19.09.2022, 17:36
Hallo in die Runde,
ich habe die Woche meine Beweisaufnahme in der Zivilstation und bin etwas aufgeregt und habe Angst, die falschen Fragen zu stellen. Es geht primär um die Aktivlegitimation des Klägers (ET am Fahrzeug). Sollte sich die AL bestätigen, so geht es um den Unfallhergang und die Widerlegung des Anscheinsbeweises bei Auffahrunfällen.
Habt ihr Tipps für eine gelungene Beweisaufnahme? Gerne auch Erfahrungen und wie/ob ihr euch vorbereitet habt?!
ich habe die Woche meine Beweisaufnahme in der Zivilstation und bin etwas aufgeregt und habe Angst, die falschen Fragen zu stellen. Es geht primär um die Aktivlegitimation des Klägers (ET am Fahrzeug). Sollte sich die AL bestätigen, so geht es um den Unfallhergang und die Widerlegung des Anscheinsbeweises bei Auffahrunfällen.
Habt ihr Tipps für eine gelungene Beweisaufnahme? Gerne auch Erfahrungen und wie/ob ihr euch vorbereitet habt?!
19.09.2022, 20:54
Du fragst immer von allgemein zu konkret - also erst erzählen lassen, dann offene Nachfragen, erst am Ende notfalls ja-nein-Fragen. Immer nur eine Frage auf einmal!
Fragen mitprotokollieren, nicht nur "auf Frage:" (wonach???).
Nur so kann man später eine gute Beweiswürdigung machen!
Wichtig: Diktieren vorher üben, rechtzeitig Pausen machen und aufnehmen. Vor allem die Anwälte unterbrechen und nach jeder Antwort protokollieren.
Zur Person anhand der Akte vorbereiten, also Belehrung aufschreiben und Name sowie Wohnort - dann kann man sagen: "Sie heißen xy und wohnen in z - würden Sie mir noch Alter und Beruf sagen?" Dann alles aufnehmen, das geht dann zügig.
Auch das Ende üben bzw. vorher aufschreiben: "Sie haben gehört, was ich diktiert habe - habe ich es richtig wiedergegeben? Sie brauchen es also nicht nochmal anhören? Unter allseitigem Verzicht auf erneutes Vorspielen nach Diktat genehmigt".
Ich benutze noch nach zehn Jahren ein Formblatt, wo das zu Diktierende für jeden Zeugen steht, die bekannten Daten zur Person und die Punkte, die ich fragen will - nichts ist ärgerlicher als nach Schluss der Beweisaufnahme festzustellen, dass man einen angebotenen Zeugen zu einem Punkt nicht gefragt hat...
Fragen mitprotokollieren, nicht nur "auf Frage:" (wonach???).
Nur so kann man später eine gute Beweiswürdigung machen!
Wichtig: Diktieren vorher üben, rechtzeitig Pausen machen und aufnehmen. Vor allem die Anwälte unterbrechen und nach jeder Antwort protokollieren.
Zur Person anhand der Akte vorbereiten, also Belehrung aufschreiben und Name sowie Wohnort - dann kann man sagen: "Sie heißen xy und wohnen in z - würden Sie mir noch Alter und Beruf sagen?" Dann alles aufnehmen, das geht dann zügig.
Auch das Ende üben bzw. vorher aufschreiben: "Sie haben gehört, was ich diktiert habe - habe ich es richtig wiedergegeben? Sie brauchen es also nicht nochmal anhören? Unter allseitigem Verzicht auf erneutes Vorspielen nach Diktat genehmigt".
Ich benutze noch nach zehn Jahren ein Formblatt, wo das zu Diktierende für jeden Zeugen steht, die bekannten Daten zur Person und die Punkte, die ich fragen will - nichts ist ärgerlicher als nach Schluss der Beweisaufnahme festzustellen, dass man einen angebotenen Zeugen zu einem Punkt nicht gefragt hat...


