29.12.2022, 18:42
In der Hoffnung, nicht nur Sarkasmus und Missgunst zu erfahren, werfe ich mal folgendes Anliegen in den Raum:
Ich bin seit einigen Jahren Richter, war zuvor im Ref in einer Wirtschaftskanzlei. Aus familiären Gründen (eigene Kinder) bevorzugte ich nach vielen Gesprächen mit der Kanzlei dann doch den richterlichen Dienst. Mir macht meine Arbeit Spaß, insbesondere gefallen mir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten inklusive Abordnungen (in meinen wenigen Jahren durfte ich schon viel sehen).
Allerdings wird das positive Bild etwas getrübt durch die für mich fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten und das Gehalt. Ich verdiene meines Erachtens gut, aber ich habe einfach im Studium/Ref so viel gearbeitet, um wirklich ordentliche Examina zu schreiben (weil die Frage ohnehin kommt: im ersten Gut, im zweiten VB knapp unter gut. Außerdem, auch wenn es niemanden juckt, eine sehr gut bewertete Diss), dass ich denke: da muss doch mehr gehen. Ich will nicht die Diskussion um das Gehalt starten, es ist nur mein Hintergedanke.
Ich überlege, vll doch in die Wirtschaftskanzlei zu gehen. Ich habe aber Sorge, dass ich keinen Exit mehr finde, falls ich ihn suchen sollte, da der ÖD dann verbrannt sein dürfte.
Mir geht es nur darum, ob vielleicht jemand in einer ähnlichen Situation war und berichten könnte, für was er/sie sich entschieden hat, oder welche Optionen für ihn/sie in Frage kamen (Notariat wird mit meinen Noten eng; daran habe ich aber auch kein Interesse).
Das Thema ist sehr offen, aber vll gibt es ja einfach ein paar Denkanstöße.
Ich bin seit einigen Jahren Richter, war zuvor im Ref in einer Wirtschaftskanzlei. Aus familiären Gründen (eigene Kinder) bevorzugte ich nach vielen Gesprächen mit der Kanzlei dann doch den richterlichen Dienst. Mir macht meine Arbeit Spaß, insbesondere gefallen mir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten inklusive Abordnungen (in meinen wenigen Jahren durfte ich schon viel sehen).
Allerdings wird das positive Bild etwas getrübt durch die für mich fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten und das Gehalt. Ich verdiene meines Erachtens gut, aber ich habe einfach im Studium/Ref so viel gearbeitet, um wirklich ordentliche Examina zu schreiben (weil die Frage ohnehin kommt: im ersten Gut, im zweiten VB knapp unter gut. Außerdem, auch wenn es niemanden juckt, eine sehr gut bewertete Diss), dass ich denke: da muss doch mehr gehen. Ich will nicht die Diskussion um das Gehalt starten, es ist nur mein Hintergedanke.
Ich überlege, vll doch in die Wirtschaftskanzlei zu gehen. Ich habe aber Sorge, dass ich keinen Exit mehr finde, falls ich ihn suchen sollte, da der ÖD dann verbrannt sein dürfte.
Mir geht es nur darum, ob vielleicht jemand in einer ähnlichen Situation war und berichten könnte, für was er/sie sich entschieden hat, oder welche Optionen für ihn/sie in Frage kamen (Notariat wird mit meinen Noten eng; daran habe ich aber auch kein Interesse).
Das Thema ist sehr offen, aber vll gibt es ja einfach ein paar Denkanstöße.
29.12.2022, 19:08
Ich bin nicht in deiner Situation, sondern fange die kommenden Wochen erst in der Justiz an. Allerdings habe ich schon ähnliche Gedanken gehabt und mich immer wenn ich Ex-Justizler in GKs kennengelernt habe gefragt, ob die Justiz für sie verbrannt ist. Bis dahin dachte ich nämlich auch, ein Rückgang ist ausgeschlossen.
Die meisten haben mir aber tatsächlich gesagt, dass sie der Behördenleitung die Beweggründe für ihren Wechsel offengelegt haben und transparent damit umgegangen sind und bestimmt 3/5 Leuten wurde signalisiert, sie könnten auch wieder in die Justiz zurückwechseln wenn sie es wollten.
Wäre das für dich eine Möglichkeit? Den Abgang so zu gestalten, dass keine verbrannte Erde hinterlassen wird sondern man dich im Zweifelsfall wieder nehmen würde? Kenne mich damit wie gesagt nicht selbst aus, habe es nur schon ein paar mal jetzt gehört, dass es nicht immer ein endgültiges Verlassen sein muss.
Die meisten haben mir aber tatsächlich gesagt, dass sie der Behördenleitung die Beweggründe für ihren Wechsel offengelegt haben und transparent damit umgegangen sind und bestimmt 3/5 Leuten wurde signalisiert, sie könnten auch wieder in die Justiz zurückwechseln wenn sie es wollten.
Wäre das für dich eine Möglichkeit? Den Abgang so zu gestalten, dass keine verbrannte Erde hinterlassen wird sondern man dich im Zweifelsfall wieder nehmen würde? Kenne mich damit wie gesagt nicht selbst aus, habe es nur schon ein paar mal jetzt gehört, dass es nicht immer ein endgültiges Verlassen sein muss.
29.12.2022, 21:49
Das Problem bei der Rückkehr ist: auf welcher Ebene? Für R2 braucht man Erprobungsabordnung, und die anderen, die geblieben sind, sind bei Beförderungen vermutlich vorher dran. Soll heißen: bei einer Rückkehr wären die Gründe, wegen derer Du gegangen bist, erst Recht da.
30.12.2022, 10:32
(29.12.2022, 18:42)LuLu123 schrieb: In der Hoffnung, nicht nur Sarkasmus und Missgunst zu erfahren, werfe ich mal folgendes Anliegen in den Raum:
Ich bin seit einigen Jahren Richter, war zuvor im Ref in einer Wirtschaftskanzlei. Aus familiären Gründen (eigene Kinder) bevorzugte ich nach vielen Gesprächen mit der Kanzlei dann doch den richterlichen Dienst. Mir macht meine Arbeit Spaß, insbesondere gefallen mir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten inklusive Abordnungen (in meinen wenigen Jahren durfte ich schon viel sehen).
Allerdings wird das positive Bild etwas getrübt durch die für mich fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten und das Gehalt. Ich verdiene meines Erachtens gut, aber ich habe einfach im Studium/Ref so viel gearbeitet, um wirklich ordentliche Examina zu schreiben (weil die Frage ohnehin kommt: im ersten Gut, im zweiten VB knapp unter gut. Außerdem, auch wenn es niemanden juckt, eine sehr gut bewertete Diss), dass ich denke: da muss doch mehr gehen. Ich will nicht die Diskussion um das Gehalt starten, es ist nur mein Hintergedanke.
Ich überlege, vll doch in die Wirtschaftskanzlei zu gehen. Ich habe aber Sorge, dass ich keinen Exit mehr finde, falls ich ihn suchen sollte, da der ÖD dann verbrannt sein dürfte.
Mir geht es nur darum, ob vielleicht jemand in einer ähnlichen Situation war und berichten könnte, für was er/sie sich entschieden hat, oder welche Optionen für ihn/sie in Frage kamen (Notariat wird mit meinen Noten eng; daran habe ich aber auch kein Interesse).
Das Thema ist sehr offen, aber vll gibt es ja einfach ein paar Denkanstöße.
ÖD ist dann nicht verbrannt m.E., ich plane auch grade den Exit aus der ordentlichen Justiz. Du kannst in jede andere Behörde danach und in jede andere Gerichtsbarkeit. Und wenn es wieder die Ordentliche sein soll, wechsel einfach das Bundesland.
30.12.2022, 10:39
Klingt für mich nach 'FOMO': https://en.wikipedia.org/wiki/Fear_of_missing_out
Du meinst, mit deinen Examina müsse 'irgendwie mehr' drin sein und deswegen steigt die Bereitschaft zu irrationalen Risiken.
Halte es für unwahrscheinlich, dass es dir wirklich um die Kohle geht, ansonsten hättest Du dich nicht für die Justiz entschieden.
Du meinst, mit deinen Examina müsse 'irgendwie mehr' drin sein und deswegen steigt die Bereitschaft zu irrationalen Risiken.
Halte es für unwahrscheinlich, dass es dir wirklich um die Kohle geht, ansonsten hättest Du dich nicht für die Justiz entschieden.
30.12.2022, 21:48
Wenn es nur das Geld ist, können auch Nebenbeschäftigung interessant sein. Mit z.B. Schulungen und Seminaren kann man gutes Geld nebenher verdienen. Auch außergerichtliche Mediation oder so (im Arbeitsrecht: Einigungsstellen) können lukrativ sein.









