22.04.2026, 11:35
Hier ist noch eine Stimme dafür, es einfach durchzuziehen. Ich kenne das Gefühl, sich zu verheddern, sehr gut. Vielleicht hilft es dir, bewusst einen Schritt zurückzugehen – also nicht jedes kleinste Detail ausleuchten zu wollen, sondern dich auf einen größeren Aspekt zu konzentrieren und diesen stehen zu lassen, auch wenn die Versuchung groß ist, weiter ins Detail zu gehen.
Schau dir deine Gliederung noch einmal an und arbeite zunächst an den weniger kritischen Punkten. Es kann auch hilfreich sein, bereits einen Teil deiner Arbeit an deine Betreuerin oder deinen Betreuer zu schicken, um frühzeitig Feedback zu bekommen.
Mach dir außerdem klar: Du bist der Experte für dein Thema. Viele der Probleme, die du siehst, werden anderen vermutlich gar nicht auffallen – und entsprechend auch nicht vermisst werden. Natürlich ließen sich im Rahmen einer Dissertation unendlich viele Nebenkriegsschauplätze eröffnen, aber das wären jeweils eigene Projekte.
Versuche daher, dich auf deine Kernaussagen zu konzentrieren und die Arbeit konsequent zu Ende zu bringen. Andernfalls würdest du dich wahrscheinlich immer darüber ärgern – gerade im Hinblick auf die vielen eher oberflächlichen Dissertationen.
Schau dir deine Gliederung noch einmal an und arbeite zunächst an den weniger kritischen Punkten. Es kann auch hilfreich sein, bereits einen Teil deiner Arbeit an deine Betreuerin oder deinen Betreuer zu schicken, um frühzeitig Feedback zu bekommen.
Mach dir außerdem klar: Du bist der Experte für dein Thema. Viele der Probleme, die du siehst, werden anderen vermutlich gar nicht auffallen – und entsprechend auch nicht vermisst werden. Natürlich ließen sich im Rahmen einer Dissertation unendlich viele Nebenkriegsschauplätze eröffnen, aber das wären jeweils eigene Projekte.
Versuche daher, dich auf deine Kernaussagen zu konzentrieren und die Arbeit konsequent zu Ende zu bringen. Andernfalls würdest du dich wahrscheinlich immer darüber ärgern – gerade im Hinblick auf die vielen eher oberflächlichen Dissertationen.
22.04.2026, 17:09
Egal wie du dich entscheidest, es ist kein Drama, die Diss anzubrechen. Du bist nicht der erste und bei Weitem auch nicht der Einzige, dem das passiert. Mit deinen super Noten stört der Makel kaum. Lege dir einfach eine plausible Erklärung zurecht, warum du abgebrochen hast.
25.04.2026, 09:52
(21.04.2026, 14:23)blabla3 schrieb: Hi an alle,
ich quäle mich seit 2,25 Jahren an einer Promotion. Bin 30 J. alt und habe zwei gute Examina, also kein Drama.
Ich glaube zunehmend, dass ich die Promotion nicht fertig bekomme. Ich habe zwar einigen Text und meine Betreuerin spricht mir immer Mut zu und glaubt daran, dass es etwas wird. Ich verheddere mich aber – eigentlich schon von Anfang an und die ganze Zeit – viel zu sehr. Ich sehe keinen Wald vor lauter Bäumen und es wird mit der Zeit nicht besser, sondern eher schlechter. Bin einfach kein Wissenschaftler, passt.
Ich überlege deshalb, wie man sowas möglichst sauber abwickelt, d. h. so, dass man etwa bei den Bewerbungsgesprächen möglichst geringen Schaden usw. hat.
Ich überlege namentlich deshalb abzubrechen, weil es mir zunehmend schlecht damit geht, dass ich es nicht auf die Reihe bekomme; ich bekomme Angst, dass sich diese Unfähigkeit im Beruf fortsetzen könnte. Noch bin ich aber in der Lage, objektiv auf die Sache zu blicken, d. h. mir klar zu machen, dass ich mit zwei zweistelligen Examina sicherlich irgendwo werde nutzbringend arbeiten können. Mit der Zeit wird dieses Selbstvertrauen immer geringer.
Habt ihr Tipps oder Anregungen?
Vielleicht wäre ja ein guter Kompromiss für dich, mal in Teilzeit wo anzufangen, wo du gerne arbeiten willst und dann mal 1 Jahr zu schauen, ob du wieder ein entspanntes Interesse an Deiner Diss findest (wenn du das noch nicht entschieden hast) oder sie beerdigen magst? Oder direkt Vollzeit und mal schauen, ob du nach einem Jahr Diss auf Eis gelegt was vermisst?
Letzten Endes ist das eine rein persönliche Entscheidung, womit du dich langfristig gut fühlst. Wenn du nicht an die Uni willst, brauchst du die Diss ja für nichts und interessiert auch als Anwalt oder Richter später keinen mehr, wie du dich dazu entschieden hast. Und wenn es dir keine Freude mehr bereitet und dich nur plagt, wozu?
Musst du halt ein bisschen für dich klären, ob das eine eigentlich positive Erkenntnis ist- ich möchte meine Zeit lieber in das Entdecken einer neuen Arbeit investieren- oder nur ein Motivationstief, bei dem du sachliche Probleme (Ordnung, Stoffdurchdringung) richtig als schwierig wahrnimmst und vermutlich zu stark die Erklärung dafür in vermeintlich eigenen Defiziten suchst, aber - mE entscheidend für deine Frage - dahinter eigentlich die Diss noch interessant findest.
Aus der Ferne hört es sich aber so an, als hättest du die Entscheidung, Diss beerdigen schon getroffen und hättest nur Sorgen, was ein Arbeitgeber denken könnte. Dann frohen Mutes voran :-)
27.04.2026, 11:29
Vielen lieben Dank an alle Poster für die Anregungen und Tipps.
Ich muss ohnehin noch aus Gründen einige Monate warten, bis ich mich auf „richtige“ Jobs bewerbe, sodass mir bis dahin nichts anderes üblich bleibt als dass ich bis dahin noch versuche, das Projekt irgendwie abzuschließen.
In den letzten Wochen war ich in einigen Momenten jedoch nah dran an einem Burnout-Depressions-Whatever-Gedankenkarussell-Kreislauf, sodass ich teils einfach auch den Gedanken „ach schmeiß den Dreck einfach hin“ hatte.
Daher auch der Post. Mal sehen, was aus dem Ganzen wird.
Ich muss ohnehin noch aus Gründen einige Monate warten, bis ich mich auf „richtige“ Jobs bewerbe, sodass mir bis dahin nichts anderes üblich bleibt als dass ich bis dahin noch versuche, das Projekt irgendwie abzuschließen.
In den letzten Wochen war ich in einigen Momenten jedoch nah dran an einem Burnout-Depressions-Whatever-Gedankenkarussell-Kreislauf, sodass ich teils einfach auch den Gedanken „ach schmeiß den Dreck einfach hin“ hatte.
Daher auch der Post. Mal sehen, was aus dem Ganzen wird.
29.04.2026, 10:03
(27.04.2026, 11:29)blabla3 schrieb: Vielen lieben Dank an alle Poster für die Anregungen und Tipps.Ich bin auch eher Team durchziehen. Was vielleicht wirklich helfen könnte - zwei Wochen richtiger Urlaub ohne jegliche Arbeit an der Diss.
Ich muss ohnehin noch aus Gründen einige Monate warten, bis ich mich auf „richtige“ Jobs bewerbe, sodass mir bis dahin nichts anderes üblich bleibt als dass ich bis dahin noch versuche, das Projekt irgendwie abzuschließen.
In den letzten Wochen war ich in einigen Momenten jedoch nah dran an einem Burnout-Depressions-Whatever-Gedankenkarussell-Kreislauf, sodass ich teils einfach auch den Gedanken „ach schmeiß den Dreck einfach hin“ hatte.
Daher auch der Post. Mal sehen, was aus dem Ganzen wird.
Danach ist der Kopf schon viel freier und der bisherige Text liest sich "fremder".
Was mir am meisten geholfen hat: Einfach ein Zeit lang schreiben, schreiben, schreiben. Einfach stumpf Seiten produzieren, egal ob das jetzt perfekt oder der letzte Müll ist. Ein großer Teil jeder juristischen Diss ist und bleibt deskriptiv und analytisch. Dafür braucht es auch keine großen eigenen Ideen - die kamen dann oft, als ich schon an anderer Stelle war.
Denn entstandenen (Rotz-)Text zu überarbeiten und zu verfeinern ist viel einfacher als direkt einen vermeintlich perfekten zu produzieren.








