04.01.2026, 01:59
Ich möchte eine Stelle als Richter beginnen und habe glücklicherweise mit meinen Noten grundsätzlich in allen Bundesländern erstmal eine Chance. Ich würde für die Tätigkeit auch umziehen und weiß aber nicht wirklich, wovon ich die Wahl des Bundeslandes abhängig machen soll. Private Aspekte spielen natürlich mit rein, aber mir geht es hier um die objektiven Kriterien. Derzeit sind NRW und RLP meine Favoriten. Hat jemand positive oder negative Erfahrungen mit diesen Bundesländern? Die Besoldung ist ja ähnlich bzw. wird ja ohnehin regelmäßig zeitversetzt angepasst, sodass dies nicht das relevanteste Kriterium sein sollte. Wäre sehr dankbar für Input! :)
Erste Infos zum Bewerbungsverfahren für den Justizdienst findest Du auf den Richter-Infoseiten von Juristenkoffer.de:
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
04.01.2026, 09:15
1. Hatte vor 18 Monaten den Eindruck, dass die Wertschätzung der Justiz in NRW auf politischer Ebene nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Dieser Eindruck hat sich bis heute verstärkt. Wollt deswegen in ähnlicher Situation aus NRW nach Ref in Duisburg weg. Bin dann nach RLP zur StA und nicht in NRW geblieben.
2. In NRW gibt es Ballungszentren und heiße Pflaster. Justiz stellenweise überlastet, was ich selbst in RLP merke, wenn ich Verfahren nach NRW abgebe. Ich befürchtete, dass ich auf ein völlig abgesoffenes Dezernat geschoben werden würde. In RLP wurde ich in ein neues Dezernat bei der StA geschickt, das dann am Anfang etwas angefüttert wurde. Perfekter Berufseinstieg. Ref-Kollege hat bei StA in Duisburg angefangen mit 200+ offenen Verfahren.
3. RLP hat mit Koblenz auch rheinische Gebiete, für einen Rheinländer also kein Feindesland. Mit Trier, Koblenz und Mainz schöne und überschaubare Städtchen. Da ist die Welt noch "in Ordnung" - so mein Gefühl. Auch mit der Pfalz und der Nähe zu französischen Supermärkten und Weinbaugebieten im Elsass finde ich es aber ansprechend, wenn man in den Süden muss.
4. RLP zahlt mittlerweile ein klein wenig besser als NRW.
5. Richterstellen sind wohl momentan in RLP einige zu besetzen. Allerdings Gefahr, dass man als Richter in einem Kaff - z.B. im Westerwald - landet.
6. Wechsel StA - Richter und andersrum in RLP grundsätzlich gut möglich.
2. In NRW gibt es Ballungszentren und heiße Pflaster. Justiz stellenweise überlastet, was ich selbst in RLP merke, wenn ich Verfahren nach NRW abgebe. Ich befürchtete, dass ich auf ein völlig abgesoffenes Dezernat geschoben werden würde. In RLP wurde ich in ein neues Dezernat bei der StA geschickt, das dann am Anfang etwas angefüttert wurde. Perfekter Berufseinstieg. Ref-Kollege hat bei StA in Duisburg angefangen mit 200+ offenen Verfahren.
3. RLP hat mit Koblenz auch rheinische Gebiete, für einen Rheinländer also kein Feindesland. Mit Trier, Koblenz und Mainz schöne und überschaubare Städtchen. Da ist die Welt noch "in Ordnung" - so mein Gefühl. Auch mit der Pfalz und der Nähe zu französischen Supermärkten und Weinbaugebieten im Elsass finde ich es aber ansprechend, wenn man in den Süden muss.
4. RLP zahlt mittlerweile ein klein wenig besser als NRW.
5. Richterstellen sind wohl momentan in RLP einige zu besetzen. Allerdings Gefahr, dass man als Richter in einem Kaff - z.B. im Westerwald - landet.
6. Wechsel StA - Richter und andersrum in RLP grundsätzlich gut möglich.
04.01.2026, 09:19
Ein wichtiger Unterschied ist, wie die Laufbahnen ausgestaltet sind, also ob StA und (ordentliche) Gerichtsbarkeit eher getrennt sind, oder ein Wechsel üblich ist bzw. in der Probezeit sogar zwingend. In BW ist ein Wechseln beispielsweise am Anfang der Laufbahn zwingend, in BY auch später noch üblich beim Aufstieg. Ich finde das persönlich bereichernd und für das Miteinander der Behörden angenehm. Wer dagegen keinesfalls außerhalb des Wunschberufs arbeiten will, sollte solche Länder natürlich meiden.
Ein anderer Aspekt wäre vielleicht noch, wie Ober- und Höchstgerichte der gewünschten Gerichtsbarkeit erreichbar sind, wenn man langfristig eine Abordnung dorthin anstrebt.
Ein anderer Aspekt wäre vielleicht noch, wie Ober- und Höchstgerichte der gewünschten Gerichtsbarkeit erreichbar sind, wenn man langfristig eine Abordnung dorthin anstrebt.
04.01.2026, 09:26
(04.01.2026, 09:19)Praktiker schrieb: Ein wichtiger Unterschied ist, wie die Laufbahnen ausgestaltet sind, also ob StA und (ordentliche) Gerichtsbarkeit eher getrennt sind, oder ein Wechsel üblich ist bzw. in der Probezeit sogar zwingend. In BW ist ein Wechseln beispielsweise am Anfang der Laufbahn zwingend, in BY auch später noch üblich beim Aufstieg. Ich finde das persönlich bereichernd und für das Miteinander der Behörden angenehm. Wer dagegen keinesfalls außerhalb des Wunschberufs arbeiten will, sollte solche Länder natürlich meiden.
Ein anderer Aspekt wäre vielleicht noch, wie Ober- und Höchstgerichte der gewünschten Gerichtsbarkeit erreichbar sind, wenn man langfristig eine Abordnung dorthin anstrebt.
Das halte ich für wichtige Punkte. In den meisten Ländern ist der Wechsel zwischen StA/Gericht vorgesehen, die Länder mit getrennter Laufbahn (HH, NRW, Berlin?) sind meines Wissens nach in der Unterzahl und Ausnahmen. Zudem gibt es auch Länder, in denen in der Probezeit nicht nur ein Wechsel von Gerichten und zur StA, sondern auch zwischen den Gerichtsbarkeiten vorgesehen ist, so z.B in Berlin oder auch LSA, d.h. man ist auch ggf. zeitweie am VG oder SG während der Probezeit tätig.
Zudem soll es in Bayern m.W.n. so sein, dass man StA nur während der Probezeit ist und ein "dauerhafter" Wechsel zur StA dann erst wieder als Gruppenleiter/EStA möglich ist - sofern sich das nicht geändert hat. Wenn man sich noch nicht sicher ist, ob nicht die StA etwas für einen ist, dann kann das womöglich ein Minuspunkt sein.
Die Menschen unterscheiden sich im Süden und im Norden durchaus. NRW ist je nach Bezirk deutlich dichter besiedelt als beispielsweise Niedersachsen, Bayern (viel Land) oder auch BW (insbesondere der OLG Bezirk Stuttgart; Stuttgart ausgenommen). Das beeinflusst auch nochmal die Einstellung der Menschen, Denkweisen usw. Im Osten sind Menschen und Kultur noch mal anders.
04.01.2026, 11:53
(04.01.2026, 09:15)BronzeCat schrieb: 1. Hatte vor 18 Monaten den Eindruck, dass die Wertschätzung der Justiz in NRW auf politischer Ebene nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Dieser Eindruck hat sich bis heute verstärkt. Wollt deswegen in ähnlicher Situation aus NRW nach Ref in Duisburg weg. Bin dann nach RLP zur StA und nicht in NRW geblieben.Die Sache mit der fehlenden Wertschätzung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Sie spiegelt sich auch, aber längst nicht nur in der unzureichenden Stellenausstattung wieder. Sie beginnt schon mit der Ernennungsurkunde, die aussieht, als hätte man sie in einem Copyshop selbst gemacht. Und das kann sich dann je nach Einsatzort munter fortsetzen in abgesoffenen Dezernaten, unwürdigen Büros, respektlosen Geschäftsstellenmitarbeitern, Druck zur „freiwilligen“ Leitung von Arbeitsgemeinschaften usw.
2. In NRW gibt es Ballungszentren und heiße Pflaster. Justiz stellenweise überlastet, was ich selbst in RLP merke, wenn ich Verfahren nach NRW abgebe. Ich befürchtete, dass ich auf ein völlig abgesoffenes Dezernat geschoben werden würde. In RLP wurde ich in ein neues Dezernat bei der StA geschickt, das dann am Anfang etwas angefüttert wurde. Perfekter Berufseinstieg. Ref-Kollege hat bei StA in Duisburg angefangen mit 200+ offenen Verfahren.
Bei mir war das definitiv der Grund, warum ich der Justiz NRW am Ende den Rücken zugedreht habe. In meiner jetzigen Verwendung habe ich binnen kurzer Zeit bereits mehr Wertschätzung erfahren als in 10 Jahren Justiz.
04.01.2026, 13:08
Noch etwas pro BW: bei der StA gibt es sehr viele EStA-Stellen. Wer dauerhaft zur StA geht, bekommt also mit ziemlicher Sicherheit irgendwann auch ohne Erprobung eine nette Amtszulage.
Achso, und die Ernennungsurkunden haben hübsche Prägesiegel, also nichts Copyshop. Die Einstellung erfolgt auch durchs Ministerium, nicht die OLGs (das ist ja auch sehr unterschiedlich). Und kein Assessment Center...
Und ja: jeder, der schon mal Verfahren abgetrennt und an verschiedene StAs abgegeben hat, weiß, dass in Berlin und Bayern unterschiedlich gearbeitet wird.
Aber natürlich kann man es auch in einem "guten" Land auf ein "schlechtes" Dezernat in einer "schlechten" Behörde kommen und umgekehrt. Das sind alles nur Durchschnittswerte ;)
Achso, und die Ernennungsurkunden haben hübsche Prägesiegel, also nichts Copyshop. Die Einstellung erfolgt auch durchs Ministerium, nicht die OLGs (das ist ja auch sehr unterschiedlich). Und kein Assessment Center...
Und ja: jeder, der schon mal Verfahren abgetrennt und an verschiedene StAs abgegeben hat, weiß, dass in Berlin und Bayern unterschiedlich gearbeitet wird.
Aber natürlich kann man es auch in einem "guten" Land auf ein "schlechtes" Dezernat in einer "schlechten" Behörde kommen und umgekehrt. Das sind alles nur Durchschnittswerte ;)
04.01.2026, 14:21
Mir ging es sehr ähnlich wie dem TE, da ich durch Erwägungen des Privatlebens nicht schon komplett festgelegt war, sondern zumindest mehrere Bundesländer infrage kamen. Ich habe mich dann kurzerhand in allen davon beworben, was keinen allzu großen Mehraufwand darstellt. Bezüglich der geforderten Unterlagen gibt es zwar überall gewisse Sonderwünsche, aber das meiste hat man mit der ersten Bewerbung zusammen. Anschreiben etc. muss man nur noch geringfügig anpassen.
Ich bekam dann zwar überall ein Angebot, aber die Wahl fiel mir danach deutlich leichter, weil die Angebote mit konkreten Standorten verbunden waren. Die meisten Bundesländer sind ja doch groß und teils ziemlich heterogen. Um das Beispiel NRW aufzugreifen, dürfte es für die meisten Leute einen ziemlich erheblichen Unterschied machen, ob sie nach Bochum, Arnsberg, oder Bielefeld geschickt werden sollen.
In den Gesprächen habe ich die Mehrfachbewerbung jeweils ehrlich kommuniziert und auch gesagt, dass ich meine endgültige Wahl erst treffen will, wenn alle Bewerbungsverfahren abgeschlossen sind und die konkreten Angebote auf dem Tisch liegen. Das war nirgendwo ein Problem, sondern konnten alle meine Gegenüber gut nachvollziehen.
Also ich kann dieses Vorgehen nur empfehlen. Vielleicht erledigt sich die Frage dadurch von selbst, weil du einfach die konkrete Stadt in Bundesland X viel attraktiver findest als die in Bundesland Y und vor diesem Hintergrund die abstrakteren Erwägungen oftmals verblassen.
Ich bekam dann zwar überall ein Angebot, aber die Wahl fiel mir danach deutlich leichter, weil die Angebote mit konkreten Standorten verbunden waren. Die meisten Bundesländer sind ja doch groß und teils ziemlich heterogen. Um das Beispiel NRW aufzugreifen, dürfte es für die meisten Leute einen ziemlich erheblichen Unterschied machen, ob sie nach Bochum, Arnsberg, oder Bielefeld geschickt werden sollen.
In den Gesprächen habe ich die Mehrfachbewerbung jeweils ehrlich kommuniziert und auch gesagt, dass ich meine endgültige Wahl erst treffen will, wenn alle Bewerbungsverfahren abgeschlossen sind und die konkreten Angebote auf dem Tisch liegen. Das war nirgendwo ein Problem, sondern konnten alle meine Gegenüber gut nachvollziehen.
Also ich kann dieses Vorgehen nur empfehlen. Vielleicht erledigt sich die Frage dadurch von selbst, weil du einfach die konkrete Stadt in Bundesland X viel attraktiver findest als die in Bundesland Y und vor diesem Hintergrund die abstrakteren Erwägungen oftmals verblassen.
05.01.2026, 10:51
(04.01.2026, 11:53)Spencer schrieb:(04.01.2026, 09:15)BronzeCat schrieb: 1. Hatte vor 18 Monaten den Eindruck, dass die Wertschätzung der Justiz in NRW auf politischer Ebene nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Dieser Eindruck hat sich bis heute verstärkt. Wollt deswegen in ähnlicher Situation aus NRW nach Ref in Duisburg weg. Bin dann nach RLP zur StA und nicht in NRW geblieben.Die Sache mit der fehlenden Wertschätzung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Sie spiegelt sich auch, aber längst nicht nur in der unzureichenden Stellenausstattung wieder. Sie beginnt schon mit der Ernennungsurkunde, die aussieht, als hätte man sie in einem Copyshop selbst gemacht. Und das kann sich dann je nach Einsatzort munter fortsetzen in abgesoffenen Dezernaten, unwürdigen Büros, respektlosen Geschäftsstellenmitarbeitern, Druck zur „freiwilligen“ Leitung von Arbeitsgemeinschaften usw.
2. In NRW gibt es Ballungszentren und heiße Pflaster. Justiz stellenweise überlastet, was ich selbst in RLP merke, wenn ich Verfahren nach NRW abgebe. Ich befürchtete, dass ich auf ein völlig abgesoffenes Dezernat geschoben werden würde. In RLP wurde ich in ein neues Dezernat bei der StA geschickt, das dann am Anfang etwas angefüttert wurde. Perfekter Berufseinstieg. Ref-Kollege hat bei StA in Duisburg angefangen mit 200+ offenen Verfahren.
Bei mir war das definitiv der Grund, warum ich der Justiz NRW am Ende den Rücken zugedreht habe. In meiner jetzigen Verwendung habe ich binnen kurzer Zeit bereits mehr Wertschätzung erfahren als in 10 Jahren Justiz.
Du hast das hier ja schon einige Male geschrieben. Solche Erfahrungen mag es (in jedem Bundesland) geben und es ist schade, dass du sie gemacht hast. Ich kann sie für "meinen" Bereich der Justiz NRW allerdings nicht bestätigen. Meine Büros waren alle in Ordnung, ich hatte nie Probleme mit irgendwelchen Kollegen, egal ob im richterlichen oder nicht-richterlichen Dienst (im Gegenteil, die meisten sind ausgesprochen nett und einige sind Freunde geworden) und mich hat auch niemand zu AGs oder zum Prüfen gedrängt. Dass man mal ein abgesoffenes Dezernat übernimmt kann natürlich vorkommen. Das hat aber nicht zwangsläufig mit der strukturellen Überlastung der Justiz zu tun (die es gibt, keine Frage), sondern häufig schlicht mit der ineffektiven Arbeitsweise der Vorgänger.
05.01.2026, 18:29
(05.01.2026, 10:51)Pontifex Maximus schrieb:Ich schildere hier auch nur meine persönlichen Erfahrungen ohne den Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Das wäre bei einer derart großen Organisation wie der Justiz NRW auch Quatsch. Die Umstände können schon von Haus zu Haus völlig unterschiedlich sein. Ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen, insofern alles gut.(04.01.2026, 11:53)Spencer schrieb:(04.01.2026, 09:15)BronzeCat schrieb: 1. Hatte vor 18 Monaten den Eindruck, dass die Wertschätzung der Justiz in NRW auf politischer Ebene nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Dieser Eindruck hat sich bis heute verstärkt. Wollt deswegen in ähnlicher Situation aus NRW nach Ref in Duisburg weg. Bin dann nach RLP zur StA und nicht in NRW geblieben.Die Sache mit der fehlenden Wertschätzung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Sie spiegelt sich auch, aber längst nicht nur in der unzureichenden Stellenausstattung wieder. Sie beginnt schon mit der Ernennungsurkunde, die aussieht, als hätte man sie in einem Copyshop selbst gemacht. Und das kann sich dann je nach Einsatzort munter fortsetzen in abgesoffenen Dezernaten, unwürdigen Büros, respektlosen Geschäftsstellenmitarbeitern, Druck zur „freiwilligen“ Leitung von Arbeitsgemeinschaften usw.
2. In NRW gibt es Ballungszentren und heiße Pflaster. Justiz stellenweise überlastet, was ich selbst in RLP merke, wenn ich Verfahren nach NRW abgebe. Ich befürchtete, dass ich auf ein völlig abgesoffenes Dezernat geschoben werden würde. In RLP wurde ich in ein neues Dezernat bei der StA geschickt, das dann am Anfang etwas angefüttert wurde. Perfekter Berufseinstieg. Ref-Kollege hat bei StA in Duisburg angefangen mit 200+ offenen Verfahren.
Bei mir war das definitiv der Grund, warum ich der Justiz NRW am Ende den Rücken zugedreht habe. In meiner jetzigen Verwendung habe ich binnen kurzer Zeit bereits mehr Wertschätzung erfahren als in 10 Jahren Justiz.
Du hast das hier ja schon einige Male geschrieben. Solche Erfahrungen mag es (in jedem Bundesland) geben und es ist schade, dass du sie gemacht hast. Ich kann sie für "meinen" Bereich der Justiz NRW allerdings nicht bestätigen. Meine Büros waren alle in Ordnung, ich hatte nie Probleme mit irgendwelchen Kollegen, egal ob im richterlichen oder nicht-richterlichen Dienst (im Gegenteil, die meisten sind ausgesprochen nett und einige sind Freunde geworden) und mich hat auch niemand zu AGs oder zum Prüfen gedrängt. Dass man mal ein abgesoffenes Dezernat übernimmt kann natürlich vorkommen. Das hat aber nicht zwangsläufig mit der strukturellen Überlastung der Justiz zu tun (die es gibt, keine Frage), sondern häufig schlicht mit der ineffektiven Arbeitsweise der Vorgänger.



