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Einladung zum Erfahrungsaustausch: Was läuft gut im Ref, was schlecht
Reformatio26
Junior Member
**
Beiträge: 2
Themen: 1
Registriert seit: Oct 2026
#1
19.10.2026, 09:18
Hallo zusammen,

ich habe mein Ref selbst erst kürzlich abgeschlossen und bin inzwischen an einer Stelle gelandet, an der es auch darum geht, wie die (Juristen)ausbildung und speziell das Referendariat künftig aussehen sollen. Vorschläge, die dort ankommen, werden also nicht nur nett gelesen, sondern können tatsächlich in die Diskussion einfließen.

Bevor ich mir dazu nur meine eigenen Gedanken mache (und die sind natürlich stark vom konkreten OLG-Bezirk geprägt), würde ich gern von euch hören: Was läuft bei euch strukturell gut, und wo hakt es?

Es muss kein Roman sein, ein paar Stichpunkte reichen völlig. Zum Beispiel so:

Bundesland oder OLG-Bezirk:
Läuft gut:
Sollte besser werden:
Wenn ich eine Sache ändern könnte:

Mich interessiert alles, was die Struktur betrifft: AGs und Klausurenkurse, Stationen und Zuweisung, Ausbildung durch die Einzelausbilder, Unterhaltsbeihilfe und Nebentätigkeit, Urlaub, Ablauf der Prüfung, Teilzeit, Vereinbarkeit mit Familie oder Pflege, Digitalisierung oder was euch sonst einfällt. Gerade auch Dinge, die bei euch gut funktionieren und die man woanders übernehmen könnte. Der Vergleich zwischen den Ländern ist für mich besonders spannend.
Mir geht es ums System, nicht um einzelne Personen etc.
Auch die Meinung ehemaliger Referendar*innen ist gerne gesehen!

Wer etwas lieber nicht öffentlich schreiben möchte, kann mir auch gern eine PN schicken.

Versprechen kann ich natürlich nichts, aber eure Rückmeldungen gehen nicht ins Leere.

Danke euch schon mal und viel Erfolg allen, die gerade mitten in Station oder Klausuren stecken!

Viele Grüße
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Srcub
Member
***
Beiträge: 55
Themen: 3
Registriert seit: May 2026
#2
19.10.2026, 19:23
Da vertrete ich eine doch recht harte Linie: das Referendariat gehört abgeschafft.

Es ist im Kern eine Ausbildung zum Richter und Staatsanwalt. Für alle, die von vorneherein in die Anwaltschaft wollen, waren aus meiner damaligen Gruppe diese 2 Jahre mehr oder weniger unnütz.

Hinsichtlich des späteren Dienstes in der Justiz bereitet das Referendariat einen auch in keinster Weise auf die Praxis vor. Die Dezernatarbeit, die den Großteil der Arbeit ausmacht, geht völlig in der Ausbildung unter. Und es macht auch gar keinen Sinn die Referendare dort einzuweisen, weil es zu auffändig wäre und die Bedienung der entsprechenden Software für die Verfügungen nicht intuitiv ist und man ohnehin später alles wieder vergessen hat, wenn man damit nicht täglich zu tun hat.

Strukurell verstehe ich im Nachhinein nicht, wieso man Urteilsstil und Abschlussverfügung nicht in das Studium eingliedet und dort jeweils eine Klausur im Examen schreiben lässt. Dafür kann man das Prüfungsprogramm entsprechend entschlacken und zB Familienrecht oder Europrecht komplett aus dem Examen rauskegeln.
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Belledin
Junior Member
**
Beiträge: 22
Themen: 0
Registriert seit: Jul 2025
#3
19.10.2026, 21:45
Magst du verraten, ob du beim Staat arbeitest oder im Privatsektor? Das wäre für mich entscheidend wie tief ich darauf antworten würde. Das System verträgt nämlich keine weitere gewinnorientierte Bewirtschaftung der Referendar:innen. Mietkoffer, kommerzielle Reps, Protokolle, you name it...

Ich gehe gerne auf Veranstaltungen zu dem Thema und habe mich mit Menschen aus Initiativen wie Iur.reform unterhalten. Ich bin also "im Thema".

Was mir aufgefallen ist: zu viele Akteure, insbesondere auf der Entscheidungsseite der Diskussion tun immernoch so, als müsse man sich jetzt erstmal hinsetzen mit Stift und Papier und in Erfahrung bringen was überhaupt das Problem ist. Und in der Phase sind diese Leute und Institutionen stecken geblieben. Das ist eine unwürdige Hinhaltetaktik. Alle vom Referendar bis zur Ausbilderin wissen das. Es gibt kein Wissensdefizit, nur ein Vollzugsdefizit auf Ebene der JPAs.

Das zum System. Zurück zu dir.

Deine Anfrage ist sicher ganz lieb gemeint und man liest zwischen den Zeilen deine Begeisterung und Empathie. Also mein Wunsch wäre, dass du hoffentlich viele Antworten hier bekommst und auch auf das bereits destilierte Wissen da draussen zurückgreifst und nicht in der Phase des Systems stecken bleibst.
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Reformatio26
Junior Member
**
Beiträge: 2
Themen: 1
Registriert seit: Oct 2026
#4
20.10.2026, 10:43
(19.10.2026, 21:45)Belledin schrieb:  Magst du verraten, ob du beim Staat arbeitest oder im Privatsektor? Das wäre für mich entscheidend wie tief ich darauf antworten würde. Das System verträgt nämlich keine weitere gewinnorientierte Bewirtschaftung der Referendar:innen. Mietkoffer, kommerzielle Reps, Protokolle, you name it...

Ich gehe gerne auf Veranstaltungen zu dem Thema und habe mich mit Menschen aus Initiativen wie Iur.reform unterhalten. Ich bin also "im Thema".

Was mir aufgefallen ist: zu viele Akteure, insbesondere auf der Entscheidungsseite der Diskussion tun immernoch so, als müsse man sich jetzt erstmal hinsetzen mit Stift und Papier und in Erfahrung bringen was überhaupt das Problem ist. Und in der Phase sind diese Leute und Institutionen stecken geblieben. Das ist eine unwürdige Hinhaltetaktik. Alle vom Referendar bis zur Ausbilderin wissen das. Es gibt kein Wissensdefizit, nur ein Vollzugsdefizit auf Ebene der JPAs.

Das zum System. Zurück zu dir.

Deine Anfrage ist sicher ganz lieb gemeint und man liest zwischen den Zeilen deine Begeisterung und Empathie. Also mein Wunsch wäre, dass du hoffentlich viele Antworten hier bekommst und auch auf das bereits destilierte Wissen da draussen zurückgreifst und nicht in der Phase des Systems stecken bleibst.

Sagen wir es so: Ich habe diesbezüglich inhaltlich keinen Bezug zum Privatsektor  Smile Mir geht es auch in keiner Weise um Kommerzialisierung, ich bin an allen kleinen und großen Schritten, Themen und Ideen inhaltlich interessiert und möchte das in meine Arbeit mit aufnehmen. Gleichzeitig weiß ich, dass die Lobby der Referendarinnen und Referendare nicht so stark ist, wie sie sein sollte und je weiter das Ref zurück liegt, desto mehr nimmt der Enthusiasmus ab, sich um Reformen zu bemühen. Das ist zumindest mein Eindruck. Alle Hinweise sind wertvoll und gerne gesehen, alternativ auch per DM, aber vielleicht entsteht ja hier auch eine Diskussion um die besten Ideen und die größten Kritikpunkte  Wink
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#5
20.10.2026, 13:26
(20.10.2026, 10:43)Reformatio26 schrieb:  
(19.10.2026, 21:45)Belledin schrieb:  Magst du verraten, ob du beim Staat arbeitest oder im Privatsektor? Das wäre für mich entscheidend wie tief ich darauf antworten würde. Das System verträgt nämlich keine weitere gewinnorientierte Bewirtschaftung der Referendar:innen. Mietkoffer, kommerzielle Reps, Protokolle, you name it...

Ich gehe gerne auf Veranstaltungen zu dem Thema und habe mich mit Menschen aus Initiativen wie Iur.reform unterhalten. Ich bin also "im Thema".

Was mir aufgefallen ist: zu viele Akteure, insbesondere auf der Entscheidungsseite der Diskussion tun immernoch so, als müsse man sich jetzt erstmal hinsetzen mit Stift und Papier und in Erfahrung bringen was überhaupt das Problem ist. Und in der Phase sind diese Leute und Institutionen stecken geblieben. Das ist eine unwürdige Hinhaltetaktik. Alle vom Referendar bis zur Ausbilderin wissen das. Es gibt kein Wissensdefizit, nur ein Vollzugsdefizit auf Ebene der JPAs.

Das zum System. Zurück zu dir.

Deine Anfrage ist sicher ganz lieb gemeint und man liest zwischen den Zeilen deine Begeisterung und Empathie. Also mein Wunsch wäre, dass du hoffentlich viele Antworten hier bekommst und auch auf das bereits destilierte Wissen da draussen zurückgreifst und nicht in der Phase des Systems stecken bleibst.

Sagen wir es so: Ich habe diesbezüglich inhaltlich keinen Bezug zum Privatsektor  Smile Mir geht es auch in keiner Weise um Kommerzialisierung, ich bin an allen kleinen und großen Schritten, Themen und Ideen inhaltlich interessiert und möchte das in meine Arbeit mit aufnehmen. Gleichzeitig weiß ich, dass die Lobby der Referendarinnen und Referendare nicht so stark ist, wie sie sein sollte und je weiter das Ref zurück liegt, desto mehr nimmt der Enthusiasmus ab, sich um Reformen zu bemühen. Das ist zumindest mein Eindruck. Alle Hinweise sind wertvoll und gerne gesehen, alternativ auch per DM, aber vielleicht entsteht ja hier auch eine Diskussion um die besten Ideen und die größten Kritikpunkte  Wink

Du kannst gerne mit offenen Karten spielen und sagen, wo Du arbeitest und wie Deine Möglichkeiten aussehen, auf die Bedingungen im Referendariat Einfluss zu nehmen. Anderenfalls wird der Thread geschlossen.
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Beiträge: 460
Themen: 208
Registriert seit: Aug 2012
#6
20.10.2026, 13:31
(19.10.2026, 21:45)Belledin schrieb:  Das System verträgt nämlich keine weitere gewinnorientierte Bewirtschaftung der Referendar:innen. Mietkoffer, kommerzielle Reps, Protokolle, you name it...

Seltsame Ansicht. Du kannst auch einfach viel Geld in die Hand nehmen und Dir die Kommentare fürs Examen kaufen statt sie zu mieten. Und es steht Dir frei, auf die von uns sogar kostenlos angebotenen Protokolle zur Vorbereitung auf die Mündliche zu verzichten, wenn Dir das lieber ist. Viele (kommerzielle) Angebote machen das Leben der Rechtsreferendare schlicht einfacher als es wäre, wenn es diese nicht gäbe...
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Belledin
Junior Member
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Beiträge: 22
Themen: 0
Registriert seit: Jul 2025
#7
20.10.2026, 16:38
(20.10.2026, 13:31)admin schrieb:  
(19.10.2026, 21:45)Belledin schrieb:  Das System verträgt nämlich keine weitere gewinnorientierte Bewirtschaftung der Referendar:innen. Mietkoffer, kommerzielle Reps, Protokolle, you name it...

Seltsame Ansicht. Du kannst auch einfach viel Geld in die Hand nehmen und Dir die Kommentare fürs Examen kaufen statt sie zu mieten. Und es steht Dir frei, auf die von uns sogar kostenlos angebotenen Protokolle zur Vorbereitung auf die Mündliche zu verzichten, wenn Dir das lieber ist. Viele (kommerzielle) Angebote machen das Leben der Rechtsreferendare schlicht einfacher als es wäre, wenn es diese nicht gäbe...

Seltsam finde ich, dass Sie als Anbieter dieses Forums in diesen Thread hinabsteigen und die Meinung eines Benutzers angreifen, weil sie meinen wegen Systemkritik ihr Geschäftsmodell verteidigen zu müssen.

Zur Klarstellung deshalb: auch ich habe schon solche kommerziellen und nicht-kommerziellen, aber private Angebote wahrgenommen.

Ich bin froh, dass es diese Angebote gibt! Gäbe es sie nicht, wäre die Situation vieler Studis/Refs noch schlechter.

Aber auf lange Sicht sollte dieser ganze Kosmos an Angeboten kostenlos und das heißt leider meistens auch staatlich aufgestellt werden. Zum einen wegen Chancengleichheit, zum anderen weil ich finde, dass der Staat hier in der Pflicht ist.
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