möglichen Klausurtypen so vorbereitet sein, dass man es anwenden kann. Wie sieht ein Strafurteil aus? Was ist bei Berufung oder EilRS aus anwaltlicher Sicht zu beachten? Wie baue ich den Beschluss bei einer sof Beschwerde, Erinnerung oder 91a Beschluss auf? Urkundsprozess oder PKH sind wo geregelt und was für Besonderheiten gelten? Natürlich kann man nicht alles gut beherrschen aber zumindest einen groben Plan haben, dass man 4 aufwärts schafft gerade in diesen „verrückten“ Klausurtypen.
Die letzten paar Tage vorher Kraft sammeln, genug pausieren und dann 2 Wochen Vollgas geben. Stell dir vor: Was wäre wenn es diesmal tatsächlich klappt? Bei den allermeisten klappts, warum sollte das bei dir nicht der Fall sein? Daumen sind gedrückt 🤞🏻🤞🏻🤞🏻
03.10.2025, 23:40


