03.10.2026, 16:46
Hallo :)
Ich habe mich im Sommer bei der StA Hessen beworben (Wunschorte alle im Rhein-Main-Gebiet). Im ersten Examen habe ich 9,x, im zweiten 10,x Punkte. Nach Einholung der Stellungnahme von OLG/GStA hieß es, dass an den angegebenen Standorten aktuell kein Einstellungsbedarf besteht und man zu gegebener Zeit auf meine Bewerbung zurück kommt. Dieses Jahr wird das also nichts mehr, nehme ich an.
Gibt es Erfahrungswerte, wie lange man aktuell auf eine Stelle als StA im Rhein-Main-Gebiet wartet? Ist eine Einstellung Anfang 2027 realistisch?
Ich bin unschlüssig, ob es sich lohnt, einen Übergangsjob zu suchen und ziemlich planlos, welchen, da ich mich eigentlich nicht als Anwalt sehe.
Vorab schon mal vielen Dank für eure Antworten!
Ich habe mich im Sommer bei der StA Hessen beworben (Wunschorte alle im Rhein-Main-Gebiet). Im ersten Examen habe ich 9,x, im zweiten 10,x Punkte. Nach Einholung der Stellungnahme von OLG/GStA hieß es, dass an den angegebenen Standorten aktuell kein Einstellungsbedarf besteht und man zu gegebener Zeit auf meine Bewerbung zurück kommt. Dieses Jahr wird das also nichts mehr, nehme ich an.
Gibt es Erfahrungswerte, wie lange man aktuell auf eine Stelle als StA im Rhein-Main-Gebiet wartet? Ist eine Einstellung Anfang 2027 realistisch?
Ich bin unschlüssig, ob es sich lohnt, einen Übergangsjob zu suchen und ziemlich planlos, welchen, da ich mich eigentlich nicht als Anwalt sehe.
Vorab schon mal vielen Dank für eure Antworten!
03.10.2026, 17:51
Ich befürchte, dass die Zeiten des wunschgemäßen Dienstantritts vorbei sind. Wenn du dich nur in der Justiz siehst: Wenn du mal im System drin bist, bist du drin. Dann kannst du dich auch Jahre später, wenn an deinem Wunschort eine Stelle vakant ist, darauf bewerben. Auch bundeslandübergreifend.
03.10.2026, 19:52
Ich hatte mich, nachdem ich sogar angerufen worden war, als Richter beworben und nicht mal eine Rückmeldung bekommen. Nach Anrufen meinerseits würde dann nur mitgeteilt, dass alle Gesprächstermine vergeben sind, aufgrund der Haushaltslage aber ohnehin kaum Stellen da sind und es eine Flut an Bewerbern gibt, sodass es auch 2027 sehr schwer sein würde.
Ich bin räumlich leider nicht flexibel und werde daher meine Karriere außerhalb der Justiz beginnen, wobei ich auch kein klassischer Anwalt sein möchte, und in der Zukunft nochmal schauen, was sich ergibt und ob man sich ggf. nochmal bewirbt.
Wenn du flexibel bist, würde ich dir BW empfehlen. Ein Freund von mir wurde dort mit deutlich weniger Punkten innerhalb von 2 Wochen eingestellt. Zur StA muss man dort ja ohnehin. Zudem scheint mir der Umgang sowohl mit Bewerbern als auch im Job dort im Vergleich zu Hessen sehr wertschätzend, was meine Erfahrungsberichte angeht. Gerade bei der StA arbeitet meine ehemalige Ausbilderin wohl nach ihrem Bericht auf 150%.
Viel Glück dir!
Ich bin räumlich leider nicht flexibel und werde daher meine Karriere außerhalb der Justiz beginnen, wobei ich auch kein klassischer Anwalt sein möchte, und in der Zukunft nochmal schauen, was sich ergibt und ob man sich ggf. nochmal bewirbt.
Wenn du flexibel bist, würde ich dir BW empfehlen. Ein Freund von mir wurde dort mit deutlich weniger Punkten innerhalb von 2 Wochen eingestellt. Zur StA muss man dort ja ohnehin. Zudem scheint mir der Umgang sowohl mit Bewerbern als auch im Job dort im Vergleich zu Hessen sehr wertschätzend, was meine Erfahrungsberichte angeht. Gerade bei der StA arbeitet meine ehemalige Ausbilderin wohl nach ihrem Bericht auf 150%.
Viel Glück dir!
03.10.2026, 20:47
Kann ich nach allem was ich so mitbekommen habe, über Hessen nur bestätigen. Gerade mit dieser Bewerberflut dürfte das auch nicht besser werden. Gibt ja genug die nachrücken würden
05.10.2026, 08:48
Guten Morgen,
die Stellensituation in der hessischen Justiz scheint aktuell auch nach meiner Erfahrung leider wirklich wild zu sein. Ich habe mich Anfang/Mitte August mit 2x knapp über 11 beworben für StA und ordentliche Gerichtsbarkeit mit Ortswunsch Mittelhessen (also bewusst etwas weiter gehalten) und ich warte nach wie vor vergeblich auf eine Rückmeldung. Ich kann deshalb deine Planlosigkeit absolut nachvollziehen, mir ging und geht es genau so, es ist frustrierend. Auch Anrufe waren wenig hilfreich. Für 2027 stehen SECHS (!) neue Stellen für die Justiz an, also Entspannung sieht anders aus, es kommen ja auch alle zwei Monate neue fertige (und gute) Juristen an.
Mittlerweile habe ich mich auch in anderen Bundesländern beworben sowie in der Verwaltung. Nächste Woche habe ich Gespräche in der Verwaltung. Ich habe mich daher - schweren Herzens - mit dem Gedanken angefreundet, dass es mit Justiz vielleicht nichts wird, weil ich auf diese Hängepartie auch nicht mehr ewig Lust habe. Ich finde den Bewerbungsprozess in der Justiz allgemein sehr frustrierend und wenig bis gar nicht wertschätzend, so dass mir auch immer mehr die Lust auf Justiz vergeht, was super schade ist! Wenn schon der Bewerberprozess so intransparent läuft, wird der Berufseinstieg - wie man es oft hört - wahrscheinlich auch sehr sonderbar. In der Verwaltung ist das das absolute Gegenteil nach meiner bisherigen Erfahrung und auch Erfahrung von dort arbeitenden Freunden. Es bleibt abzuwarten wie es weiter geht, aber wenn ich ne Stelle habe und sich die Justiz doch mal meldet, weiß ich noch nicht, wie ich mich entscheide. Aber ich bezweifle, ob ich dann doch noch zur Justiz abspringe, obwohl es seit Anfang an mein absoluter Berufswunsch war.
Letztendlich muss man für sich entscheiden, ob dieser Weg trotz super Leistungen der wirklich richtige ist, so wie das alles läuft.
Wenn du also unbedingt in die Justiz willst und sonst nichts in Betracht kommt, musst du dich wohl leider auf enorm lange Wartezeiten einstellen, um dann überhaupt mal das Auswahlverfahren antreten zu können. Insbesondere im heiß begehrten Rhein-Main-Gebiet. Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, auch um die für dich richtige Entscheidung zu treffen!
die Stellensituation in der hessischen Justiz scheint aktuell auch nach meiner Erfahrung leider wirklich wild zu sein. Ich habe mich Anfang/Mitte August mit 2x knapp über 11 beworben für StA und ordentliche Gerichtsbarkeit mit Ortswunsch Mittelhessen (also bewusst etwas weiter gehalten) und ich warte nach wie vor vergeblich auf eine Rückmeldung. Ich kann deshalb deine Planlosigkeit absolut nachvollziehen, mir ging und geht es genau so, es ist frustrierend. Auch Anrufe waren wenig hilfreich. Für 2027 stehen SECHS (!) neue Stellen für die Justiz an, also Entspannung sieht anders aus, es kommen ja auch alle zwei Monate neue fertige (und gute) Juristen an.
Mittlerweile habe ich mich auch in anderen Bundesländern beworben sowie in der Verwaltung. Nächste Woche habe ich Gespräche in der Verwaltung. Ich habe mich daher - schweren Herzens - mit dem Gedanken angefreundet, dass es mit Justiz vielleicht nichts wird, weil ich auf diese Hängepartie auch nicht mehr ewig Lust habe. Ich finde den Bewerbungsprozess in der Justiz allgemein sehr frustrierend und wenig bis gar nicht wertschätzend, so dass mir auch immer mehr die Lust auf Justiz vergeht, was super schade ist! Wenn schon der Bewerberprozess so intransparent läuft, wird der Berufseinstieg - wie man es oft hört - wahrscheinlich auch sehr sonderbar. In der Verwaltung ist das das absolute Gegenteil nach meiner bisherigen Erfahrung und auch Erfahrung von dort arbeitenden Freunden. Es bleibt abzuwarten wie es weiter geht, aber wenn ich ne Stelle habe und sich die Justiz doch mal meldet, weiß ich noch nicht, wie ich mich entscheide. Aber ich bezweifle, ob ich dann doch noch zur Justiz abspringe, obwohl es seit Anfang an mein absoluter Berufswunsch war.
Letztendlich muss man für sich entscheiden, ob dieser Weg trotz super Leistungen der wirklich richtige ist, so wie das alles läuft.
Wenn du also unbedingt in die Justiz willst und sonst nichts in Betracht kommt, musst du dich wohl leider auf enorm lange Wartezeiten einstellen, um dann überhaupt mal das Auswahlverfahren antreten zu können. Insbesondere im heiß begehrten Rhein-Main-Gebiet. Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, auch um die für dich richtige Entscheidung zu treffen!
05.10.2026, 16:32
(05.10.2026, 08:48)AssJurHessen schrieb: Guten Morgen,Ein wichtiger Punkt!
die Stellensituation in der hessischen Justiz scheint aktuell auch nach meiner Erfahrung leider wirklich wild zu sein. Ich habe mich Anfang/Mitte August mit 2x knapp über 11 beworben für StA und ordentliche Gerichtsbarkeit mit Ortswunsch Mittelhessen (also bewusst etwas weiter gehalten) und ich warte nach wie vor vergeblich auf eine Rückmeldung. Ich kann deshalb deine Planlosigkeit absolut nachvollziehen, mir ging und geht es genau so, es ist frustrierend. Auch Anrufe waren wenig hilfreich. Für 2027 stehen SECHS (!) neue Stellen für die Justiz an, also Entspannung sieht anders aus, es kommen ja auch alle zwei Monate neue fertige (und gute) Juristen an.
Mittlerweile habe ich mich auch in anderen Bundesländern beworben sowie in der Verwaltung. Nächste Woche habe ich Gespräche in der Verwaltung. Ich habe mich daher - schweren Herzens - mit dem Gedanken angefreundet, dass es mit Justiz vielleicht nichts wird, weil ich auf diese Hängepartie auch nicht mehr ewig Lust habe. Ich finde den Bewerbungsprozess in der Justiz allgemein sehr frustrierend und wenig bis gar nicht wertschätzend, so dass mir auch immer mehr die Lust auf Justiz vergeht, was super schade ist! Wenn schon der Bewerberprozess so intransparent läuft, wird der Berufseinstieg - wie man es oft hört - wahrscheinlich auch sehr sonderbar. In der Verwaltung ist das das absolute Gegenteil nach meiner bisherigen Erfahrung und auch Erfahrung von dort arbeitenden Freunden. Es bleibt abzuwarten wie es weiter geht, aber wenn ich ne Stelle habe und sich die Justiz doch mal meldet, weiß ich noch nicht, wie ich mich entscheide. Aber ich bezweifle, ob ich dann doch noch zur Justiz abspringe, obwohl es seit Anfang an mein absoluter Berufswunsch war.
Letztendlich muss man für sich entscheiden, ob dieser Weg trotz super Leistungen der wirklich richtige ist, so wie das alles läuft.
Wenn du also unbedingt in die Justiz willst und sonst nichts in Betracht kommt, musst du dich wohl leider auf enorm lange Wartezeiten einstellen, um dann überhaupt mal das Auswahlverfahren antreten zu können. Insbesondere im heiß begehrten Rhein-Main-Gebiet. Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, auch um die für dich richtige Entscheidung zu treffen!
Leider hatte es die Justiz lange Zeit und seit 1-2 Jahren erneut nicht nötig, etwas in ihrem Umgang mit Bewerbern und Jungrichtern zu ändern.
Gestern, 18:30
Ich habe mich auch im August beworben und Ende September einen Anruf erhalten, dass für mich Stellen bei zwei StAen im RMG in Betracht kämen. Hatte in beiden Examina 10,x und habe das Angebot aus Hessen inzwischen abgelehnt. Eigentlich müssten daher noch Stellen im RMG verfügbar sein.
Gestern, 19:01
(Gestern, 18:30)assjur26 schrieb: Ich habe mich auch im August beworben und Ende September einen Anruf erhalten, dass für mich Stellen bei zwei StAen im RMG in Betracht kämen. Hatte in beiden Examina 10,x und habe das Angebot aus Hessen inzwischen abgelehnt. Eigentlich müssten daher noch Stellen im RMG verfügbar sein.
Herrlich, ich warte seit 03.09. ja offiziell immer noch auf die Stellungnahmen von OLG und GenStA, man wolle sich dann bei mir melden 😂 Das ist echt ein Witz, wahrscheinlich wandere ich ohnehin dann in ein anderes Bundesland ab
Gestern, 20:20
(Gestern, 19:01)AssJurHessen schrieb:(Gestern, 18:30)assjur26 schrieb: Ich habe mich auch im August beworben und Ende September einen Anruf erhalten, dass für mich Stellen bei zwei StAen im RMG in Betracht kämen. Hatte in beiden Examina 10,x und habe das Angebot aus Hessen inzwischen abgelehnt. Eigentlich müssten daher noch Stellen im RMG verfügbar sein.
Herrlich, ich warte seit 03.09. ja offiziell immer noch auf die Stellungnahmen von OLG und GenStA, man wolle sich dann bei mir melden 😂 Das ist echt ein Witz, wahrscheinlich wandere ich ohnehin dann in ein anderes Bundesland ab
Kann ich gut verstehen, bin ja auch „abgewandert“😅 Hessen ist im Verhältnis zu anderen Bundesländern mE aber auch nicht so herausstechend attraktiv, dass man hier auf Rückmeldung warten sollte. Da haben andere Bundesländer mindestens genauso viel zu bieten und zeigen schon im Bewerbungsverfahren die nötige Wertschätzung










